Urothelkarzinom des oberen Harntrakts

Der Urologe, Vol. 59, Oktober 2020, S. 1265-1275

A.J. Gross et al., Barmbeck

Das Urothel-Karzinom des oberen Harntrakts (UTUC) macht 5% bis 10% aller urothelialen Karzinome aus. Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol- und Analgetika-Abusus. Erste diagnostische Maßnahme ist die CT-Urographie, die eine Sensitivität von ca. 75% aufweist. Eine Option ist die Ureterorenoskopie mit der Möglichkeit einer Biopsie. Eine Zystoskopie ist immer erforderlich. Operativ ist die offene Nephroureterektomie der Goldstandard. Zur Nachuntersuchung gehören Zystoskopie, CT-Urographie, CT-Thorax zunächst alle sechs Monate. Die Fünf-Jahresüberlebensrate beträgt für pT2/pT3-UTUC weniger als 50%, für pT4-UTUC weniger als 10%.

Das Urothel-Karzinom des oberen Harntrakts (UTUC) ist selten (2/100.000) und macht 5% bis 10% aller urothelialen Karzinome aus, wobei Nierenbecken-Karzinome doppelt so häufig vorkommen wie Harnleiter-Karzinome. Als Risikofaktoren gelten Rauchen, Alkohol- und Analgetika-Abusus. Dazu kommt im asiatischen Raum die Aristolochiasäure, die in einigen Kräutern enthalten ist. Durch Mutationen von speziellen DNA-Proteinen, die verantwortlich sind für ein Lynch-Syndrom, kann es ebenfalls zu einem UTUC kommen. Metastasen zeigen sich in abdominalen Lymphknoten und hämatogen in Lunge, Leber, Skelett und Nebenniere.

Erste diagnostische Maßnahme ist die CT-Urographie, die eine Sensitivität von 75% aufweist. Eine Zystoskopie ist dringend erforderlich. Eine Option stellt die Ureterorenoskopie (URS) dar mit der Möglichkeit einer Biopsie.

Operativ ist die offene Nephroureterektomie unter Mitnahme einer Blasenmanschette der Goldstandard. Perioperativ kann eine adjuvante Therapie zu einem „downstaging“ und teilweise zu einer kompletten Ansprechrate führen. Eine Immuntherapie bei vorhandenen Metastasen zeigt eine Ansprechrate von 22% bis 39%.

Die Nachuntersuchungen nach radikaler Nephroureterektomie schließen ein: Alle sechs Monate eine Zystoskopie, eine CT-Urographie und ein Thorax-CT. Nach nierenerhaltener Therapie erfolgt die Zystoskopie und die CT-Urographie nach drei und sechs Monaten. Die Fünf-Jahresüberlebensrate beträgt für pT2/pT3-UTUC weniger als 50%, für pT4-UTUC weniger als 10%. Die meisten Rezidive treten in den ersten zwei Jahren auf.

Insgesamt ist festzustellen, dass die CT-Urographie, kombiniert mit der Ureterorenoskopie, das Diagnostikum der Wahl bei Patienten mit einem UTUC darstellt.


Autor: Prof. Dr. U. Klein