Die Stellenanzeige – wichtiger Baustein auf der Suche nach Fachkräfte

Diagnose: Fachkräftemangel! 

Wohl fast alle radiologischen Praxen leben nun bereits eine Weile mit dieser Situation und der damit einhergehenden schwierigen Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dieser Prozess ist aufwendig und langwierig. Es fehlt an Bewerbungen oder einem guten Lebenslauf. 

Eine erfolgversprechende Stellenanzeige ist Teil des inzwischen notwendigen Personalmarketings, das darauf abzielt, die richtigen Leute so anzusprechen, dass sie sich interessieren. Dies ist gar nicht so einfach, denn in der Regel steht die eigene Stellenanzeige in Konkurrenz zu vielen anderen Stellenanzeigen im selben Medium (Zeitung, Online-Portal) und zum anderen muss die Aufmerksamkeit, die der Anzeige gewidmet wird, dazu führen, dass potenzielle Kandidaten einen positiven und gleichzeitig authentischen Ersteindruck von der Praxis und dem künftigen Arbeitsplatz erhalten. Last but not least sollten schon in der Stellenanzeige Erwartungen formuliert werden, um Enttäuschungen und Zeitverschwendung auf beiden Seiten zu vermeiden. Welche Vorüberlegungen sollten nun in die Stellenanzeige unbedingt einfließen?

Wer wird gesucht?

Ein kurzer und prägnanter Job-Titel wie „Medizinisch-Technische Radiologieassistenz (MTRA) (m/w/d)“ reicht im Normalfall bereits aus. Wenn Sie auf der Suche nach Fachkräften mit Spezialqualifikationen sind, ist es empfehlenswert, dies mit einzubinden – dazu gehören z.B. spezielle Qualifikationen (Mammographie-Screening) oder bestimmte Fachbereiche wie die Nuklearmedizin. Darüber hinaus gehört das „Gendern“ inzwischen zum guten Ton einer modernen Praxis, man sollte geschlechtsneutral ausschreiben und damit dem AGG (Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz) genügen, z.B. „Medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) (m/w/d)“.

Was zeichnet die Praxis aus?

Sicherlich sind Sie sich bewusst, was Ihre Praxis besonders macht. Dies gilt es, in der Stellenanzeige auch zukünftigen Mitarbeitenden zu vermitteln. Was macht die Praxis als Arbeitgeber aus, was sind zentrale Elemente der Praxiskultur, welche Umstände im Praxisumfeld sind positiv hervorzuheben? Beispiele mit Aussagekraft sind etwa:

  • moderne Großstadtpraxis
  • traditionsreiche Praxis
  • digitalisierte High-Tech-Praxis
  • interdisziplinäre Umgebung im Ärztehaus bzw. Krankenhaus XY

Letztendlich kann auch durch den Stil oder die gewählte Tonalität – eher förmlich oder eher locker – in der Anzeige schon ein bestimmtes Praxisimage transportiert werden.

Die freie Stelle

Die künftigen Aufgabengebiete sollten in kurzen und präzisen Stichpunkten zusammengefasst werden. Werden Allrounder oder Spezialisten gesucht? Welche interessanten Herausforderungen und besonderen Aspekte bietet der Job? Bei Teamleitungen sollte der Verantwortungsumfang beschrieben werden. Welche und wie viele Bereiche sind zu führen, was genau gehört zu den Führungsaufgaben? Gibt es Entwicklungsmöglichkeiten? 

Der oder die Richtige

Die ausgeschriebene Stelle benötigt nun einen perfekten Kandidaten oder Kandidatin. Auch in Zeiten von Demut und Bescheidenheit aufgrund des leer gefegten Arbeitsmarkts ist es sinnvoll, für den Job notwendige Qualifikationen in Stichpunkten zu notieren, sodass Interessierte die Liste mit einem Blick erfassen und schnell feststellen können, ob sie geeignet sind. Je kürzer die Liste der „Must-Haves“ (dringend benötigte Qualitäten) und je länger die Liste der „Add Ons“ (wünschenswerte Zusatzqualifikationen), desto breiter ist der Funnel möglicher Kandidaten, die die Mindestanforderungen erfüllen.

Benefits

Neben einem „überdurchschnittlichen Gehalt“, „Bonusleistungen“, „Weihnachtsgeld“ oder ähnlichem gibt es eine Reihe von Benefits, die Sie erwähnen sollten. Dazu gehören beispielsweise top modern ausgestattete Arbeitsplätze, regelmäßige Weiterbildungen, gemeinsame Ausflüge und die Möglichkeit zur (zeitlichen/örtlichen) Flexibilisierung. Gerade Letzteres ist in Zeiten von zunehmender Attraktivität der Work-

Life-Balance und des Homeoffice ein Bereich mit zunehmender Bedeutung auch für radiologische Praxen.

