25 Jahre Curagita – Anfänge, Meilensteine und Erfolge


25 Jahre Curagita und Radiologienetz – Entwicklung als Konstante
Geburtstage und Jubiläen sind Gründe zum Feiern, zur Reflektion und um Pläne für die Zukunft zu schmieden. Als Dr. Johannes Schmidt-Tophoff am 19. März 1999 die Curagita AG gründete, war ihm zwar verborgen, welchen Weg sein Unternehmen bis heute nehmen würde, eines allerdings war schon damals absehbar: Die strategische Ausrichtung würde den Bedürfnissen der niedergelassenen Radiologie folgen. In der Rückschau scheint dies im Geiste beständiger Erneuerung und Marktkenntnis gelungen. Viele im Team staunen, wie schnell die Zeit vergangen ist und freuen sich, dass noch vieles vom Start-up-Spirit bis heute spürbar ist. Curagita einzuordnen, fällt den wohlwollenden Begleitern genauso schwer wie den manchmal missgünstigen Wettbewerbern. Wahrscheinlich würden aber alle Marktplayer unterschreiben, was bereits 2009 bei einer Umfrage im Radiologienetz von den Mitgliedern konstatiert wurde: Curagita stand und steht für innovative, manchmal auch unkonventionelle Ideen und die Zukunftssicherung der niedergelassenen Radiologie. Kontinuierliche Entwicklung des Geschäftsmodells und Ausrichtung an den Markterfordernissen sind unsere Konstante in 25 Jahren geblieben. Lassen Sie uns gemeinsam zurückschauen und nach vorne blicken! Schon jetzt ein herzliches Dankeschön an alle Mitstreiter in vielen spannenden Jahren!

Ideenfabrik seit einem Vierteljahrhundert!
Mit einem interdisziplinären Team baute Dr. Johannes Schmidt-Tophoff Curagita zum Verbunddienstleister für die Mitgliedspraxen auf, immer in enger Abstimmung mit den Mitgliedern des initiierten Radiologienetzes. Die Kerndienstleistung bestand zunächst aus dem gemeinsamen Verbundeinkauf für Praxis- und Sprechstundenbedarf mit Tourservice für Praxen innerhalb eines erreichbaren Radius. Die finanzielle Vorteilhaftigkeit der Beschaffung über den Verbund ist noch heute ein schlagkräftiges Argument für den Netzbeitritt. Dabei entstand das erste Kontrastmittel-Generikum namens Magnegita, dessen Produktion man später an Agfa verkaufte. KM waren für Curagita und Radiologienetz hier immer Mittel zum Zweck mit der Verpflichtung, den Großteil der Erträge rechtskonform in Netzvorhaben zum Wohle der niedergelassenen Radiologie zu reinvestieren.
Jederzeit versuchte Curagita, integrierte Versorgungsprojekte mit den Krankenkassen zu platzieren, wie z.B. „SchutzSchild“ zur Versorgung der Schilddrüse oder „Quiz – qualitätsgesicherte Indikation für die effizientere Zuweisung“. Veränderungen durchzusetzen und die Versorgung in der Niederlassung zu verbessern, war der ehrgeizige Anspruch. Im Ergebnis erfolgreich waren, neben dem gut besuchten Portal radiologie.de oder dem in Deutschland erstmaligen Anforderungsratgeber, das Teleradiologieprojekt, die schon früh mit dem Projekt MaMa gestartete Umsetzung des Mammographie-Screenings und RaDiagnostiX zur Prostatabildgebung mittels mpMRT. 2006 gab es Lorbeeren als Dienstleister des Jahres in der Kategorie Netzwerke für das Radiologienetz, das für manchen bereits als Ersatz für den Berufsverband gehandelt wurde. Berufspolitisch wollte Curagita Akzente setzen: Mit der Erarbeitung eines interaktiven Zukunftsszenarios Radiologie 2020 und einer bedeutsamen Podiumsdiskussion auf dem Röntgenkongress 2006 nahm das berufspolitische Engagement für die ambulante Radiologie Fahrt auf. Das Diskussionspapier CuraSequenz sowie diverse Gutachten versuchten dem politischen Diskurs ein messbares, transparentes und professionelles Credo in Vergütungsfragen zu geben. Dies allerdings war ein ‚dickes Brett‘, welches es zu bohren galt. Johannes Schmidt-Tophoff resümiert: „Viel Feind, viel Ehr. Wen wundert’s, dass Industrie, Verband, Kassen und Wettbewerb keine starke Radiologengruppe wollen.“ Dran blieb man dennoch: Zuletzt stellte Vorstandskollege Dr. Michael Kreft ein neues Modell zur Lobbyarbeit vor, welches Radiologen auf breiter Basis in der Interessenvertretung gegenüber Kassen, Verbänden und Politikern unterstützt. Und druckfrisch im Jubiläumsjahr erschien die Neuauflage des Zukunftsszenarios „Radiologie 2030“.
