"Gefahr im Posteingang": Unternehmen im Visier von Phishing-Angreifern
Curagita-Selbstversuch zeigt: Der Mensch bleibt das größte Risiko – und gleichzeitig der beste Schutz.
Ob digitale Bildarchivierung, Online-Befundübermittlung oder Zugriff auf das RIS-System – moderne radiologische Praxen sind längst digital vernetzt. Mit dieser Entwicklung steigt auch das Risiko gezielter Cyberangriffe. Besonders perfide: Phishing-Mails, die harmlos aussehen, aber Schadsoftware einschleusen oder Zugangsdaten abgreifen können.
Als Dienstleister für radiologische Einrichtungen, der auch kontinuierlich das eigene Team schult, wollten wir wissen: Wie gut sind Fachkräfte heute gegen solche Bedrohungen gewappnet? Gemeinsam mit der Securepoint GmbH aus Lüneburg, einem führenden Anbieter professioneller „unified threat management“-Lösungen (wie Virenscanner, Firewall etc.) haben wir eine interne, anonymisierte Phishing-Kampagne bei Curagita durchgeführt. Die Ergebnisse sind aufschlussreich – und zeigen sowohl positive Entwicklungen als auch klare Handlungsfelder.
Der Test: Realistische Phishing-Angriffe – unter kontrollierten Bedingungen
20 freiwilligen Curagita-Mitarbeitenden wurden im Rahmen einer simulierten Phishing-Kampagne drei E-Mails zugestellt. Alle erhielten:
- eine einfache, leicht erkennbare Phishing-Mail
- eine mittel schwere Mail
- eine professionell gestaltete, schwer zu durchschauende Nachricht
Ziel war es, ein realistisches Angriffsszenario zu simulieren – so, wie es täglich passieren kann.
Die Ergebnisse im Überblick
- Rund 40 % der Phishing-Mails wurden geöffnet – ein Wert, der mit Microsoft Outlook technisch nicht gänzlich zu verhindern ist.
- In zwei Fällen wurde auf den enthaltenen Phishing-Link geklickt.
- Ein Vorfall wurde direkt gemeldet: „Ich war gerade im Stress, hab's am Handy geöffnet und nicht genau hingesehen.“
Diese Reaktion ist typisch – und unterstreicht, wie wichtig regelmäßige Schulungen und Awareness-Formate für Personal sind.
Aktuelle Bedrohungslage: Kein Grund zur Entwarnung
Die Ergebnisse lassen sich nicht isoliert betrachten. Laut dem aktuellen Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vom April 2025 ergibt sich folgendes Bild:
- Täglich 383.000 neue Malware-Varianten
- 19,5 Millionen Spam-Mails – das sind 8 % weniger als im Vormonat, doch die Qualität der Angriffe steigt.
- Besonders kritisch: Die Zunahme gezielter Phishing-Angriffe auf das Gesundheitswesen, insbesondere Praxen mit hohen Datenwerten wie radiologische Einrichtungen. (Quelle: BSI Lagebericht 04/2025)
Cyberkriminelle setzen dabei gezielt auf Drucksituationen und Routine – zwei Faktoren, die in medizinischen Abläufen häufig auftreten.
Was bedeutet das für Curagita und für die von uns betreuten Praxen?
Die gute Nachricht: Unsere Schulungen und technischen Schutzmaßnahmen wirken. Der Großteil der Phishing-Mails wurde richtig erkannt oder ignoriert.
Die Herausforderung: Ein einziger Klick reicht, um Systeme zu kompromittieren – besonders dann, wenn mobile Geräte im Einsatz sind oder Mitarbeitende unter Zeitdruck arbeiten.
Fazit: IT-Sicherheit beginnt beim Menschen
Technische Schutzsysteme wie Firewalls, Spamfilter und Virenscanner sind unverzichtbar – doch sie greifen zu spät, wenn Anwender:innen unbewusst den Angriff auslösen. Deshalb setzen wir bei Curagita und den von uns betreuten Praxen auf ein dreistufiges Sicherheitskonzept:
- Sichere Infrastruktur
- Regelmäßige Awareness-Trainings
- Proaktive Sicherheitsüberprüfungen
Mit dieser Kombination stärken wir nicht nur Ihre IT-Systeme, sondern auch das wichtigste Element Ihrer Sicherheitskette: Ihr Team.
Interesse an einem Phishing-Test oder Sicherheit-Checkup für Ihre Praxis?
Sprechen Sie uns an – wir bieten maßgeschneiderte Sicherheitschecks, auch ohne Vorankündigung im Team (anonymisiert), inklusive detaillierter Auswertung und konkreten Handlungsempfehlungen. Denn der beste Zeitpunkt, eine Sicherheitslücke zu entdecken, ist vor dem echten Angriff.


