Praxis-Hack: Pinktober in der Ortenau
Das Radiologie Team Ortenau stellt mit Dr. Hendrik Baitsch und Ingeborg Krügel gleich zwei programmverantwortliche Ärzte und bietet Mammographie-Screening in Lahr, Baden-Baden, Freudenstadt und Offenburg an. Zusätzliche Fahrt bekommt das Thema darüber hinaus wahrscheinlich noch in diesem Jahr durch die Erweiterung des Kreises der teilnahmeberechtigten Frauen.
Eine entsprechende Empfehlung an den Gemeinsamen Bundesausschuss hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bereits im letzten Jahr ausgesprochen. Zuvor wurde eine Nutzenbewertung des Screenings für die infrage kommenden Altersgruppen (Frauen von 45 bis 49 und von 70 bis 74 Jahren) vorgenommen.
Während sich also die beteiligten Screening-Einheiten deutschlandweit bereits jetzt um die Ausweitung ihrer Kapazitäten (Räume, Geräte, Personal) Gedanken machen, geht es im nächsten Schritt auch um die Aktivierung der Teilnahmeberechtigten. Gerade zu Beginn des Screenings vor inzwischen rund 15 Jahren wurde viel in Öffentlichkeitsarbeit investiert, um das Programm bekannt zu machen und die Teilnahmequote durch die anfängliche Aktivierung von sogenannten Selbsteinladerinnen zu fördern. In den meisten Screening-Regionen ist das Programm inzwischen recht gut etabliert. Trotzdem ist es kein Selbstläufer und die Verantwortlichen bleiben in der Regel kontinuierlich am Ball, um die Teilnahmeberechtigten zu erreichen und zu motivieren.


So auch unsere Mitgliedspraxis Radiologie Team Ortenau, die im letzten Herbst gute Erfahrungen mit ihrer Aktion Pinktober gemacht hat. Seit Jahren gilt gesundheitstechnisch der Oktober als der „Brustkrebsmonat“. Viele Selbsthilfegruppen und Mediziner nutzen das Motto, um relevante Themen für Frauen entsprechend zu kommunizieren. Die „pinkfarbene Schleife“ hat sich inzwischen als Symbol mit Wiedererkennungswert etablieren können. Dr. Achim Kircher ist stellvertretender programmverantwortlicher Arzt und verantwortet die Öffentlichkeitsarbeit im Ärzteteam. Er hat den „Pinktober“ in der Ortenau aus der Taufe gehoben und berichtet: „Wir haben eine relativ groß angelegte ‚Pinktober-Aktion‘ anlässlich des Awareness-Monats für die Brustkrebs-Früherkennung in Kooperation mit dem hiesigen Brustzentrum organisiert und umgesetzt. Unsere Grafik-Agentur (mit Spezialisierung im Bereich Fassadentechnik) hat dafür eine große pinkfarbene Schleife am Lahrer Rathaus samt Früherkennungs-Banner installiert. Als Schirmherrin konnten wir die ehemalige Speerwurfweltmeisterin Christina Obergföll gewinnen, die uns auch zukünftig im Mammographie-Screening unterstützen wird. Mit der medialen Aufarbeitung waren wir ebenfalls zufrieden!
Hier waren wir in den örtlichen Zeitungen vertreten, Social Media natürlich auch, wobei für uns im eher ländlichen Bereich die örtlichen Zeitungen noch eine zentralere Rolle bei unserer Zielgruppe darstellen.“ Natürlich dient eine solche Aktion in erster Linie dazu, mehr Frauen auf das Thema Früherkennung aufmerksam zu machen. Schön wäre es, wenn sich dies dann auch mittelfristig in höheren Teilnahmequoten beim Screening niederschlägt. Durch die Ärztepräsenz bei den verschiedenen Pinktober-Veranstaltungen konnten sich Dr. Kircher und seine Kollegen zudem als regionale Mamma-Diagnostik-Experten präsentieren. Insgesamt also auch positive Imageeffekte für die gesamte Praxis, konstatiert er zufrieden und wird das Ganze in diesem Jahr wiederholen, diesmal nicht nur in Lahr, sondern auch in Offenburg.
Wir planen die Gruppenbeschaffung von Mammografie-geräten im Radiologienetz.


