Raumforderung der Nasenhaupthöhle mit Erblindung

Laryngo-Rhino-Otologie, Vol. 102, 2023, S. 446–447
R. Altindal et. al., Greifswald

Bei Visusminderung mit sinunasalen Symptomen ist differenzialdiagnostisch auch an Lymphome der Nase und der ­Nasen-Nebenhöhlen zu denken. Diese treten hier in 0,2 % – 2,0 % aller Non-Hodgkin-Lymphome auf und machen 5,8 % – 8 % der extranodalen Lymphome im Kopf-Hals-Bereich aus.

Fallbeschreibung: Eine 82-jährige Patientin mit einer seit sechs Monaten bestehenden Visum-Minderung links klagte über Kopfschmerzen und Taubheitsgefühl der rechten Gesichtshälfte ohne Riechminderung und ohne Epistaxis.

Die CT ergab eine Raumforderung in der linken Nasenhöhle mit Infiltration in das Septum, in die Fossa pterygopalatina, in die linke Orbita, in die linke Kieferhöhle sowie in den kranialen Anteil des Mastikator-Raumes. Es zeigten sich Flüssigkeitsansammlungen in der NNH sowie eine partielle Destruktion der linken Ethmoidal-Zellen.

Die Histologie ergab ein High-grade-B-Zell-Lymphom. Da der obere Respirationstrakt nicht nur mit Plattenepithel sondern auch mit lymphatischem Gewebe ausgestattet ist, können daher auch Lymphome in den NNH auftreten.

Die Beteiligung aller Non-Hodgkin-Lymphome im Bereich der sinunasalen Region beträgt zwischen 0,2 % und 2 %. Sie machen 5,8 % – 8 % der extranodalen Lymphome im Kopf-Hals-Bereich aus. Besonders bei älteren Patienten kommen B-Zell-Lymphome häufiger vor als bei jungen Patienten. Bei symptomatischen Hirnnerven-Ausfällen (N. opticus, N. oculomotorius) sind eine Bildgebung und eine histologische Sicherung unabdingbar.