Netzprojekt Lungenkrebsscreening (LCS): Sind Sie dabei?

Seit 1. Juli 2024 dürfen unter exakt definierten Umständen (nachzulesen in der LuKrFrühErkV vom 17.5.24) CT-Untersuchungen zur Früherkennung von Lungenkrebs bei rauchenden Personen mit einem bestimmten Risikoprofil durchgeführt werden.

Bis zu einer Entscheidung durch den GBA müssen die Kosten für die Untersuchung durch die Untersuchungsteilnehmer übernommen werden. LCS mittels Low Dose CT (LDCT) ist somit ab sofort durchführbar als IGeL bzw. Privatleistung innerhalb des definierten Rahmens. Der GBA berät sich bereits bezüglich Aufnahme in den EBM und ist grundsätzlich positiv. Er hat maximal 18 Monate Zeit, mit einer Entscheidung wird bereits im nächsten Jahr gerechnet, die Prüfung zur Einführung als Kassenleistung nach § 25 SGB sollte bis 2026 erfolgen. Dann wird beschlossen, ob und wie hoch die Leistung als Früherkennung für GKV-Versicherte vergütet wird und ob dies extrabudgetär erfolgt (analog Mammascreening).

Seit Jahresbeginn ist eine Curagita Task Force mit Prof. Dr. Hans-Ulrich Kauczor (Chefradiologe Uniklinik Heidelberg/Leitung des europäischen SOLACE-Projekts, das sich mit der länderübergreifenden Vereinheitlichung des Lungenschreenings befasst) und Prof. Dr. Claus Peter Heußel (Chefradiologe Thoraxklinik Heidelberg/ zertifiziertes Lungenzentrum) über die Organisation eines bundesweiten Lungenscreenings in Austausch. Die sehr konstruktiven Gespräche führten zur Idee eines Netzprojekts Lungenkrebsscreening (LCS), das bereits jetzt schon starten könnte.

Chancen trotz niedriger Teilnahmequoten

Anfangs ist mit nur bescheidenen Teilnehmerquoten bei dieser Selbstzahler-/Privat-Untersuchung zu rechnen. Trotzdem ermutigen internationale Erfahrungen mit stabilen Teilnahmequoten eine rechtzeitige Aufstellung interessierter Praxen zu diesem Thema und ein gemeinsames Vorgehen im Rahmen eines Netzprojekts, um die erheblichen Kommunikationskosten zur Schaffung einer Awareness in der Zielgruppe zu stemmen. Dabei ergeben sich durch das Netzprojekt Chancen für Praxen, die eine Teilnahme attraktiv machen:

 

  • Durch „Early Entry“ können Erfahrungen gewonnen und Prozesse frühzeitig aufgebaut und etabliert werden, um zum Start eines Lungenkrebsscreenings für gesetzlich Versicherte, optimal gerüstet und aufgestellt zu sein.
     
  • Ein zügiges, pragmatisch vorwärts gerichtetes Vorgehen im Radiologienetz unter der Führung der darin erfahrenen Curagita hat sich bereits im Mammographie-Screening bewährt und könnte auch hier unterstützen, die Niederlassung als Ersteller und Befunder zu etablieren.
     
  • Mitgliedspraxen kommen durch die Teilnahme am Netzprojekt in eine „Pole Position“ und können mit Erfahrungen im Falle einer noch zu erfolgenden bundesweiten Ausschreibung punkten. Sollte die Praxis später keinen Zuschlag im LCS-Programm bekommen, könnte sie im Rahmen des Netzprojekts weiterhin ein Privat- und Selbstzahler-Screening anbieten.
     
  • Teilnehmende Praxen profitieren durch diese (neue) Spezialisierung und können sich im lokalen/regionalen Umfeld gegenüber Zuweisern und (Privat-) Patienten positionieren (Lungen-Schwerpunkt, Präventionspraxis).
     
  • Als Radiologienetz können wir signifikante Kapazitäten auf den „Markt“ der präventionssuchenden Raucher bringen, die gesehen und gefunden werden und auch kostenseitig gemeinsam einfacher zu stemmen sind als einzelne Praxis-Klinik-Kooperation. Dies gilt insbesondere auch für ein wirksames Marketing/Kommunikationskonzept, um Awareness bei potenziellen Teilnehmern zu schaffen – welches besonders notwendig ist, da es (noch) kein Einladewesen gibt.
     
