Umfrage unter Radiologiepraxen und -abteilungen: MRT-Ausfälle durch Personalmangel weit verbreitet

Personalengpässe sind für viele radiologische Praxen alltäglich. Wie groß die Auswirkungen auf die MRT-Versorgung inzwischen sind, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von RADiness, die innerhalb des Radiologienetzes sowie im Rahmen des Röntgenkongresses 2026 durchgeführt wurde. Mit Aussagen von 227 Teilnehmerinnen und Teilnehmern liefert die Umfrage eine belastbare Datengrundlage für die weitere Diskussion über Lösungsansätze in der radiologischen Versorgung.

Wenig überraschend: Die personellen Engpässe haben vielerorts direkte Auswirkungen auf den Betrieb. 62 Prozent der befragten Praxen berichten von personalbedingten MRT-Stillständen. Besonders alarmierend ist dabei die Gruppe von rund 20 Prozent der betroffenen Einrichtungen, welche monatlich mehr als 20 Stunden Ausfallzeit benennt.

Diese Ausfälle versuchen die Praxen überwiegend durch organisatorische Maßnahmen aufzufangen. Am häufigsten werden Untersuchungstermine verschoben (51 %), gefolgt von Überstunden (32 %) und der Umschichtung vorhandener Personalressourcen (31 %).

Die Umfrage macht jedoch deutlich, dass solche Maßnahmen vor allem kurzfristig helfen und die eigentlichen Ursachen des Problems bestehen bleiben.

Zufriedenheit bei Patienten und Personal sinkt

Zwar führen MRT-Ausfälle zwangsläufig zu wirtschaftlichen Einbußen. Als größten Schaden werden von den teilnehmenden Praxismitarbeitenden und -inhabern jedoch die Auswirkungen auf die Patienten wahrgenommen. Terminverschiebungen und -absagen führen häufig zu Unzufriedenheit, Beschwerden oder negativen Praxisbewertungen und beeinträchtigen das Vertrauen in die Praxis.

Mit 25 % der Nennungen wurden die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden zwar seltener als größter Schaden genannt, sie verdienen jedoch besondere Beachtung. Denn die personellen Folgen gehen häufig über die unmittelbare Störung des Praxisbetriebs hinaus. Mitarbeitende müssen kurzfristig Termine umorganisieren, Patienten informieren und verärgerte Reaktionen auffangen. Gleichzeitig entstehen durch die notwendige Neuplanung und das Abarbeiten des Rückstaus häufig Überstunden und zusätzlicher organisatorischer Aufwand. Diese dauerhafte Doppelbelastung aus erhöhtem Arbeitsaufkommen und emotional anspruchsvollen Patientengesprächen kann zu Erschöpfung und anhaltendem Stress führen. Krankheitsbedingte Ausfälle oder sogar der Verlust qualifizierter Mitarbeitender sind mögliche langfristige Konsequenzen, die den Personalmangel weiter verschärfen und die Praxis über den eigentlichen Geräteausfall hinaus belasten.

Die Ergebnisse verdeutlichen damit, dass Kapazitätsengpässe nicht nur betriebswirtschaftliche Kennzahlen betreffen. Verzögerte Untersuchungen, längere Wartezeiten und eine steigende Belastung der Teams wirken sich unmittelbar auf die Versorgungsqualität und die Attraktivität des Arbeitsplatzes aus.

Effizientere Auslastung wird zur strategischen Hauptaufgabe

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Optimierung der Auslastung von über der Hälfte der befragten Praxen als wichtigste Investitionspriorität genannt wird. Danach folgen Investitionsziele zur Verbesserung bei Untersuchungen, im Leistungsspektrum sowie bzgl. Ausfallkosten.

Gleichzeitig zeigt die Studie, wo die größten Hürden liegen: Mehr als die Hälfte der Befragten sieht die mangelnde Verfügbarkeit qualifizierten Personals (52 %) als zentrales Problem, gefolgt von Budgetbeschränkungen mit 32 %.

Aus Sicht der Studienautoren deutet dies auf ein strukturelles Kapazitätsproblem hin. Lösungen, die bestehende MRT-Kapazitäten trotz begrenzter personeller Ressourcen besser nutzbar machen, gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung. In der Analyse wird in diesem Zusammenhang insbesondere Remote Scanning als möglicher Ansatz zur Kompensation von Personalengpässen genannt.

MRT-Auslastung & Budgetstrategie – Handlungsempfehlungen für Praxen

Die Entscheidungsmatrix zeigt abhängig vom KV-Bereich und der jeweiligen Praxiskonstellation, weshalb eine höchstmögliche MRT-Auslastung wirtschaftlich sinnvoller ist und welche Folgen bei Stillstand zu erwarten sind.

Die ergänzende Analyse macht zudem deutlich, welche wirtschaftlichen Auswirkungen MRT-Ausfälle für Praxen haben können. Jede Stunde, in der ein MRT aufgrund fehlender personeller Ressourcen stillsteht, bedeutet zunächst einen vollständigen Verlust potenzieller Umsätze. Umgekehrt wird eine zusätzlich durchgeführte Untersuchung in den meisten Fällen mit 75 bis 100 Prozent vergütet bzw. sie wirkt sich budgeterhöhend im Folgejahr aus. Selbst bei einer Überschreitung bestehender Budgets verbleibt häufig noch eine Vergütung, die je nach Rahmenbedingungen zwischen etwa 10 und 20 Prozent, teilweise sogar bis zu 80 Prozent liegen kann. Darüber hinaus können zusätzliche Leistungen auch positive Effekte auf die zukünftige Budgetentwicklung haben. Die Auswertung weist darauf hin, dass Mehrleistungen in vielen Vergütungssystemen die Grundlage für höhere Budgets in den Folgejahren schaffen können. In jedem Fall sollte individuell geprüft werden, welchen Honorareffekt zusätzliche Untersuchungen zeitigen.

Vor diesem Hintergrund ist es empfehlenswert, MRT-Kapazitäten möglichst durchgehend zu nutzen und personell bedingte Ausfälle aktiv zu kompensieren. Als mögliche Maßnahmen werden unter anderem neue Organisationsformen wie Remote Scanning genannt. Gleichzeitig wird dazu geraten, Budgetfragen nicht ausschließlich kurzfristig zu betrachten, sondern die wirtschaftlichen Auswirkungen über mehrere Jahre hinweg einzubeziehen. Ebenso wichtig sei es, vorhandene Personalressourcen gezielt zu entlasten und möglichst effizient einzusetzen.

Die zentrale Botschaft der Analyse lautet daher: Jede nicht durchgeführte MRT-Untersuchung bedeutet nicht nur einen unmittelbaren Umsatzausfall, sondern kann sich unter Umständen auch auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Praxis in den Folgejahren auswirken.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zur Studie und zum Thema Ausfallkosten durch MRT-Stillstand finden Sie in dem Artikel:
RADiness – Studie zu Kosten-Nutzen von Remote Scanning.

Einschätzungen einer erfahrenen Remote MTR aus dem RADiness-Team bezüglich Notfall-Übernahme von MRT-Scans bei kurzfristigen Personalausfällen sowie eines regulär ausgelagerten Schichtbetriebs an Remote-Teams, finden Sie hier:
"Wenn Remote Scanning gut integriert ist, profitieren alle."