Herbst-Vollversammlung

Gesucht: radiologischer ­Aufsichtsrat

Anspruch von Radiologienetz und Curagita als Netzmanager, -entwickler und Dienstleister ist es von Anfang an gewesen, von Radiologen für Radiologen zu agieren. Damit ist klar, dass die Netz-Radiologen sich in den verschiedenen Organisationen und Gremien durch andere Netz-Radiologen vertreten lassen können. Seit zwanzig Jahren gibt es daher im Radiologienetz einen ehrenamtlichen Fachbeirat, der sich mit (berufspolitischen) Themen zur Zukunftssicherung der niedergelassenen Radiologie beschäftigt und als wichtiger Impulsgeber und Sparringpartner für das Netzmanagement und die Netzentwicklung im Sinne der Mitglieder steht. Daneben gibt es eine Radiologenvertretung im Curagita-Aufsichtsrat. Auf Dr. Wolfgang Lederer aus der Mitgliedspraxis in der ATOS Klinik in Heidelberg (2002–2004) folgten Dr. Peter Nunninger aus der Radiologie Weinheim (2004–2006) und Dr. Klaus-M. Ricken (2006–2008 und 2010–2012), ehemals Radiologiezentrum Mannheim, und seit vielen Jahren Jürgen Witt aus der Radiologie Franken-Hohenlohe als Beirat der Curagita Holding. Auch als Aufsichtsrat der Curagita stünde er bei Bedarf zur Verfügung, macht jedoch gerne Platz für Jüngere. Auf der Vollversammlung wurden Aufgaben, Fristen und das Procedere kurz vorgestellt. Die Wahl soll bis zum Radiologentag stattfinden, auf dem das neue Aufsichtsratsmitglied vorgestellt werden soll.


Vorsicht mit CT-IGeL

Frau Jugel informiert über Prüfungen von Praxen durch das Regierungspräsidium BaWü und Beanstandungen bzgl. der Auslage von CT-IGeL-Flyern bzw. Informationen auf Praxiswebseiten zu solchen Untersuchungen. Bereits im letzten Jahr wurde in der Sommerausgabe des CuraCompact über das neue Strahlenschutzgesetz und das Verbot von CT-Früherkennungsuntersuchungen berichtet.


Thorax-Röntgen für Geflüchtete

Dr. Mott aus der Mitgliedspraxis Lahr berichtet über das Praxisangebot der für Geflüchtete in Massenunterkünften obligatorischen Röntgen-Reihenuntersuchungen. Die Thorax-Aufnahmen seien unkompliziert in der Praxis durchführbar und würden vom Gesundheitsamt nach GOÄ vergütet (Faktor 1). Kostenexplosion durch steigende Energiepreise Von allen Seiten meldeten sich im Vorfeld der Vollversammlung beunruhigte Radiologen aufgrund der enorm gestiegenen Energiekosten. Praxen berichteten über eine Vervielfachung ihrer Strompreise. Frank Vogel verwies auf die bereits stattgefundene Aktion, in der, abgestimmt mit dem Fachbeirat, die besondere Situation und Kostenbelastung energieintensiver radiologischer Praxen beschrieben und an KVen, BDR Landesverbände und Bundesverband, BGM, BMWK und Bafa kommuniziert wurde. Erste Antworten zeigen ermutigende Signale. So stellte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in einem Antwortschreiben in Aussicht, dass der Kreis der zu fördernden Unternehmen (zu dem Arztpraxen bisher nicht zählten) erweitert werden soll. Außerdem wurde ein Schreiben der KV BW zitiert, in dem diese eine nachträgliche Energiepauschale für energieintensive Facharztpraxen in Aussicht stellt. Weiterhin sind Ansatzpunkte für Verbundprojekte zur Senkung der Stromkosten in Prüfung.

Schwerpunktthemen

Was ist eine radiologische Praxis wert?

In vielen radiologischen Praxen stellt sich bei der Planung des Praxisverkaufs oder des Ein- bzw. Ausstiegs von Gesellschaftern die Frage nach dem Praxiswert. Die Komplexität der Thematik erläuterte Dr. Johannes ­Schmidt-Tophoff durch eine vereinfachte Case-Study. Klar wurde: Es gibt nicht den einen Preis, sondern verschiedene Ansätze mit verschiedenen Perspektiven und sehr vielen Einflussfaktoren. Am Ende ist es für Praxispartner wichtig, sich frühzeitig auf ­einen Modus der Praxiswertberechnung bzw. einen Prozess für einen Praxisausstieg von einem oder mehreren Gesellschaftern zu einigen. Lesen Sie ausführlich ab Seite 10.
 

