Mehr als Bildgebung: Wie sich radiologische Praxen durch Vernetzung und Spezialisierung zukunftssicher aufstellen können – Beispiel MVZ Klinik Dr. Hancken

Der wirtschaftliche Druck auf radiologische Praxen wächst. Fachkräftemangel, steigende Investitionskosten, regulatorische Anforderungen und eine zunehmend differenzierte Patientenversorgung verlangen nach neuen Strategien. Gleichzeitig eröffnet die Medizin immer mehr Möglichkeiten, diagnostische und therapeutische Leistungen eng miteinander zu verzahnen. Erfolgreiche Praxen der Zukunft werden deshalb nicht mehr ausschließlich über ihre Bildgebung definiert, sondern über ihren Beitrag zu kompletten Behandlungspfaden.

Wie ein solcher Weg aussehen kann, zeigt unsere neue Mitgliedspraxis im Radiologienetz, das MVZ Klinik Dr. Hancken in Stade. Aus einer klassischen radiologischen Einrichtung ist über Jahrzehnte ein regionales Kompetenznetzwerk entstanden, das ambulante und stationäre Versorgung miteinander verbindet und Diagnostik, Therapie und Nachsorge unter einem organisatorischen Dach vereint.

Vom Untersuchungszentrum zum Versorgungsnetz

Moderne Patientenversorgung endet nicht mit der Befundübermittlung. Gerade in der Onkologie entscheidet die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen über Geschwindigkeit, Qualität und Therapieerfolg.

Dr. Christoph Hancken hat diese Entwicklung früh aufgegriffen. Mehrere MVZ-Standorte arbeiten eng mit der Fachklinik sowie regionalen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten zusammen. Dadurch entstehen kurze Wege zwischen ambulanter Diagnostik, stationärer Behandlung und weiterführender Therapie. Patienten profitieren von einer koordinierten Versorgung, während gleichzeitig Doppeluntersuchungen und Zeitverluste reduziert werden.

Spezialisierung und Therapie erweitern die Rolle der Radiologie

Ein zweiter Erfolgsfaktor ist die konsequente Spezialisierung. Die Klinik Dr. Hancken setzt mit ihren beiden MVZ Institutionen auf hochspezialisierte medizinische Kompetenzzentren. Besonders sichtbar wird dies in der Onkologie. Hinzu kommen organspezifische Schwerpunkte – beispielsweise in der Brustdiagnostik oder bei Prostataerkrankungen.

Die radiologische Praxis wird nicht mehr ausschließlich als Diagnostikdienstleister wahrgenommen, sondern als medizinischer Partner entlang des gesamten Krankheitsverlaufs.

Ein wesentlicher Baustein der Diversifikation ist der Ausbau therapeutischer Leistungen. Minimalinvasive Eingriffe, Schmerztherapien oder gefäßmedizinische Behandlungen erweitern das klassische Leistungsspektrum erheblich.

Noch deutlicher wird dies in der Onkologie. Dort verbindet die Klinik Dr. Hancken bildgebende Diagnostik mit medikamentöser Tumortherapie, Strahlentherapie, nuklearmedizinischen Therapien und palliativer Versorgung. Damit entsteht ein integrierter Behandlungspfad, bei dem Patienten möglichst viele Leistungen wohnortnah aus einer Hand erhalten können.

Diese Entwicklung verändert zugleich die wirtschaftliche Basis einer Praxis. Zusätzliche therapeutische Angebote schaffen neue Erlösquellen und machen Einrichtungen unabhängiger von einzelnen diagnostischen Leistungsbereichen.

Trotzdem blickt Dr. Christoph Hancken nicht nur positiv in die Zukunft: „Der Ansatz, die Radiologie eng mit der Onkologie zu vernetzen, hat sich in unserem Unternehmen als ausgesprochen erfolgreich erwiesen und wesentlich zu einer optimierten Versorgung unserer Patientinnen und Patienten beigetragen. Die Möglichkeit, Untersuchungen kurzfristig zu terminieren, interventionelle Eingriffe und Diagnostik unter einem Dach anzubieten sowie sämtliche relevanten diagnostischen und therapeutischen Informationen innerhalb einer Institution verfügbar zu haben, führt zu einer hohen Effizienz und einer ausgezeichneten Versorgungsqualität. Von dieser Struktur profitieren jedoch nicht nur die Patientinnen und Patienten selbst. Auch die gesetzlichen Krankenkassen können durch eine derart koordinierte und sektorenübergreifend organisierte Versorgung erhebliche Kosten einsparen. Ob dieses Modell allerdings geeignet ist, die gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen des neuen GKV-Stabilisierungsgesetzes aufzufangen, wage ich zu bezweifeln. Die aktuellen Herausforderungen gehen weit über das hinaus, was sich durch strukturelle Optimierungen allein kompensieren lässt.“

Die politische Unsicherheit sowohl im GKV- als auch im PKV-Bereich beschäftigen alle Radiologen und Radiologinnen, unabhängig von der Praxisgröße und Spezialisierung. Rahmenbedingungen werden gesetzt und können wenig bis gar nicht beeinflusst werden.

Die Entwicklung der Klinik Dr. Hancken mit ihren angebundenen MVZ-Einrichtungen zeigt, dass konsequente Vernetzung, Spezialisierung und der Ausbau therapeutischer Kompetenzen eine tragfähige Antwort auf die Herausforderungen der ambulanten Radiologie sein können. Gleichzeitig macht das Beispiel deutlich, dass ein solches Modell Zeit, Kapital, unternehmerischen Mut und passende Partner benötigt. Es ist daher weniger eine Blaupause als vielmehr eine Inspiration: Nicht jede Praxis muss zur onkologischen Praxisklinik werden – aber jede radiologische Einrichtung sollte sich die Frage stellen, welche Rolle sie künftig im Behandlungspfad ihrer Patienten einnehmen möchte.

 

Bild: © Klinik Dr. Hancken GmbH