Radiographic assessment of degenerativ lumbar spinal stenosis: Is MRI superior to CT?
European Spine Journal, Vol.26, Februar 2017, S.362-367, K. Alsaleh et al., London
Die Diagnostik einer Spinalstenose mittels CT und MRT zeigte für beide Methoden eine positive Korrelation, jedoch ergaben sich große Unterschiede bei der Auswertung des Stenosegrades bei der CT durch einen Neuroradiologen, einen Chirurgen und einen Allgemein-Radiologen. Ein Neuroradiologe hatte in 77,8% eine richtige Diagnose gestellt, der Chirurg und der Allgemein-Radiologe nur in jeweils 53,7%.
Eine Spinal-Stenose lässt sich sowohl mittels CT als auch MRT diagnostizieren. Ziel dieser Arbeit war es, die Zuverlässigkeit einer qualitativen Bewertung von CT und MRT bei einer Spinalstenose zu bestimmen und miteinander zu vergleichen. Es handelte sich um eine prospektive Studie bei 54 Patienten, die operativ behandelt werden sollten. Das Durchschnittsalter betrug 65 Jahre (23 bis 85 Jahre). 23 Patienten (43%) waren Männer, 31 Patienten (57%) Frauen.
Bei 41 Patienten lag die Spinalstenose in Höhe von L4-L5, bei 13 Patienten in Höhe von L3-L4. Bei der CT-Auswertung gab es einen signifikanten Unterschied hinsichtlich des diagnostizierten Stenosegrades zwischen dem Neuroradiologen (77,8% richtig) und dem Chirurgen beziehungsweise dem Allgemeinradiologen (jeweils 53,7% richtig). Bei der MRT-Auswertung gab es keine diesbezüglichen Unterschiede.
Eine CT-Überschätzung der Stenose lag beim Neuroradiologen bei 20,4%, beim Chirurgen bei 33,3 % und beim Allgemeinradiologen bei 35,2%. Eine Unterschätzung der Stenose zeigte sich beim Neuroradiologen bei einem Patienten (1,1%), beim Chirurgen bei sieben Patienten (13,0%) und beim Allgemeinradiologen bei sechs Patienten (11,1%).
Insgesamt hat sich gezeigt, dass die MRT zuverlässigere Ergebnisse hinsichtlich einer Spinalstenose liefert als die CT, auch in Abhängigkeit von der Untersucherqualifikation, so dass bei Verdacht auf Vorliegen einer Spinalstenose die MRT die diagnostische Methode der Wahl darstellt.
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Wir danken unserem Ehrenmitglied Prof. Dr. U. Klein aus München, der Ihnen die Veröffentlichungen aus den Fachzeitschriften auswählt und zusammenfassend erläutert.



