Radiologienetz Strategie 2022

Im Fokus stehen die Themen Digitalisierung, Umgang mit Fachkräftemangel, Praxisstrategie und Netzwachstum. Viele freiberufliche Mitgliedspraxen müssen sich gegenüber dem zunehmenden Wettbewerb durch Betreiberketten profilieren. Unterstützt werden sie vom Curagita-Team als Netzmanager und Dienstleister. Dabei arbeitet das Radiologienetz mit allen Akteuren konstruktiv immer dann zusammen, wenn es um die Zukunft der ambulanten radiologischen Versorgung geht.

Der zunehmende Wettbewerb durch große radiologische Betreiberketten bedarf strategischer Antworten seitens der weiterhin freiberuflichen radiologischen Praxen. Die Vernetzung im Radiologienetz hilft den Mitgliedern, fehlende Größenvorteile auszugleichen, z.B. durch den Verbundeinkauf oder Großkundenrabatte bei Dienstleistungen wie CuraProtect oder im Gerätebereich. 

Auf der letzten Vollversammlung 2021 stellte Dr. Johannes Schmidt-Tophoff den Vorschlag für die Radiologienetz-Strategie 2022 vor. Durch den Verkauf der DeRaG fällt die Geschäftsbesorgung für die Conradia-MVZ bis spätestens Ende 2022 weg. Damit profitieren Netzpraxen künftig noch stärker von den Betreibererfahrungen des gesamten Curagita-Teams. Diese reichen von der Praxisbewertung über Verhandlungsführungen mit potenziellen Kooperationspartnern/Praxis-Käufern bis zur Abrechnungskompetenz und der tatkräftigen IT-Betreuung rund um die Uhr.

Thema Nummer 1: Es fehlen allerorts ärztliche und nichtärztliche Ressourcen

Der Fachkräfte- und Nachfolgermangel wurde bereits auf dem Radiologentag als akuter Engpass benannt. Auch hier müssen die mittelständischen Freiberufler sich gegen bundesweit aufgestellte Groß-Arbeitgeber behaupten, die teilweise mit eigenen Schulen und Karriereperspektiven durch Management- oder Spezialisten-Laufbahnen ehrgeizige Leistungsträger auf dem Arbeitsmarkt anlocken. Netzmanagerin Eva Jugel stellte hier gleich drei Netzprojekte zur Abstimmung, die helfen könnten, die Mangelsituation besser zu bewältigen: 

  1. eine offene Petition für die Erlangung der Fachkunde für Strahlenschutz für MFA, um künftig Bereitschaftsdienste auch mit deren Hilfe zu stemmen; 
  2. ein Netzprojekt zur Rekrutierung ausländischer MTRA; 
  3. eine Employer Branding-Kampagne mit eigenem Netzlabel „Jobs mit Durchblick“. 

 

Über die Umsetzung dieser Projekte stimmten die Netzmitglieder online bis Ende Januar ab. Für die geplante Open Petition stimmten fast alle Umfrageteilnehmer, obgleich sich alle im Klaren darüber sind, dass es sich um das Projekt mit der geringsten Erfolgswahrscheinlichkeit handelt (siehe auch Artikel Open Petition S. 35). Mehr Praxen interessierten sich für ein gemeinsames Rekrutierungsprojekt ausländischer MTRA. In der Summe schätzten sie ihren jährlichen Bedarf für die nächsten drei Jahre auf ca. 25 zu rekrutierende Kräfte. Dieses Projekt wird weiter vorangetrieben, erste Gespräche mit Recruiting-Organisationen laufen bereits. Employer Branding ist ein wichtiges Thema für viele Praxen. Ein gemeinsames Netzlabel fanden in der Umfrage jedoch nur einige wenige interessant, so dass diese Entwicklung zunächst zurückgestellt wird. Trotzdem beherrscht das Thema die Praxismanager-Treffen, wo verschiedene Einzelaspekte bereits diskutiert bzw. Best Practices ausgetauscht wurden.

Radiologienetz: So kann das Netz den Mitgliedspraxen nutzen!

Bereits 2022 werden die Weichen für zahlreiche geplante Erweiterungen und Neuerungen gestellt: Ab Sommer geht die überarbeitete Radiologienetz-Internet-Präsenz als digitales Mehrwert-Portal online. Im ersten Schritt finden Mitglieder dort alles, was sie über das Radiologienetz oder vom Radiologienetz wissen wollen unter einer Adresse und leicht auffindbar. Später ist dann der Aufbau eines Bereichs „Meine Praxis“ geplant mit einem Praxisdashboard und vielen Optionen, die die Zusammenarbeit im Netz immer effizienter und effektiver machen sollen. Seit Januar gibt es einen neuen Curagita-MTRA-Pool zur Fernsteuerung von Großgeräten (Remote Scanning), um den Fachkräftemangel in den Praxen mit einer innovativen Dienstleistung abzufedern. 

Man konnte Aufbruchsstimmung im Curagita-Team zum Jahresbeginn 2022 spüren. Das Team ist dabei, sich zu verstärken. Die Netzformate werden digitaler. Das Printmagazin CuraCompact wird ab diesem Jahr nur noch zweimal jährlich in die Praxen flattern und stattdessen um einen monatlichen E-Mail-Newsletter ergänzt. Weiterhin ist ein YouTube-Format in Planung.

Die Vollversammlungen, die in den letzten zwei Jahren online stattfanden, werden auf diesem Weg fortgesetzt, um weiter alle interessierten Netzmitglieder bundesweit teilhaben zu lassen. Das Ganze wird flankiert von Webinaren und Online-Workshops der CurAcademy. Wobei hier die Netzmanagerin Eva Jugel hofft, 2022 auch wieder wenigstens hybride Formate anbieten zu können. „Fest geplant ist ein Vor-Ort-Treffen am 19. November in Heidelberg beim Radiologentag“, sagt sie. Und auch der Praxismanager-Austausch am 30. Juni ist zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses als hybrides Treffen (online und in Heidelberg) geplant.

Last but not least hängt der Erfolg der Netzstrategie auch davon ab, inwieweit der Netzgedanke „Gemeinsam sind wir stärker als alleine“ bei den Akteuren in den radiologischen Mitgliedspraxen verfängt. Nur wenn auch die junge Generation in den Praxen das Netz, das die Vorgänger vor zwanzig Jahren aufgebaut haben, für sich nutzbar macht – sicher in anderer Form und mit anderen Schwerpunkten heute, werden sich Netz- und damit Praxiserfolge einstellen. Der eine oder andere jüngere Radiologe hat sich bereits aus der Deckung gewagt und die vorhandene Expertise angefragt, sei es im Online-Marketing oder in der KV-Abrechnung oder wie kurz vor Silvester in der Moderation eines möglichen KI-Ventures. 


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Johannes Schmidt-Tophoff

jstcuragita.com