Kostenstrukturstatistik 2023 – kaum Veränderung in der Radiologie

In der vergangenen Woche erfolgte seitens des Statistischen Bundesamtes (DeStatis) die Publikation der aktualisierten Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich. Die Analyse, deren Aktualisierung seit dem Berichtsjahr 2021 in jährlicher Frequenz erfolgt, fokussiert sich auf die Einnahmen und Aufwendungen des Jahres 2023.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die Einnahmen der durchschnittlichen Radiologiepraxis eine Steigerung um 1,5 %. Die 2023er Untersuchung ergibt, dass die Erlöse aus Privatabrechnungen im Vergleich zum Vorjahr signifikant ansteigen, während die Kassenumsätze rückläufig sind. Dieser Umstand könnte darauf zurückzuführen sein, dass sich Radiologen einerseits vermehrt um die Akquise von Privatpatienten kümmern, andererseits die Regularien der GOÄ – insbesondere höhere Steigerungsfaktoren – besser ausnutzen.

Auf der Kostenseite ist insgesamt keine deutliche Veränderung erkennbar. Es konnte ein Anstieg der Materialkosten beobachtet werden, dem Einsparungen bei den Sachaufwendungen gegenüberstehen. In der vorliegenden Untersuchung wird deutlich, dass sich die Energiepreise nach den Preissteigerungen im Jahr 2022 aufgrund des Ukrainekrieges wieder reduziert haben.

Die Auswertung der Daten ergibt eine Steigerung des Reinertrags um 3,5 % auf 472 T€ je Praxisinhaber.

Wie bereits in den Vorjahren verweist das DeStatis in einer Fußnote darauf, dass der Reinertrag nicht mit dem Gewinn oder dem ärztlichen Einkommen übereinstimmt. Aufwendungen für Praxisübernahme, für Alters-, Invaliditäts-, Hinterbliebenen- und Krankenversicherung sowie die Beiträge zu Versorgungswerken werden nicht berücksichtigt. Im Einzelnen ergibt sich folgendes Bild:

 

Berücksichtigt man hiervon ein angemessenes Arztgehalt, das wir hier mit 180 T€ ansetzen, verbleiben je Gesellschafter 277 T€.

Die jetzt vorliegenden Daten stützen die von Seiten der Radiologie geäußerte Kritik an der GOÄ-Reform. Unter der Annahme, dass die Erlöse für Kassenversicherte konstant bleiben und die Erlöse aus der Behandlung von Privatpatienten um 29 % sinken, lässt sich für den zukünftigen Reinertrag der Arztpraxen ein Wert von rund 188 Tausend Euro je Praxis nach Abzug der Arztgehälter prognostizieren, was einem Betrag von 70 Tausend Euro je Praxisinhaber entspricht.

Noch nicht bedacht sind weitere betriebswirtschaftlich zu berücksichtigende Aufwendungen wie Unternehmerrisiko, kalkulatorische Zinsen und Abschreibungen auf den Praxiseinstieg oder Steuern. Ein Praxisnachfolger oder Investor müsste diese Faktoren in Betracht ziehen, so dass der Praxiswert gegen Null geht.

Die neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes macht wieder einmal klar, dass die Radiologie berufspolitisch zusammenstehen muss. Wie bereits in den Vollversammlungen und anderen Veranstaltungen gesagt, wird das Radiologienetz weiterhin die Bemühungen der DRG und des Berufsverbandes mit Fakten und Argumenten unterstützen. Darüber hinaus streben wir einen Austausch mit dem Statistischen Bundesamt über die Darstellung und Inhalte des Reinertrags an.

 

(Quelle: Destatis, "Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich 2023: Radiologie" vom 24.07.2025; eigene Berechnungen)