Absender/Kontaktmöglichkeiten 

Zur Vorabinformation sollte jemand mit Kontaktdaten bereitstehen, der informiert, gut erreichbar und offen bzw. freundlich ist. Immerhin handelt es sich um den ersten Kontakt mit der Praxis, der zunächst einen ersten Eindruck beim Bewerbenden prägt. Inzwischen ist es durchaus üblich, die Bewerbungen nur noch via E-Mail anzunehmen. Papierlos ist State-of-the-Art.

Zwischenfazit: 

Die Beschäftigung mit der Stellenanzeige, sowohl inhaltlich als auch gestalterisch, ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Übermotivierte sollten dabei bedenken, dass manchmal weniger auch mehr sein kann. Eine Möglichkeit besteht darin, Aufmerksamkeit zu wecken, ohne dass die Anzeige textlich überlastet wirkt, und auf der eigenen Webseite Mehrinformationen über einen QR-Code zum Scannen bereitzustellen. Auch hier sind die Verantwortlichen herausgefordert, das richtige Maß auf der ersten sichtbaren Ebene festzulegen.


Schaltung/Veröffentlichung der Stellenanzeige

Damit eine Stellenanzeige die gewünschten Empfänger erreicht, ist es empfehlenswert, sie vielseitig zu verbreiten. Die Grundlage bildet zunächst die Praxis-Website. Dort kann man die Anzeige ausführlich hinterlegen. Am besten leicht auffindbar, z.B. unter einem eigenen Navigationspunkt Jobs. Eher grafische bzw. bildlastige Kurzversionen sind dagegen für die sozialen Medien sinnvoller. Einige Praxen nutzen bereits Facebook und Instagram mit guten Erfahrungen, insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe. 

Eine bewährte Strategie ist es, relevante Keywords zu nutzen, damit die Stellenanzeige über Google von mehr Interessierten gefunden wird. Dazu verwendet man am besten geläufige Synonyme und Wortgruppen, die bei der Jobsuche noch genutzt werden könnten. Beispielsweise kann der Praxisstandort eingebunden werden. Oder man nutzt statt „Arbeit in der Praxis …“ genauere Angaben wie „Arbeit in der radiologischen Praxis“. 

Darüber hinaus gibt es zahlreiche kostenlose Möglichkeiten der Veröffentlichung, etwa die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit oder die wohl größte Online-Jobbörse indeed.com. Bei letzterer kann man durch die Buchung einer Premium-Anzeige, bei der es nur dann zu einer Zahlung kommt, wenn diese angeklickt wird, mit einem kleinen Budget einsteigen. Weitere bekannte Online-Portale sind Stepstone.de oder Monster.de. 

Falls die Möglichkeit besteht, sich an virtuellen oder richtigen Schwarzen Brettern von MTRA- und/oder Berufsschulen zu präsentieren, ist das natürlich auch eine zielgenaue Möglichkeit, den oder die Richtige zu finden. Insbesondere bei der Suche nach MFA ist zudem die regionale Reichweite von Printmedien nicht zu unterschätzen. Übrigens: Die Stellenanzeige in Printmedien wirkt natürlich über den Arbeitsmarkt hinaus und hinterlässt einen Eindruck bei allen Zeitungslesern und damit (potenziellen) Patienten und Zuweisern. Außerdem wird sie in der Regel auch in der Online-Ausgabe des Mediums eingestellt.

Viele Praxen machen aus der Stellenanzeige ein Wartezimmerplakat oder einen kleinen Flyer zum Mitnehmen. Auch hier kann man wieder bildlastig arbeiten und textlich nur Kernaspekte erwähnen und für die weiteren Informationen über QR-Code oder Shortlink auf die Praxis-Website weiterleiten. 

Fazit:

Am Ende ist es ein Zusammenspiel von ansprechender Stellenanzeige und guter bzw. vielfältiger Platzierung, das dann zu tatsächlichen und erfolgversprechenden Bewerbungen führt. Wichtig ist, dass jemand in der Praxis für das Thema verantwortlich zeichnet und sich die Zeit nimmt, die skizzierten Überlegungen für die Praxis zu machen, bevor dann zügig zur Tat geschritten wird. Und es kann durchaus sinnvoll sein, sich extern unterstützen zu lassen, damit die Stellenanzeige textlich und grafisch optimal rüberkommt.


Wie Sie neue Mitarbeitende bestmöglich in Ihr Team integrieren lesen Sie in unserem Beitrag Onboarding ist mehr als „Willkommen im Team“

Ihre Ansprechpartnerin

Eva Jugel

ejucuragita.com