Urgent transcatheter arterial embolization for the treatment of ruptured renal angiomyolipoma with spontaneous hemorrhagy

Acta Radiologica, Vol.57, November 2016, S. 1360 – 1365, X. Duan et al., Zhengzhou / China

Bei plötzlich auftretenden rupturierten Angiomyolipomen der Nieren können mittels Arterien-Embolisation (TAE) lebensbedrohliche Blutungen zum Stillstand gebracht werden. Die technische Erfolgsquote betrug 100 %. In 80 % der Fälle war die TAE vollständig erfolgreich, in 20 % wurden alle Arterien bis auf einen Ast erfolgreich verschlossen.

Die häufigsten Komplikationen bei Vorliegen eines renalen Angiomyolipoms (AML) sind Blutungen aufgrund von rupturierten Mikro- oder Makroaneurysmen. Solche Blutungen können lebensbedrohlich sein. Behandlungsoptionen sind Nierenteilresektionen oder Nephrektomien sowie Katheter-Arterien-Embolisationen (TAE). In der vorliegenden Studie sollte der Langzeiteffekt einer Notfall-TAE bei schwerer spontaner Hämorrhagie durch rupturiertes AML evaluiert werden.

Von Januar 2008 bis Dezember 2012 wurden 25 Patienten untersucht. Es handelte sich um 17 Frauen (68 %) und acht Männer (32 %) mit einem Durchschnittsalter von 48 Jahren (26 – 77 Jahre). Zwei Patienten (8 %) hatten eine tuberöse Sklerose.

Mittels CT konnten die typischen morphologischen Strukturen eines AML mit Zeichen einer intrarenalen und eventueller retroperitonealen Blutung dargestellt werden. Durch abdominale Angiographie wurden die extra- und intrarenalen Arterienäste dargestellt. Superselektiv wurde der Katheter in das die Blutung verursachende Tumorgefäß eingeschoben und ein Partikelgemisch mit Kontrastmittel und Antibiotika eingebracht. Bei zusätzlichen Aneurysmen wurden diese mittels „Coils“ embolisiert.

In 12 Fällen (48 %) war die linke Niere betroffen, 13-mal (52 %) die rechte Niere. 16-mal (64 %) zeigte sich ein zusätzliches Aneurysma, 11-mal (44 %) eine Extravasation, einmal (4 %) ein Pseudoaneurysma. Bei 20 Patienten (80 %) war die Prozedur erfolgreich (alle Tumorgefäße wurden verschlossen), bei fünf Patienten (20 %) blieb eine Tumorarterie offen. Ein Patient musste nach einer Woche nephrektomiert werden. 16 Patienten (64 %) hatten nach der Embolisation Bauchoder Rückenschmerzen. 10 Patienten (40 %) bekamen Fieber und fünf Patienten hatten starkes Erbrechen. Diese Symptome besserten sich ohne Therapie. Die Kontrolluntersuchungen nach durchschnittlich 50,2 Monaten (24 – 72 Monate) ergaben kein Rezidiv.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Notfall-TAE eine sichere, wenig invasive Prozedur zur Behandlung von schweren Blutungen bei rupturiertem AML darstellt.

 

Bildschirmfoto 2017-06-16 um 12.37.35Wir danken unserem Ehrenmitglied Prof. Dr. U. Klein aus München, der Ihnen die Veröffentlichungen aus den Fachzeitschriften auswählt und zusammenfassend erläutert.