Auch die 2010 gegründete genossenschaftliche Deutsche Radiologienetz AG (DeRaG) zum Betrieb radiologischer Praxen war aus berufspolitischen Überlegungen heraus vorangetrieben worden. Doch dazu später mehr.
An dieser Stelle ein erstes Fazit: Curagita wird getragen von einer lebendigen, unternehmerischen Radiologen-Community mit politischem Engagement für den Fachbereich – das war so in den vergangenen 25 Jahren und wird auch in Zukunft so bleiben.


Das erste Radiologienetz: Rhein-Neckar-Pfalz
„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Wir schreiben das Jahr 1999. Es gibt noch keine digitale Kommunikation via Outlook, Teams und Whatsapp. Es gibt keine Radiologieketten und auch keinen Fachkräftemangel. Und doch zeichnen sich am Horizont schwache Signale einer sich verändernden Branche ab, die das Thema Zusammenarbeit über Praxisgrenzen hinweg interessant erscheinen lässt. Erste Versuche im ärztlichen Umfeld waren bisher eher kurzlebig. In der Regel sind die Praxisbetreiber nach Feierabend zwar gerne bereit, sich zu treffen. Die Vor- und Nachbereitung dieser Treffen im Hobbymodus funktioniert nur nicht effektiv. Der Berufsverband konzentriert sich weniger auf Praxis-übergreifendes Management, sondern auf die Berufspolitik, und das auch nicht gerade so dynamisch wie von den Mitgliedern erhofft. Daher kommt Johannes Schmidt-Tophoff mit seiner Idee einer Netzgründung zu einem guten Zeitpunkt. Nach anfänglichem Misstrauen der Ärzte gegenüber Nicht-Ärzten überzeugt der Diplom-Kaufmann, der gerade noch bei GE Healthcare im Pariser Headquarter eine Führungsposition innehatte, mit seiner Idee eines gemanagten Netzes. Zu den Pionierradiologen gehören u.a. Dr. Klaus-Michael Ricken aus Mannheim, der leider inzwischen verstorbene Dr. Gerhard Ach aus Ludwigshafen, Dr. Klaus Dieterich aus Neustadt/W., Dr. Reinhard Bock aus Zweibrücken, Dr. Erwin Brandelik aus Wiesloch, Dr. Peter Nunninger aus Weinheim. Sie und weitere treffen sich vierteljährlich zu Vollversammlungen mit belegten Brötchen, tauschen sich über ihre bisher gut behüteten Praxisgrenzen hinweg aus und diskutieren über gemeinsame Projekte. Noch im Jahr 1999 einigen sie sich auf die Gründung des Radiologienetz Rhein-Neckar-Pfalz. Alle Praxispartner treten dem Netz in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts bei und haben damit das Recht, über die Aufnahme weiterer Kolleginnen und Kollegen abzustimmen.
Zeitsprung nach 2024: Im Juni findet für die Mitgliedspraxen des Radiologienetz Rhein-Neckar-Pfalz die 100. Vollversammlung statt! 100-mal Schwarmintelligenz und Nutzen durch das Teilen von Praxiserfahrungen oder das gemeinsame Angehen neuer Herausforderungen!
