Giant left atrial appendage aneurysm with thrombus: a challenging management
Cardiovascular Medicine, Vol. 25, Juli 2022, cardiovascmed.ch/article/doi/cvm.2022.w10145
L. Bolta et al., Zürich
Bei einer 86-jährigen Frau mit Vorhofflimmern wurde ein massiv-vergrößerter li. Vorhof mit einem großen Thrombus im Vorhofohr (LAA) festgestellt. Trotz Antikoagulation verstarb die Patientin nach vier Wochen. Ein LAA-Aneurysma ist selten und häufig asymptomatisch, aber mit einem hohen Risiko für kardio-embolische Ereignisse verbunden. Die beste Behandlung ist die Resektion des Aneurysmas und eine antithrombotische Behandlung.
Aneurysmen des li. Vorhof-Ohres (LAA) sind selten. Die erworbenen Formen sind häufiger als die angeborenen und treten meist in Verbindung mit erhöhtem links-atrialem Druck auf, und zwar aufgrund einer Mitralklappen-Erkrankung oder einer linksventrikulären Dysfunktion. Das LAA ist häufig asymptomatisch. Herzklopfen (45 %), Dyspnoe (22 %) oder thrombembolische Ereignisse (11 %) sind unspezifisch. Bei Größerwerden des LAA kann der benachbarte N. recurrens komprimiert werden, was zur Heiserkeit führt (Kardio-vokales-Ortner-Syndrom). Die Diagnose wird mittels US gestellt, ergänzt durch CT und MRT, wobei hier auch die benachbarten Strukturen mit dargestellt werden können. Die Prävalenz von Thromben in einem LAA beträgt ca. 25 %.
Fallbeschreibung: Eine 86-jährige Patientin hatte persistierendes Vorhofflimmern und war antikoaguliert. Der US zeigte eine Mitralklappen-Insuffizienz und einen massiv vergrößerten li. Vorhof mit einem großen Thrombus im Vorhofohr. Die Patientin verstarb plötzlich nach vier Wochen in einem Altersheim aus unbekannter Ursache.
Es gibt zwar keine evidenzbasierten Behandlungsrichtlinien, aber die chirurgische Resektion eines LAA bei Patienten mit geringem OP-Risiko wird empfohlen, insbesondere bei symptomatischen Patienten und bei Patienten mit Thromben. Die Resektion des LAA gilt als kurativ und hat eine geringe Mortalität. Das Altersspektrum reicht von der pränatalen Phase bis zu 88 Jahren und beträgt im Mittel 31 Jahre. Eine Katheter-Okklusion ist eine weitere therapeutische Option, versagt jedoch bei einem Riesen-LAA.
Die Gesamtprävalenz von Thromben und das Auftreten von kardio-embolischen Ereignissen bei Patienten mit LAA sind sehr hoch. Deswegen ist eine Antikoagulation auch ohne Vorhofflimmern immer erforderlich.


