QUIZ: Qualitätsgesicherte und indikationsbasierte Zuweisung
Die geschätzte Versorgungslücke in der radiologischen Versorgung in Deutschland liegt zwischen 20 und 30 Prozent. Mit einem neuen Ansatz soll das Zuweisermanagement verbessert und eine Ausgewogenheit bei den Kapazitäten geschaffen werden.
Das steigende Untersuchungsvolumen in der Radiologie bringt das System zunehmend an seine Grenzen. Geräte, Personal und Befunder stehen unter wachsendem Druck, während gleichzeitig die Vergütung pro Untersuchung sinkt. „Wir sehen seit Jahren eine immer höhere Nachfrage nach radiologischen Leistungen“, erklärt Carsten Krüger (CKG), Experte und Berater. Häufig würden Patienten vorschnell überwiesen – nicht immer auf Basis klarer medizinischer Indikationen. Die Folge: überlastete Praxen, lange Wartezeiten und wirtschaftlicher Druck. Gleichzeitig geraten Radiologen in einen strukturellen Wettbewerb. Bei gedeckelten Budgets und steigenden Fallzahlen sinkt der Erlös pro Untersuchung. „Die Radiologen weichen ins Hamsterrad aus“, so Krüger. Wachstum werde zur Notwendigkeit, um wirtschaftlich bestehen zu können – mit negativen Folgen für Qualität und Arbeitsbelastung.
Hier setzt der QUIZ-Ansatz an: die qualitätsgesicherte und indikationsbasierte Zuweisung. Ziel ist es, radiologische Untersuchungen konsequent an medizinisch fundierten Fragestellungen auszurichten. Statt retrospektiver Kontrolle soll die Prüfung künftig bereits vor der Untersuchung erfolgen. „Wir wollen erreichen, dass ein Zuweiser gezielter zur diagnostischen Bildgebung überweist“, sagt Krüger.
Kern des Ansatzes ist ein digital unterstütztes System, das Leitlinien und medizinisch abgestimmte Anforderungsregeln integriert. Diese sollen direkt in die Praxisverwaltungssysteme eingebunden sein und idealerweise KI-gestützt arbeiten. So kann bereits bei der Anmeldung eines Patienten geprüft werden, ob die gewählte Untersuchung zur Fragestellung passt. Fehlzuweisungen könnten deutlich reduziert werden – zugunsten einer konsistenten und qualitätsgesicherten Patientensteuerung.
Die Versorgungslücke intelligent schließen

Auch Zuweiser profitieren: QUIZ bietet eine schnelle und sichere Indikationsprüfung und unterstützt die ärztliche Dokumentation. Gleichzeitig könnten dringende Fälle priorisiert terminiert werden. „Das schafft nicht nur Effizienz, sondern auch Vertrauen und einen guten Ruf“, so Krüger. Ein entscheidender Hebel liegt jedoch in der Vergütung. Damit sich qualitätsorientierte Zuweisung durchsetzt, müsse das System auch finanzielle Anreize bieten. Denkbar seien Modelle analog zum Wirtschaftlichkeitsbonus im Laborbereich. Nur wenn sich leitliniengerechtes Verhalten auch ökonomisch auszahlt, wird sich der Ansatz im Alltag etablieren.
Die Umsetzung bleibt anspruchsvoll. Radiologen allein können die Steuerung nicht verändern – gefragt sind Partner wie Kassen, KVen und gesundheitspolitische Akteure. Angesichts von Versorgungslücken von bis zu 30 % sieht Krüger dringenden Handlungsbedarf: „Das Problem kumuliert sich derzeit beim letzten Glied – bei den Radiologen.“
Mit QUIZ liegt ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch, wie Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht werden können. Dieser fügt sich ideal in die zur Zeit schwelende Diskussion eines Primärarztmodels ein. Entscheidend wird sein, Mitstreiter zu gewinnen und Pilotprojekte auf den Weg zu bringen. Denn eines ist klar: Ohne eine bessere Steuerung der Zuweisung wird sich der Druck auf die Radiologie weiter verschärfen.
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