Strompreisdeckel ab 2023 auch für Arztpraxen

Bereits zum Radiologentag am 19. November berichtete Curagita-Vorstand Frank Vogel über die geplante Erweiterung der Strom- und Gaspreisbremse der Bundesregierung auch für radiologische Praxen ab Januar 2023. Nun hat das Bundeskabinett am 25. November im Umlaufverfahren beschlossen: nicht nur Krankenhäuser, sondern auch die niedergelassenen Ärzte sollen von der Strom-, Gas- und Wärmepreisbremse profitieren. Dies hatte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage am 25. November mitgeteilt.*

Jede Praxis, die über einen Gas- und Stromzähler verfügt, sei mit erfasst. Wie das Ärzteblatt weiter berichtet, sehen die geplanten Regelungen vor, Strom-, Gas- und Wärmepreise für einen Anteil des Verbrauchs nach oben zu begrenzen. Wirksam sollen die Preisbremsen ab März 2023 werden mit rückwirkender Kostenerstattung für die Monate Januar und Februar. Demnach wäre das gesamte Jahr 2023 berücksichtigt und darüber hinaus bis April 2024

Details zur geplanten Strompreisbremse

Im März 2023 werden die Entlastungsbeträge für Januar und Februar 2023 rückwirkend angerechnet. Die allermeisten Arztpraxen zählen zu den „kleine und mittleren Unternehmen (KMU)“, welche bis zu 30.000 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen. Für sie wird der Strompreis auf maximal 40 Cent je Kilowattstunde brutto gedeckelt – wirksam für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs im September 2022.

Radiologische Praxen hingegen verbrauchen weitaus mehr Strom, in der Regel über 30.000 Kilowattstunden pro Jahr. Für sie soll daher laut Strom-Dienstleister Ampere, über den eine Vielzahl der Netzpraxen ihren Strom bezieht, etwas anderes gelten: bei derselben Laufzeit liegt für diese Praxen der Deckel bei 13 Cent netto pro Kilowattstunde für 70% des Verbrauchs. Bezugsgröße ist der Jahresverbrauch in 2021. „Der Unterschied zwischen der Stromkosten zwischen kleinen und großen Praxen ist am Ende gar nicht so groß“ rechnet Frank Vogel vor, da auf den Nettopreis noch verschiedene Zuschläge und Entgelte für die Netznutzung etc. sowie die gesetzliche MwSt. draufgerechnet werden müssen. „Damit landet man in der Regel auch bei über 30 Cent pro Kilowattstunde als Praxis – und das ja nur für 70% statt für 80% des Vorjahresvolumens.“

Sonderregelung für Härtefälle

Sollten Haushalte, Unternehmen und Einrichtungen durch die steigenden Energiepreise in besonderer Härte betroffen sein, solle es zusätzlich Unterstützung geben. Einen gesonderten Härtefallfonds für stationäre Einrichtungen im Gesundheitswesen will das BMG nächste Woche auf den Weg bringen. Davon werden allerdings niedergelassene Ärzte nicht profitieren.

Unterstützung durch das Radiologienetz

Hoffen können radiologische Praxen noch auf leistungsbezogene Energiezuschläge für energieintensive Untersuchungen wie MRT und CT. Die Zeitschrift Röntgenforschung (Röfo) schreibt dazu in ihrer Dezemberausgabe, dass es im Rahmen des EBM Energiekostenzuschläge für MRT (165 Punkte, 18,96 € bezogen auf den Orientierungspunktwert 2023) und CT ( 64 Punkte, 7,35 € bezogen auf den Orientierungspunktwert 2023) geben soll. Über diesen mit dem BDR abgestimmten Vorschlag der KBV muss der Bewertungsausschuss aber noch entscheiden. Zu hoffen ist eine Vergütung als extrabudgetäre Leistung. Ob es hier ebenfalls ein überregional abgestimmtes Vorgehen geben wird, bleibt zumindest in dem veröffentlichen Artikel offen. Wir informieren Sie, sobald es hier belastbare Informationen gibt und freuen uns natürlich auch, wenn Sie uns Informationen aus Ihren Quellen weitergeben.

Darüber hinaus hat Frank Vogel bereits auf dem Radiologentag Möglichkeiten vorgestellt, um mittel- und langfristig im Gerätebereich Energiekosten einzusparen oder die entstehende Energie für die Praxis nutzbar zu machen. Für Anfragen und Beratung stehen er und sein Team gern zur Verfügung.
 

Quellen u.a.:

* https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/139183/Niedergelassene-profitieren-von-Gas-und-Strompreisbremse

* https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/entlastung-fuer-deutschland/strompreisbremse-2125002

 

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