HCC: role of pre-and post-treatment tumor biology in driving adverse outcomes and rear responses to therapy
Abdominal Radiology, Vol. 46, Juli 2021, 12 Seiten, https://doi.org/10.1007/s00261-021-03192-8
S. Arora et al., New Haven/USA
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC), ein heterogener maligner Tumor, der mittels LI-RADS-System kategorisiert wird, hat acht pathologische Subtypen, die sich in ihrer malignen Potenz unterscheiden. Das Auftreten des Zellmarkers CK19 z.B. ist mit einer hohen Rezidivrate und mit Lymphknotenmetastasen sowie mit einer cholangiozellulären Differenzierung assoziiert. Eine aggressive Untergruppe zeigt eine erhöhte Angiogenese und bringt eine schlechte Überlebensrate mit sich. Klarzell-Karzinome und lymphozytenreiche HCCs haben eine bessere Prognose. Infolge der Therapie kann es zur sog. onkogenen Anpassung kommen, die die O2-Versorgung des Tumors verbessert. Als Therapeutikum kommen neben der OP die TACE, die thermische Ablation oder die externe Strahlentherapie in Betracht.
Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist ein biologisch heterogener maligner Tumor mit acht pathologischen Subtypen, von denen einige eine sehr schlechte klinische Prognose aufweisen. Der wichtigste prognostische Faktor ist die vaskuläre Invasion des HCC. Bestimmte Bildgebungsmerkmale korrelieren mit einem aggressiven Phänotyp (Invasivität, Metastasierungspotenzial und schlechte klinische Ergebnisse). Insbesondere die mikroskopische und makroskopische Gefäßinvasion wird vom „Liver Imaging Reporting And Data System“ (LI-RADS) als venöse Tumorinvasion angegeben. Einige beschriebene Merkmale umfassen peritumorales arterielles Hyperenhancement, umschriebene Diffusionsdrosselung und Hypodensität in der hepatobiliären Phase.
Cytokeratin 19 (CK19), ein Zellmarker, ist beim HCC mit einer höheren Rezidivrate und Lymphknotenmetastasen assoziiert, und mehrere Tumoren mit CK19 zeigen eine cholangiozelluläre Differenzierung. Eine aggressivere Untergruppe des HCC sind Tumoren mit erhöhter Angiogenese („macrotrabecular-massive“, MTM) mit einer schlechten Überlebensrate. Als Merkmal gilt eine Nekrose, die mindestens 20% des Tumors ausmacht.
Einige pathologische Subtypen, wie Klar-zell- und lymphozytenreiche HCCs, haben, verglichen mit konventionellen HCCs, eine bessere Prognose. HCCs, die z.B. gut differenziert sind oder früh entdeckt werden, haben ein geringeres Metastasierungspotenzial. Beim HCC gibt es postulierte genetische Veränderungen, die als Folge der Behandlung auftreten können, sozusagen als onkogene Anpassung. Sie zielen darauf ab, die O2-Versorgung des Tumors zu verbessern. In einigen Studien sind genetische Faktoren im Gewebe vor und nach einer Behandlung eindeutig verändert.
Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) kann, soweit sie nicht vollständig erfolgt, zu einer Neoangiogenese und zu neuem Tumorwachstum führen. Die thermische Ablation kann den Ischämie-Hypoxie-Neo-Angiogenese-Weg aktivieren. Die aktivierten hepatischen Sternzellen können das Fortschreiten der restlichen HCC-Zellen fördern.
Die externe Strahlentherapie und die transarterielle Radioembolisation sollen eine Tumornekrose induzieren. Je nach Dosis kann die Bestrahlung immunsuppressiv oder immunstimulatorisch wirken. Die Kombination mit einem strahlensensibilisierenden Mittel kann zu einer verbesserten Reaktion führen.
Falls sich innerhalb der ersten zwei Jahre nach einer chirurgischen Tumorresektion ein Rezidiv entwickelt hat, ist die Prognose sehr schlecht. Bei Lebertransplantationen beträgt die durchschnittliche HCC-Rezidivrate bis zu 16%. Davon sind 67% extrahepatisch. Auch spontane Regressionen sind möglich. Diese Patienten müssen jedoch engmaschig überwacht werden.
Als abskopale Wirkung wird die Rückbildung einer unbehandelten Läsion nach einer fokalen Operation oder fokalen Therapie bezeichnet. Es ist daher wichtig zu dokumentieren, welche Läsionen behandelt wurden.
Leberkrebs ist eine komplexe Krankheit, bei der es wichtig ist, die ideale Therapie für einen bestimmten Tumor und Patienten zu bestimmen. Bildgebende Prädiktoren sind daher wichtig, um Patienten zu identifizieren, die möglicherweise eine adjuvante oder kombinatorische Therapie benötigen.
Autor: Prof. Dr. U. Klein


