„RaDiagnostiX 2.0“: Vom Verbundprojekt zum Expertennetzwerk
In den vergangenen vier Jahren wurden der Aufbau und die Umsetzung (Praxis-Prozesse, Dokumentation, Vermarktung, Management) eines qualitätsgesicherten Versorgungsprojektes vollumfänglich erreicht. Es wurden insgesamt 110 CME-Punkte erbracht, rund 6.000 Untersuchungen in eine gemeinsame Falldatenbank eingestellt und diverse Qualitätsberichte erstellt. Damit erfolgte der Einstieg in ein ausrollbares Versorgungsprogramm auf einem hohen Standardisierungsniveau und zunächst der Einstieg in den 2. Gesundheitsmarkt mit über 3,0 Mio. Euro extrabudgetärem Umsatz für die Teilnehmer sowie mit einem zusätzlichen Mehrwert für eine ganz spezielle Zuweisergruppe – Urologen und deren Patienten.
Die Evaluation zeigte erfreulicherweise, dass die Einführung eines strukturierten und leitliniengerechten Systems zur Durchführung und Befundung der MR-Prostatographie nach PIRADS in die ambulante Versorgung durchführbar ist und dabei hohe medizinische Qualitätskriterien mit einer Gesamtnote von 3,52/5 erfüllt werden. Nach vierjährigem Monitoring der Kennzahlen zeigte sich eine stetige Verbesserung von Qualität und Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten.
Der Zusammenarbeit von Urologen und Radiologen kommt in dem Versorgungsprogramm ein hoher Stellenwert zu, die seitens der Urologen 2017 mit einer Gesamtschulnote von 1,6 (2016: 2,2) bewertet wurde. Die patientenseitige Bewertung des Versorgungsprogramms liegt bei einer Schulnote von 1,5. 98 % der Patienten würden die RaDiagnostiX-Praxen weiterempfehlen oder wiederbesuchen.
Die hohen medizinischen Anforderungen für die Durchführung der MR-Prostatographie erfolgten ab 2017 auf Basis der Kriterien des Whitepapers der AG Uroradiologie. Da die Qualität der Untersuchung der Schlüssel zur Steigerung der diagnostischen Genauigkeit ist, ist es ein Bestreben der führenden Radiologen zu diesem Thema im Netz, die geschaffene Expertise kontinuierlich zu vertiefen. „Wir wollen im Sinne von RaDiagnostiX 2.0 eine Expertengruppe im Netz schaffen, die das Thema fachlich als Spitzengruppe in der ambulanten Radiologie weiterverfolgt.“ sagt PD Matthias Röthke aus Hamburg, der sich wie auch sein Kollege Professor Thomas Henzler aus München innerhalb der Conradia auf das Thema spezialisiert hat. „Die Kombination der hohen Qualifikationen und unserer deutschlandweiten Vernetzung wird dann spannend, wenn sich die Kassen für dieses Thema öffnen, etwa ein Screening-Programm analog zur Brustkrebsfrüherkennung planen sollten.“ fügt Henzler hinzu.
Viele bisher am Verbundprojekt beteiligten Radiologen haben ein hohes Interesse daran, das in den vergangenen Jahren aufgebaute Expertennetzwerk innerhalb von Radiologienetz fortzuführen. Am Freitag vor dem Radiologentag am 22. November 2019 treffen sich Interessierte zu einem Prostata-Expertenmeeting in Heidelberg unter der Leitung von PD Dr. Röthke und Prof. Henzler. In diesem Rahmen werden ein Update zu neuen Entwicklungen in der Prostata-Diagnostik (z.B. Precision-Studie) gegeben und die weitere Zusammenarbeit im Netz besprochen (Fortbildungen, Zweitmeinungen, Hospitationen etc.).
Die Koordination übernimmt für alle weiteren Netz-Aktivitäten zum Thema Prostata-Diagnostik das Netzmanagement. Die fachliche Leitung obliegt PD Dr. Matthias Röthke und Prof. Dr. Thomas Henzler.
Ihre Ansprechpartnerin:
Eva Jugel


