RSNA 2023 – eine persönliche Rückschau

Etwa 34.000 virtuelle und Teilnehmer in Präsenz, davon etwa die Hälfte Radiologen, kamen Ende November unter dem Motto des Kongresspräsidenten Mauro „leading through change“ in Chicago zusammen. Auffallend wenig Deutsche, auch auf dem Siemens-Abend, vermutlich weil der virtuelle Besuch des Hybridkongresses weniger aufwendig ist.

Wer Präsentationen oder Veranstaltungsvideos aus dem umfangreichen Kongressprogramm wünscht, möchte mich ansprechen, weil ich zusätzlich einen virtuellen Zugang zu allen Veranstaltungen habe.

15% der etwa 1.000 Vorträge beschäftigen sich mit künstlicher Intelligenz (KI), darunter viele empirische Studien aus Ländern wie China, Indien, Brasilien oder Thailand. Dabei liegt der Schwerpunkt immer mehr auf generativer KI für den „AI-powered radiologist“; und die Anwendungen werden in ihren Kosten und Nutzen (return on investment) bewertet. Die Hallen sind voll mit kleinen KI-Anbietern für Einzellösungen und die großen Hersteller zeigen ihre eigenen Lösungen, häufig Plattformen. RSNA unterstützt den Trend mit pragmatisch ausgestalteten, interaktiven Formaten, wie AI Deep Learning Center, AI showcase, RSNAI, AI in practice demonstrations. Großer Wert wird von den Verbänden auf Standardisierung, strukturierte Befundung und auf Qualität (eigenes KI-Siegel) gelegt.

Auffällig ist die hohe Präsenz Chinas bei Teilnehmern, Vorträgen, aber auch bei den Ausstellern für Geräte, Accessories, IT/Software und KI. Der Gerätehersteller United Imaging als „new kid on the block“ betreibt einen der größten Messestände. Die großen Hersteller warten mit zahlreichen Inkrementalinnovationen auf. Bei Siemens verweist man stolz auf den free max-MRT (0,55T), der gerade den deutschen Zukunftspreis gewann, den bezahlbaren dual source pro.pulse-CT, rechtzeitig für Herz-CT und Lungenscreening, und den Oberklassen-photon-counting-CT. Interessant auch das neue Siemens-PACS namens Carbon Space. Hier gibt es mehr dazu.  

Auch Philips,  GE und andere präsentieren zahlreiche Neuheiten. Interessant ist ein neues makrozyklisches MRT-KM mit halber Gadoliniumdosis (0,05 mmol/kg), das von Guerbet (Markenname: Elucirem) und Bracco (Markenname: Vueway) gemeinsam in den USA zugelassen wurde und in der EU wohl noch 2023 wird. Die Challenges rund um die Radiologie sind vergleichbar mit denen in Deutschland: Dem großen Radiologen- und Fachkräftemangel sind zahlreiche Vorträge und ein eigener Recruiting-Bereich mit Headhuntern und Bewerbungsberatern in den Messehallen gewidmet.

Interessant auch ein Vortrag über Private Equity-finanzierte Radiologieketten mit ähnlichen Themen wie in Deutschland. Sorgen bereitet in den USA der Rückgang der Vergütung um 25% in den letzten Jahren, allerdings von hohem Niveau.

Und während wir in Deutschland auf das Lungenscreening warten, wird das US-amerikanische Programm um 5 Mio. Berechtigte erweitert: Über die Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen mit 30 Schachteln p.a. werden nun die 50-80-Jährigen, aktuellen oder früheren Raucher mit mindestens 20 Schachteln CT-gescannt.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich