Zum 90. Geburtstag von Prof. Ulrich Klein

Viele Jahre lang gehörte Prof. Ulrich Klein zu den aktiven Mitgliedern im Radiologienetz. Viele kennen ihn noch durch seine regelmäßigen Fachbesprechungen im CuraCompact. Johannes Schmidt-Tophoff freute sich, mit ihm auf seinen Ehrentag anzustoßen. Lesen Sie seine Grußworte.

Lieber Professor Klein,

herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 90. Geburtstag. Viele von uns wünschten sich, so alt wie Sie zu werden und ich hoffe, Sie können Ihr Alter genießen. Wir schenken Ihnen den Bild- und Textband zur einzigartigen X-Ray-Ausstellung in Völklingen, weil er auch ohne Ausstellungsbesuch hochinteressant ist, aber vor allem Ihre Geschichte als Radiologe dokumentiert.

Als Sie im Olympiajahr 1936 geboren wurden und die von uns beiden als Künstlerin verehrte und von Ihnen diagnostizierte Leni Riefenthal ihre grandiosen Aufnahmen machte, waren die Röntgenstrahlen schon 40 Jahre alt. Aber die weiteren innovativen Entwicklungsstufen in den 70er Jahren mit CT, in den 80er Jahren mit MRT und in den 90er Jahren mit digitaler Radiologie haben Sie mitgemacht. Erstaunlich, wie Sie sich als Kind des Kriegs, als Flüchtling/Vertriebener, als Abiturient und als Student zu Ihrem Beruf hin durchgebissen haben. Zuerst waren Sie im damals (wie heute) hochinnovativen Herzzentrum München und dann in eigener Praxis in Germering aktiv. Herr Stegemann, Herr Nagel und ich erinnern uns gerne an die vielen Gespräche in Ihrer Praxis zur Praxisoptimierung, zum Umgang mit fordernden Orthopäden, mit sperrigen Geschäftspartnern und mit schwierigen Radiologen in der Praxis – vielleicht eben der normale Alltag eines niedergelassenen Radiologen. Ihre gute Laune und Ihren immer wohl gesonnenen Umgang mit Ihrem Umfeld konnte Ihnen keiner nehmen. Vielleicht auch, weil Sie aufgrund Ihrer Kultiviertheit und Güte über den Dingen standen, zugleich auch rein räumlich über einem vollen Weinlager unter der Praxis mit Rotem aus Ihrer zweiten Heimat, dem Friaul, unter dem Namen "il professore". Wir erinnern uns ebenso an Ihre Präsenz im Radiologienetz, wo wir Ihre konstruktiv-kritische und pragmatische Stimme und Ihre unzähligen Rezensionen in unserem Mitgliedermagazin sowie auch die Besuche unseres Radiologienetz-Tages in Heidelberg zusammen mit Ihrer Gattin vermissen.

Lieber Professor Klein, ich wünsche Ihnen, dass Sie das Wunder Ihres Lebens vergnügt weiter genießen können, wie gemäß meines Lieblingsgedichts von Hilde Domin (1959): „...Nicht müde werden, sondern dem Wunder, leise wie einem Vogel, die Hand hinhalten".

In Achtung und Freundschaft
Johannes Schmidt-Tophoff