Die roboter-assistierte Operation des Thoraxmagens: Retrospektive Analyse einer Fallserie aus dem Bundeswehr-Krankenhaus Ulm
Wehrmedizinische Monatsschrift, Vol. 68, Juni 2024, S. 302–309
W. Heitzmann et al., Ulm
Da ein Upside-Down-Magen zu schweren Nebenwirkungen führen kann, wird grundsätzlich eine operative Revision angestrebt. Es wurden 11 Patienten (8 Frauen, 3 Männer), mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren und einem „Thorax-Magen“ mittels des Da Vinci-OP-Systems operiert. Es traten keine Komplikationen auf. Präoperativ erfolgte als Ergänzung zur ÖGD eine CT. Am zweiten Tag postoperativ wurde eine erneute CT mit oralem KM durchgeführt, um ein Frührezidiv auszuschließen. Nach durchschnittlich fünf Tagen konnten alle Patienten beschwerdefrei entlassen werden.
Axiale Hiatushernien entstehen durch altersbedingtes Erschlaffen des gastroösophagealen Bandapparates. Bei der seltenen Form einer paraösophagealen Hernie verschieben sich Magenanteile mediastinal entlang des Ösophagus. Bei vollständiger Verschiebung des Magens in den Mediastinalraum handelt es sich um einen Upside-Down-Magen. Klinisch kann es zu Dysphagien, Regurgitationen oder zu postprandialen epigastrischen Schmerzen kommen. Lungen- und Herzkompressionen können zu entsprechenden kardiopulmonalen Symptomen führen. Komplikationen wie Ulcus ventriculi, Inkarzeration oder eine Anämie sind nicht selten. Diagnostisch ist die Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) die Standarduntersuchung. Sie sollte immer durch die CT ergänzt werden, um die genauen anatomischen Verhältnisse erkennen zu können. Operativ wird die vollständige Reposition des Bruchsackinhalts sowie der Verschluss der pathologisch erweiterten Bruchpforte (Hiatoplastik) einschließlich Gastropexie und Fundopexie angestrebt.
Da über roboterassistierte Operationen bei komplettem Thorax-Magen kaum Berichte vorliegen, wurden 11 Patienten mit Upside-Down-Magen in einer Studie von April 2023 bis März 2024 untersucht, operiert und retrospektiv ausgewertet. Es handelte sich um 8 Frauen und um 3 Männer mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren. Die roboterassistierte Operation wurde mit dem Da Vinci-OP-System durchgeführt. Es kam postoperativ zu keinen Komplikationen. Am zweiten postoperativen Tag erfolgte eine CT mit oralem KM, um ein Frührezidiv auszuschließen. In allen Fällen zeigte sich eine regelrechte Magenlage. Nach durchschnittlich fünf Tagen konnten alle Patienten die Klinik beschwerdefrei verlassen. Die frühe postoperative CT-Untersuchung ist notwendig, da bei früher Detektion eines Rezidivs eine minimal invasive Revision vorgenommen werden kann.


