Optimal PSA threshold for obtaining MRI-fusion biopsy in biopsy-naïve patients

Prostata Cancer, Juli 2021, 7 Seiten, https://doi.org/10.1155/2021/5531511

L.L. Wang et al., Omaha/USA

Bei 260 Patienten mit V.a. Prostatakarzinom (PC) wurde eine mpMRT durchgeführt. Patienten mit einem PI-RADS>3 erhielten eine gezielte Biopsie, die übrigen eine Standardbiopsie. Bei einem PSA-Schwellenwert von 4,3 wurden durch die Standardbiopsie 14 PCs, bei der Standardbiopsie plus gezielter Biopsie 20 PCs entdeckt, eine diagnostische Steigerung von 43%. Das bedeutet, dass in 14,6% (38/260) der Fälle eine MRT eingespart werden konnte. Bei einem PSA-Wert von unter 4,3 hat die mpMRT keinen diagnostischen Wert für den Nachweis eines PC.

Obwohl in den USA eine Umfrage bei Urologen und Radiologen hinsichtlich der Notwendigkeit einer mpMRT bei Vorliegen eines Prostata-Karzinoms (PC) eine positive Antwort ergab, wurden nur etwa 25% der Patienten zum MRT geschickt. Ursache dafür war der hohe Preis von durchschnittlich 2.500 $ (500 $ – 7.900 $). Deswegen sollte ein PSA-Schwellenwert eruiert werden, bei dem eine MRT unbedingt erforderlich ist. 

Von 2017 bis 2019 wurde bei 260 Patienten mit V.a. PC eine mpMRT der Prostata durchgeführt. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug 64,5 ± 7,4 Jahre, die Größe der Prostata lag durchschnittlich bei 53,2 g

± 24,5 g. Patienten mit PI-RADS > 3 erhielten eine MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie (gezielte Biopsie).

Es gab folgende PSA-Gruppen-Einteilungen: 0-1,99 (3,1%), 2-3,99 (4,6%), 4-4,99 (20,8%), 5-5,99 (16,9%), 6-9,99 (37,7%), 10 und mehr (16,9%). Es ergab sich ein statistisch signifikant negatives Ergebnis zwischen MRT-Prostata-Volumen und einem PC.

Beim Vergleich der Häufigkeiten von „Standard-Biopsie“ und „Standard-Biopsie plus gezielter Biopsie“ zeigte sich, dass die beiden Kurven (Häufigkeit und zunehmender PSA-Wert) ab einem PSA-Wert von 4,3 statistisch signifikant auseinander gingen. Bei diesem Schwellenwert ließen sich mit „Standard-Biopsie plus gezielte Biopsie“ 20 PCs erkennen, mit „Standard-Biopsie“ allein nur 14 PCs. Dies bedeutet eine Steigerung der PC-Detektion um 43%. Damit könnte in 14,6% der Fälle (38/260) eine MRT eingespart werden.

Von 32 Patienten mit einem abnormen Tastbefund (DER) und einer gezielten Standardbiopsie wurde bei 20 Patienten (62,5%) ein PC diagnostiziert. Davon wurden drei nur bei gezielter Biopsie, zwei nur bei Standardbiopsie und 15 bei gezielter plus Standardbiopsie gefunden.

Die Studie hat gezeigt, dass eine mpMRT bei einem PSA-Wert unter 4,3 nicht notwendig ist. Insgesamt konnte bei einem PSA-Schwellenwert von 4,3 eine MRT-Untersuchung bei 14,6% der Patienten vermieden werden.


Autor: Prof. Dr. U. Klein