MR imaging findings of carcinoma ex pleomorphic adenoma related to extracapsular invasion and prognosis
American Journal of Neuroradiology, Vol. 43, November 2022, S. 1639–1645
A. Akutsu et al., Chiba/Japan
Pleomorphe Karzinome, die sich aus pleomorphen Adenomen entwickeln, entstehen zu etwa zwei Drittel in der Parotis, zu etwa 19% in den Submandibular-Drüsen und zu etwa 14% in den kleinen Speicheldrüsen. Mittels MRT wurde das Invasions-Verhalten der Malignome beurteilt, insbesondere die Veränderungen des Tumor-Randes und der Tumor-Kapsel. Dabei wurde zwischen dem „Koronarzeichen“ und dem „black-ring“-Zeichen unterschieden, wobei das „Koronarzeichen“ als Ausdruck für eine Invasivität gelten kann mit einer deutlich schlechteren Prognose. Als Therapie der Wahl gilt die vollständige chirurgische Resektion.
Ein Karzinom „ex pleomorphic adenoma“ (CXPA) entsteht aus einem pleomorphen Adenom (PA), und zwar bei Patienten mit mehreren Rezidiven. CXPA schließt 3,6% aller Speicheldrüsen-Tumoren ein, meist lokalisiert in der Glandula-Parotis. Die Karzinome entwickeln sich aus den luminalen Zellen der tubulären Strukturen der pleomorphen Adenome. Nach der WHO wird CXPA in drei Gruppen klassifiziert: Nicht invasiv, minimal invasiv und voll invasiv. Die MRT kann das gesamte pathologische Spektrum der CXPA darstellen. Es sollte festgestellt werden, in wieweit die Bildgebung bei CXPA die Invasion außerhalb der PA-Kapsel aufzeigen kann. Dazu wurde die Bildgebung mit den Pathologie-Befunden korreliert. Zwischen August 2007 und April 2020 wurden 41 Patienten retrospektiv ausgewertet. Davon waren 37 Patienten operiert worden, wobei die histopathologischen Ergebnisse vorlagen. Alle Patienten erhielten präoperativ, drei Monate postoperativ und danach alle sechs Monate eine Kontroll-CT. Bei V.a. Vorliegen eines Rezidivs wurden MRT bzw. PET-CT eingesetzt oder eine Biopsie durchgeführt.
Dabei ging es bei der Frage nach einer Invasion um die visuelle Einschätzung der Veränderungen des Randes und der Tumor-Kapsel mittels T1- und T2-Wichtung. Das „Koronarzeichen“ und das „black-ring“-Zeichen wurden beurteilt. Das „Koronarzeichen“ wurde angenommen, wenn die Tumorgröße bei FS-T2 größer war als die bei T1. Das „black-ring“ Zeichen wurde definiert als ein hypointenser Rand bei T2 oder FS-T2.
Bei den 37 untersuchten Patienten handelte es sich um 26 Männer (70,3%) und um 11 Frauen (29,7%) mit einem Durchschnittsalter von 64,7 Jahren. Bei 25 Patienten (67,6%) war die Parotis betroffen, siebenmal (18,9%) waren es die Submandibular-Drüsen und fünfmal (13,5%) die kleinen Speicheldrüsen. 17-mal (46%) war die li. Seite betroffen, 20-mal (54%) die re. Seite.
In der Gruppe mit nicht-invasivem CXPA war die maligne Komponente vollständig umgeben von einer fibrösen Kapsel. Bei invasivem CXPA entsprach das „Koronarzeichen“ dem Tumor. Es zeigte die Infiltration in das umgebende Fettgewebe oder in das Drüsengewebe . Das „black-ring“-Zeichen entsprach der Hyalinisierung/Fibrose. Die Bildgebung zeigte signifikante Unterschiede zwischen dem invasiven und dem nicht-invasiven CXPA.
Das „Koronarzeichen“ und die extra-kapsuläre Invasion sind ein prognostischer Faktor. Therapie der Wahl für die CXPA ist die chirurgische Resektion. Die Unterscheidung zwischen invasivem und nicht invasivem CXPA trägt dazu bei, die chirurgische Planung durchzuführen und eine Voraussage hinsichtlich der Prognose zu treffen.


