Neue Manpower für die Gerätesteuerung aus der Ferne

Das Remote Scanning Team der Curagita formiert sich. Weitere Praxen haben die Verstärkung von außen getestet und schätzen gelernt. Seit vergangenem Herbst gehört MTR Alexander Hubmer zum Team der Festangestellten. Über sein Arbeitsumfeld und die Veränderungen durch die Tätigkeit der Fernsteuerung sprach der gebürtige Österreicher mit uns. 

 

Herr Hubmer, wie haben Sie die ersten Monate in der Remote Scanning Unit erlebt, so ganz ohne persönlichen Patientenkontakt vor Ort?

A. Hubmer: Für mich bedeutete der Eintritt in das Remote Scanning Team keinen harten Bruch mit meiner bisherigen Tätigkeit. Vieles bleibt ja gleich. Daher war es eher ein gleitender Übergang. Die große Veränderung ist, dass man nicht vor Ort direkt mit den Patienten spricht. Ich sehe aber für mich eher einen Vorteil darin, dass der Arbeitstrubel einer Praxis oder eines Krankenhauses während der Messungen wegfällt und ich mich viel stärker auf die Untersuchungen konzentrieren kann.

 

Wie sieht denn die tägliche Zusammenarbeit zwischen Praxis- und Remote-Team konkret aus?

A. Hubmer: Während ich mich komplett auf den technischen Teil der Untersuchung konzentrieren kann, kümmert sich die Kollegin vor Ort in Hamburg um die Patienten, also die Vorbereitung und die korrekte Lagerung. Diese Arbeitsteilung finde ich super, ist mir aber nicht ganz unbekannt, denn ich habe dieses Vorgehen schon von einigen Praxen ohne Remote Scanning erlebt. Der Unterschied ist daher hauptsächlich die Art und Weise, wie wir im Team miteinander kommunizieren. Entweder nutzen wir die Chatfunktion des Systems oder wir sprechen uns direkt am Telefon ab. Da wir für die Praxis, für die ich zur Zeit vorwiegend im Einsatz bin, inzwischen ein eingespieltes Team sind, sind die Absprachen mit der Kollegin vor Ort fast so nahtlos, als wenn wir uns beide physisch in der Praxis befänden.

 

Was sind typische Untersuchungen, die Sie über Fernsteuerung durchführen?

A. Hubmer: Über Remote Scanning können quasi alle Untersuchungen durchgeführt werden. Einen gewissen Vorbehalt bei komplexeren Untersuchungen kann ich zum aktuellen Zeitpunkt verstehen, weil die Art der kooperativen Untersuchung über remote arbeitende MTR bisher noch nicht von der breiten Masse angewendet wird. Wirklich zu begründen sind diese aber nicht. Theoretisch kann fast alles am Virtual Cockpit gesteuert werden. Derzeit mache ich hauptsächlich orthopädische und neurologische MRT und finde es großartig, dass sich radiologische Praxen über externe Fernsteuerung Spezialisten für bestimmte Untersuchungen dazuholen können, wenn diese im eigenen Personal nicht vorhanden sind. Aber auch Urlaubsvertretungen sind ein wichtiges Thema, wo wir einspringen. 

 

Wie gehen Sie dann auf die Spezifika der Praxen bei Untersuchungsabläufen und Einstellungen der Geräte ein?

A. Hubmer: Da ich derzeit nur einen einzigen Standort über unser Virtual Cockpit abdecke, ist es für mich momentan nicht allzu herausfordernd. Meine Praxis hat ihre Untersuchungsprotokolle ziemlich exakt abgespeichert und Veränderungen beschränken sich daher auf ein Minimum. Meines Erachtens ist das aber auch bei der Versorgung mehrerer Praxen gut machbar – Voraussetzung ist dabei natürlich, dass auf die jeweiligen Untersuchungsprotokolle zugegriffen werden kann.

 

Wie viele Untersuchungen führen Sie pro Tag / pro Woche durch?

A. Hubmer: Ganz sicher bin ich mir nicht, aber es sind schätzungsweise um die 30 Untersuchungen pro Tag. Da ich durch meine Teilzeitstelle variable Arbeitstage habe, kann ich dies nur hochrechnen auf circa 70 MRT pro Woche.

 

Gibt es denn bei der räumlichen Trennung auch noch Zeit für Small Talk mit den Kollegen in der kooperierenden Praxis?

A. Hubmer: Ja natürlich, den gibt es schon. Amüsant finde ich, dass ich mich derzeit mit den Kollegen vor Ort darüber austausche, was man sich gegenseitig als Sehenswürdigkeiten empfiehlt. Ich bekomme so gesehen Insiderempfehlungen für Stadtbesuche frei Haus und freue mich, irgendwann auch mal die Städte zu bereisen. Sie merken also: Der soziale Kontakt ist durchaus vorhanden, nur etwas anders von den Themen her.

 

Vielen Dank für die Einblicke in Ihre Arbeit und alles Gute weiterhin.

Das sagen die Praxen über das Verbundprojekt

„Remote Scanning funktioniert bei uns in Mannheim sehr gut“, sagt Dr. Rüdiger Arndt aus dem Radiologiezentrum Mannheim. Die Mitgliedspraxis lässt bereits zwei MRT-Geräte durch Curagita fernsteuern, ein drittes ist in Planung. Das Curagita-Remote-Team übernimmt die Untersuchungen ganzer Schichten aus der Ferne. Die Mitarbeiter der Praxis, die das Lagern der Patienten vor Ort übernehmen, wurden dabei u.a. auch von den Remote-MTRAs ausgebildet. „Remote Scanning ist für uns in Zeiten zunehmenden MTRA-Mangels ein sehr wertvolles Verbundprojekt und trägt dazu bei, dass wir das Untersuchungsangebot trotz Personalmangel halten bzw. ausbauen können“, konstatiert er.