Von den Gründern sind nur wenige noch in der Praxis. Von den zwischenzeitlich 17 Mitgliedspraxen mit 53 Partnern sind sechs Praxen an Betreiber verkauft, das ist ein gutes Drittel! Der Generationswechsel ist voll im Gange: 22 Radiologinnen und Radiologen haben ihre Praxisanteile an 17 Nachfolgerinnen und Nachfolger verkauft. Durch die Gründung weiterer Netze in Baden-Württemberg, eines zusätzlichen Netzlight-Modells und veränderter Kommunikationsgewohnheiten ist der persönliche vierteljährliche Austausch, katalysiert durch die Corona-Pandemie, einem Online-Austausch gewichen mit allen Vor- und Nachteilen, die dies für die Netzmitglieder hat. Viele schätzen das jährliche Vor-Ort-Treffen in Heidelberg und kommen zum Radiologienetz-Tag im November. Denn der gemeinsame Tisch und das persönliche Gespräch stiften auch in schnelllebigen effizienzorientierten Zeiten Nutzen und schmieden belastbare Beziehungen über Praxisgrenzen hinweg – heute wichtiger denn je!

Es geht nur miteinander: Dankeschön!
Die oben erwähnten Netzpioniere müssen natürlich noch um viele weitere Namen ergänzt werden: Nach der Netzgründung Rhein-Neckar-Pfalz folgten fünf regionale Netze in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und zuletzt in Berlin. Alle diese Netze hätten nicht gegründet werden können ohne das Zutun der Netzpioniere, also von Ärzten, die die Idee gut fanden und bei den Kollegen dafür warben. Einige von ihnen waren ab 2010 im Fachbeirat tätig, einem anfänglich vorwiegend berufspolitisch ausgerichteten Gremium, das sich einst aus gewählten Vertretern der einzelnen Netze zusammensetzte und die Ausrichtung der Positionen im Radiologienetz bestimmte. Ein herzliches Dankeschön für dieses ehrenamtliche Engagement über inzwischen mindestens 14 Jahre hinweg an die aktuellen Fachbeiräte Dr. Stefan Schneider, Dr. Peter Nunninger, Dr. Frank Rosa, Dr. Klaus Mott, Jürgen Witt, Dr. Christoph Hahn, Dr. Wilfried Wolfgarten, Ulrich Sous, Dr. Reinhard Bock, Dr. Frank Müller, Dr. Joachim Söldner, Dr. Christoph Ziegler, Dr. Dennis Bohlsen, Dr. Max Nunninger. Nicht zu vergessen, der eben erst aus dem Fachbeirat ausgeschiedene Dr. Friedrich Roloff.
Ein besonderer Dank ergeht an dieser Stelle auch an den Radiologenvertreter im Curagita-Aufsichtsrat, der in diesen Tagen neu gewählt wird, nachdem Jürgen Witt aus Neckarsulm diese Position seit über einem Jahrzehnt mit viel Rat und Tat ausfüllte. Ihm voraus gingen der Radiologe Dr. Gerhard Ach sowie Dr. Klaus-Michael Ricken, beide ebenfalls Pionierradiologen im jungen Radiologienetz mit vielen Ideen, konstruktiver Kritik und berufspolitischem Elan.
Im täglichen Miteinander, beim Entwickeln neuer Projekte sowie für den gemeinsamen Austausch und Mehrwert im Netz sind die vielen, jetzt ungenannten, aber aktiven und jederzeit ansprechbaren Radiologinnen, Radiologen, Praxismanagerinnen und Praxismanager von unschätzbarem Wert für die Community. Dazu gehören ebenfalls die diskussionsfreudigen, kritischen Wegbegleiter wie auch mancher externe Gesprächs- und Geschäftspartner der letzten 25 Jahre und natürlich unser aktives und dynamisches Team, von den „Loggis“ bis zu den einzelnen Abteilungen, die sich zum Wohle unserer Praxen mit diesen in ständigem Austausch befinden.




