„Die Bäcker leiden“ – und die Radiologen?

Berufspolitik bedeutet, Interessen zu vermitteln und durchzusetzen. Wer die Medienberichterstattung verfolgt, kommt derzeit nicht umhin, die Notlage des Bäckerhandwerks zur Kenntnis zu nehmen. Hut ab! Hier ist es einer Berufsgruppe gelungen, im Konzert der Notleidenden ein Solo zu spielen. Es wird nicht zu ihrem Nachteil sein. Und was macht die Radiologie?

Die Zeitenwende trifft nicht nur das Handwerk. Auch das Umfeld für die radiologische Leistungserbringung hat sich in den letzten Monaten deutlich verschlechtert – ohne Zutun der Radiologinnen und Radiologen: Die Inflation sorgt dafür, dass die mit Verzögerung eingehenden Schlussrechnungen bereits entwertet sind, während die steigenden Kosten vorfinanziert werden müssen. Gestiegene Zinsen machen Gerätefinanzierungen teurer. Personalmangel führt zu leichter durchsetzbaren Gehaltsforderungen der Mitarbeiter. Gestiegene Energiekosten können nicht durch Mehrarbeit ausgeglichen oder durch Gerätestilllegungen eingespart werden. Gestörte Lieferketten reduzieren die Verfügbarkeit von Verbrauchsmaterial und Ersatzteilen. Die Gerätehersteller erhöhen die Service-Preise, ohne dass die Vergütung Schritt halten könnte. Die Liste ließe sich fortsetzen. Die bildgebende Diagnostik ist nicht weniger gefährdet als das tägliche Frühstücksbrötchen. Nur: Darüber wird nicht gesprochen! 

Das Radiologienetz setzt sich ein

Radiologiepraxen sind nicht wehrlos! Sie müssen nur aktiv werden. Vor Ort und konkret. Der Fachbeirat des Radiologienetzes hat deshalb auf dem Radiologentag ein Maßnahmenbündel beschlossen. Mitglieder sollten nun dringend und schnellstens entscheiden, sich an diesen Maßnahmen zu beteiligen.

Was ist geplant? Es sind zwei ganz einfache Schritte:

1. Information der Bundestagsabgeordneten in den Wahlkreisen:

Das Radiologienetz ist in rund 90 von 299 Wahlkreisen vertreten. Bundestagsabgeordnete sind in Sprechstunden ansprechbar. Wenn alle Mitgliedspraxen mit den Bundestagsabgeordneten ihrer Wahlkreise Kontakt aufnehmen, erreichen wir rund 30% des Gesetzgebers – partei- und fraktionsübergreifend! Der Engpass: Nicht jeder Praxisinhaber hat Zeit, solche Gespräche zu vereinbaren, vorzubereiten, zu dokumentieren oder nachzubereiten. Genau hier unterstützt Curagita: Wir vereinbaren für Mitglieder einen persönlichen Termin mit ihren Bundestagsabgeordneten. Zudem erstellen wir (thematisch koordiniert durch den Fachbeirat und einheitlich im ganzen Netz) Argumentationsgrundlagen und Gesprächsvorlagen, die den Abgeordneten vorgestellt werden können – gerne auf dem Briefpapier Ihrer Praxis oder neutral im Namen des Netzes. Natürlich sind diese Argumentationen auch für die Kommunikation mit anderen externen Multiplikatoren wie Presse oder Patientenverbänden nutzbar.

2. Information der Patienten im Wartezimmer:

100 Patienten in 80 Wartezimmern an 200 Tagen: Im Radiologienetz können wir vielleicht nicht 1,6 Millionen Menschen pro Jahr erreichen, aber auch eine Million wäre bereits so viel wie die verkaufte Auflage der Bild-Zeitung und rund 200.000 mehr als die Frankfurter Allgemeine Zeitung! Ein großes Potenzial, das auch qualitativ kaum interessanter sein könnte: Diese Menschen gehören allen demographischen Gruppen (Alter, Bildung, Einkommen, politische Orientierung etc.) an, sind am guten Funktionieren der Radiologie interessiert (und zwar am besten noch am selben Tag) und haben in den meisten Fällen 15 Minuten Zeit, um sich mit unseren Themen zu beschäftigen (statt mit den Themen aus den Boulevard-Blättern des Lesezirkels). Genau hier unterstützt Curagita: Wir stellen Ihnen zweimal pro Jahr Inhalte zur Verfügung (thematisch koordiniert durch den Fachbeirat und einheitlich im ganzen Netz) und bereiten diese für Ihre individuellen Praxismedien auf: Wartezimmeraushang, Infoblatt für jeden Patienten, Beiträge für Ihr Wartezimmer-TV (sofern technisch realisierbar), Content für Ihre Praxishomepage oder Ihre Social Media-Kanäle – Sie entscheiden selbst, in welcher Form wir die Inhalte des Netzes für Sie aufbereiten.

Eine grobe Kalkulation zeigt, dass diese Leistung bei einer Mindestteilnehmerquote von 20-25 Praxen und einem jährlichen Kostenbeitrag von 1.000 € (zzgl. gesetzl. MwSt.) möglich ist. Die ersten Praxen haben sich bereits angemeldet. Wir bitten Sie auch im Namen des Fachbeirates um Anmeldung, telefonisch oder per Mail an netzmanagementcuragita.com oder direkt hier.