  • Die Teilnahme am Netzprojekt ist vermutlich von Anfang an mindestens kostendeckend, auch bei einer vorsichtigen Teilnehmerquote von nur einem halben Prozent der Teilnahmeberechtigten. Momentan handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung in Höhe von ca. 280,-€. Daher ist nicht mit erheblichen Umsätzen zu Beginn zu rechnen. Aufgrund der Klientel ist das Programm auch langfristig nicht vergleichbar mit dem Mammographie-Screening und den dortigen Teilnahmequoten (der Referentenentwurf rechnet mit 5%, Prof. Kauczor nannte auf dem Deutschen Röntgenkongress im Mai 10% als Zielquote bei einem für die Teilnehmer kostenneutralen Angebot).
     
  • Durch das Angebot weiterer Leistungen, z.B. Buchung der IGeL Herz KI könnten Klienten in einem Untersuchungsgang mehrere Organe abklären. Das ist für Patienten wie Praxen effizient und wird über die technische Plattform ermöglicht.
     
  • Durch die Ansprache von Krankenkassen versuchen wir, ein bezahltes Screening für Versicherte im Rahmen von Selektiv-Verträgen zu verhandeln, um die Teilnehmerquote schneller hochfahren zu können.

Erfahrungen aus der HANSE Studie nutzen

In Deutschland lief bis vor kurzem die aus dem SOLACE-Projekt finanzierte HANSE-Studie unter der Federführung von Prof. Jens Vogel-Claussen aus Hannover. Seit 2021 wurden dort Personen aus der Zielgruppe an drei Krankenhäusern und in einem Trailer gescreent. Prof. Vogel-Claussen ist Mitglied der entsprechenden Arbeitsgruppe in der DRG und wird über seine Ergebnisse auf dem diesjährigen Radiologienetz-Tag am 16. November in Heidelberg berichten.

Hohe Reichweite durch optimierte Webpräsenz

Während beim Mammoscreening das Teilnehmerpotential bekannt ist und zentral eingeladen werden kann, ist das momentan zumindest bei einem jetzt startenden LCS nicht der Fall. Der Kommunikation kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Curagita hat bereits eine skalierbare Webpräsenz unter der Domain lungenscreening.info konzeptioniert, die folgende Merkmale aufweist:
 

  • Ansprechender Webauftritt/ Corporate Identity inkl. Name und Logo für das Programm
  • Verständliche und umfassende Informationen für die Zielgruppe
  • Selbsttest für die Bestätigung, zur Zielgruppe zu gehören
  • Telemedizinische fachärztliche Beratung, um den Informationserfordernissen des LCS-Prozesses zu genügen
  • Einfacher Zugang zur Terminbuchung bei teilnehmenden radiologischen Praxen
  • Login-Bereich für Ärzte/Praxen mit der Möglichkeit des Uploads/Downloads notwendiger Qualifikationsnachweise, Informationsflyer, Dokumentationen
  • Zuweiserinformationen und Materialabruf für die Auslage in der Praxis
  • Suchmaschinen-Optimierung und (Online-)Vermarktung inkl. Social Media

 

Über die Installation des von Curagita bereits vorinstallierten und getesteten CuraHub (technische Plattform zur Verwendung von Services) in den Teilnehmer-Praxen werden der Zugriff auf die obligatorische Befundungs-KI angefragt: z.B. ContextFlow zu Gruppeneinkaufskonditionen über die im Prostata-Projekt verwendete KI-Plattform. Das Technik/IT Team prüft derzeit Alternativen für die Umsetzung der Erfordernisse der Rechtsverordnung an das technische Backbone (von der Pseudonymisierung über den Datenaustausch bis zu den statistischen Auswertungen). Die Definition des technischen Backbones entstand in enger Abstimmung mit Professor Dr. Claus Peter Heußel von der Thorax-Klinik (zertifiziertes Lungenkrebszentrum) in Heidelberg.

Das Projekt startet, sobald 20 Praxen ihre Teilnahme vertraglich bestätigt haben. Die Kosten werden umgelegt. Je mehr Praxen teilnehmen, desto niedriger ist der Eigenanteil der einzelnen Praxis.

Spätestens ab dem 1. Oktober 2024 soll die Webpräsenz online geschaltet und die Teilnahme beworben werden. Social Media Kampagen werden dies begleiten.

Bis 15. Juli können sich Praxen beim netzmanagementcuragita.com oder dem Projektleiter Artem Krot (krocuragita.com) anmelden. Gerne stellt Hr. Krot die Unterlagen und den Vertragsentwurf zur Verfügung und steht natürlich auch für Fragen und weitere Informationen bereit.

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