Fallstudie Großgerätemanagement: Von der Kaufentscheidung bis zur Inbetriebnahme

Andrea Salwat ist die neue Leiterin des Teams Gerätemanagement. Nach einem zweijährigen „Ausflug“ zu einem bekannten OEM-Hersteller als Produktexpertin kehrte sie im Juni ins Curagita-Team zurück. Ihr Fokus lag darauf, die Breite der Expertise und Erfahrung des Teams anhand konkreter Fallbeispiele erfahrbar zu machen. Dies stellte sie anhand von vier konkreten Fällen vor (siehe Seite 37). In einer anschließenden Online-Abfrage, die darauf abzielte, wie sehr die Dienstleistungen dieses Teams den Bedarf der Netzpraxen treffen, spielte die Mehrheit der Umfrageteilnehmer ein vorhandenes Interesse am Ausbau der Dienstleistung, inkl. Delegation von Großgeräteprojekten, zurück an Curagita.


Update Verbundprojekt

Digitale Anamnesebögen Nach der Vorstellung der digitalen Aufklä­rung mit der Software von aycan durch Dr. Spehl aus Lahr im März haben die Anwesenden auf der Vollversammlung für die Prüfung eines Verbundansatzes zu diesem Thema plädiert. Boris Kögler aus dem ­Curagita-Team hat daraufhin verschiedene Anbieter digitaler Aufklärungsbögen gesichtet und die Konzepte verglichen. Außerdem ist er noch einmal mit Dr. Spehl in ein vertieftes Gespräch gegangen bzgl. Erfahrungen mit der aycan-Lösung in Bezug auf Workflow, Datensicherheit/-schutz und Rechtssicherheit der Aufklärung. Nach Abwägung der verschiedenen Lösungen und der Best Practice-Erfahrung der Mitgliedspraxis Lahr schlug er die aycan-Lösung als Verbundprojekt vor. Auf Basis eines Erstgesprächs mit aycan erarbeitete er eine Kostenaufstellung. Im Ergebnis wird eine durchschnittliche Praxis mit zwei Standorten durch die Einsparungen beim nahezu vollständigen Verzicht auf gedruckte Patientenbögen nach ca. zwei Jahren den Break-Even für eine solche Investition erreichen. Wichtig ist auch, dass bei der aycan-Lösung eine Praxis auf ihren eigenen Fundus an Bögen zurückgreifen kann und keine fertigen Vorlagen verwenden muss. Allerdings könnten Einsparungen realisiert werden, wenn sich mehrere Praxen für die Nutzung der Netz-Aufklärungsbögen entscheiden würden. Diese liegen in verschiedenen Sprachen vor und werden Netzpraxen kostenfrei zur Verfügung gestellt. (Übersicht aller vorhandenen Netzbögen auf radiologienetz.de im Login-Bereich). Die Einsparung ergäbe sich durch die geteilten Kosten des einmaligen Einpflegens der Bögen durch aycan. Interessenten an einem konkreten Angebot bitten wir Kontakt aufzunehmen mit Herrn Kögler ­(koe@curagita.com, 06221 5025-140).

 

Update Radiologenfonds: ­Investoption DentQ

Dr. Schmidt-Tophoff stellte das Unternehmen DentQ vor, welches aufgrund einer Kooperationsanfrage mit Radiologienetz in Kontakt getreten ist. Es handelt sich um einen Anbieter von High Quality Dental Imaging Solutions, der den Eintritt in den deutschen Markt über ein Filialsystem sucht, das innerhalb bestehender radiologischer Institute implementiert werden soll – ein „Hosting Imaging Center“. Das Meinungsbild der Teilnehmer spiegelte wieder, dass der Markt für dentale Bildgebung schon so fest verteilt ist und weitgehend funktioniert, dass wenige Chancen für eine solche Kooperation gesehen werden und wenig Interesse an einer Kooperation mit DentQ besteht.