Kongressbericht des 17. Internationalen MRI-Symposiums in Garmisch-Partenkirchen
Vom 02. bis 04.02.2017 fand in Garmisch-Partenkirchen das 17. Internationale MRI-Symposium statt: diesmal unter dem Motto „Beyond the Image-Unprecedented Opportunities”.
Eröffnet wurde das Symposium letztmalig vom scheidenden Präsidenten Prof. Maximilian Reiser von der LMU München. Zielsetzung der Veranstaltung war wie stets die Präsentation neuer und zukünftiger Entwicklungen der MRT-Diagnostik sowie die Aktualisierung der etablierten klinisch-radiologischen Diagnostik .
Auf der technischen Seite gelten als bleibende und neue Herausforderungen die Entwicklung noch schnellerer Sequenzen sowie die Fortentwicklung der maschinellen Intelligenz zur computergestützten maschinellen Bildanalyse und -diagnostik mit weiterer Erarbeitung von spezifischen Diagnosefeatures, sog. „Radiomics“ zur Läsionsklassifikation.
Nachdem in den letzten Jahren aufgefallen ist, dass es bei wiederholter Applikation Gadolinium-haltiger Kontrastmittel zu Ablagerungen im Gehirn kommen kann, deren klinische Implikation noch unklar ist, nannte Reiser die Suche nach alternativen Kontrastmitteln und Einsatz von nativen Sequenzen gleicher diagnostischer Aussagekraft als weitere Ziele. Die Pharmaindustrie wurde zur Entwicklung spezifischerer neuer Kontrastmittel aufgefordert, um die molekulare Bildgebung vorantreiben zu können.
Wichtigste Aufgabe des Radiologen schließlich sei die permanente Fortbildung insbesondere auch in der multiparametrischen und funktionellen Bildgebung – paradigmatisch der Prostata- und Herzdiagnostik, da die Bildanalyse des Radiologen sich längst nicht mehr auf die Beschreibung von Morphologie beschränkt.
Folgende Schwerpunkte wurden an den einzelnen Kongresstagen vertieft:
• Die Bedeutung und Entwicklung der MR-Angiographie
• Die gynäkologische Bildgebung
• Die multiparametrische MRT-Diagnostik der Prostata
• Die MR-Kardiodiagnostik
• Die Neuroradiologie
• Die gastroenterologischen Diagnostik
• Sowie last but not least die für die tägliche Praxis so relevante muskuloskelettale Diagnostik
Abgerundet wurden die einzelnen Themenschwerpunkte durch informationsgeladene Übersichtsvorträge. Pars pro toto seien hier die exzellenten Beiträge von Baur-Melnyk (D-München) zur Differentialdiagnose des Rückenschmerzes, der Vortrag von Kösling et. al. (D-Halle) zur Differentialindikation von MRT und CT in der Hypopharynx- und Larynxdiagnostik, der Überblick über die Leukodystrophien von Rossi (I-Genova) und die Präsentation von Ertl-Wagner(D-München) zur MRT des Felsenbeins genannt.
Die zur Mitarbeit einladenden Filmreading Sessions unter Anleitung ausgewiesener Experten des jeweiligen Fachs waren durch die Präsentation eher seltener Krankheitsbilder und die systematische Bildanalyse Highlights der Veranstaltung.
Dr. med. Anni Schäfer aus der Radiologie Nordhessen
Den detaillierten Kongressbericht von Dr. Schäfer zu den Schwerpunktthemen zum 17. Internationalen MRI-Symposium in Garmisch-Partenkirchen können Sie hier als PDF laden.


