„So einfach ist das nicht“ - MTRAs nehmen Stellung zum Thema „Knappe Ressource MTRA"

In der letzten Ausgabe des CuraCompact berichteten wir über die Ergebnisse einer netzweiten Umfrage zum MTRA-Mangel. Dieser wurde in den meisten Netzpraxen bestätigt und auf den regionalen Vollversammlungen der Netzradiologen diskutiert. Auch bei den MTRAs im Netz wurde der Beitrag mit großem Interesse gelesen – und erntete von dieser Seite nicht nur Zustimmung.

Im Artikel der letzten Ausgabe CuraCompact wurden verschiedene Ansätze zur Lösung des Problems knapper werdender MTRA-Ressourcen vorgestellt: Von Maßnahmen zur Personalgewinnung über die Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität, um vorhandenes Personal zu binden, bis hin zur Effizienzsteigerung in den Praxen durch Aufgabenumverteilung und den vermehrten Einsatz von MFAs oder gar Branchenfremden. Gerade diesen letzten Punkt wollten die beiden langjährigen, leitenden MTRAs Ulla Linn und Karin Zamoryn nicht so einfach stehen lassen. „Das sieht aus, als wären Fachfremde unkompliziert und schnell einzuarbeiten und könnten somit MTRAs leicht ersetzen“, so die Kritik der beiden Damen aus dem Team des RadiologieZentrums Mannheim. Die Praxis zeige, dass dies nicht der Fall sei. Die Einarbeitung von MFAs beispielsweise im MRT-Team sei zwar möglich, aber nicht so einfach, da der technische und fachliche Background, den eine MTRA von der dreijährigen MTRA-Schule mitbringt, nicht vorhanden sei. Daher sei die Einarbeitung recht zeitaufwendig. Die Verantwortung läge am Ende doch bei der leitenden MTRA. „Gerade wenn das Personal mal knapp ist, z. B. in Urlaubs- und Krankheitszeiten, sind angelernte MFA mit eher spezialisiertem Wissen nicht so breit einsetzbar wie MTRA, die durch ihre breite Ausbildung Untersuchungen an allen Modalitäten durchführen können.“ sagt Ulla Linn. Sie befürchtet, dass durch eine Ausdünnung des Berufsbilds der Druck auf die einzelne MTRA in der radiologischen Praxis immer höher wird. „Einfach nebenbei den Beruf der MTRA erlernen – so einfach ist das nicht“, ist sich auch Kollegin Karin Zamoryn sicher.

 

Ulla Linn, leitende MTRAUlla Linn, leitende MTRA

Auch die Idee, einen zum Beispiel kaufmännisch vorgebildeten Praxismanager mit nicht medizinischen Aufgaben zu betreuen, um den MTRAs in den Praxen den Rücken für ihre eigentlichen Tätigkeiten frei zu halten, sehen die beiden erfahrenen Kräfte kritisch. „Die Personaleinsatzplanung machen wir heute doch nebenher“, so Ulla Linn, „da braucht man doch keine extra Personalressource dafür“. Trotzdem findet sie die Erfahrungen anderer Praxen, die nicht-medizinische Aufgaben gebündelt und an einen Praxismanager übertragen haben, interessant. Und natürlich sehen beide Damen die Misere, in der sich radiologische Praxen zunehmend befinden und begrüßen auch die Idee des CurAcademy-Curriculums, das zurzeit für die Zielgruppe MTRA und MFA in den Netzpraxen entwickelt wird.

Wir freuen uns, wenn auch Sie – als Radiologin oder Radiologe, als MTRA oder als MFA in einer unserer Netzpraxen – Ihr Statement zu diesem Thema abgeben! Was ist Ihre Meinung – welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer Praxis gemacht? Diskutieren Sie auf unserem Blog CuraCompact.de mit und gewinnen Sie für sich oder Ihr Team ein Stipendium für das MTRA- / MFA-Curriculum 2018!

Teilen Sie Ihren Kommentar bis zum 31. Juli 2017 und kommen Sie in den Lostopf.

Ihre Ansprechpartnerin: Eva Jugel ejucuragita.com