A special tumour of the nasal cavity
Laryngo-Rhino-Otologie, Vol. 102, Januar 2023, S. 47–50 J.
Heikkinen et al., Turku/Finnland
Bei einer 41-jährigen Patientin wurde in der li. Nasenhöhle ein fleischiger Tumor entdeckt, der im CT eine Infiltration in das Nasenseptum zeigte. Histopathologisch handelte es sich um ein pleomorphes Adenom, dem am häufigsten vorkommenden gutartigen Speicheldrüsen-Tumor. Nur in 8% der Fälle sind die kleinen Speicheldrüsen des oberen Respirations-Traktes Ausgangspunkt für ein pleomorphes Adenom. Der Tumor konnte in toto reseziert werden. Nur in wenigen Fällen (2,4%) kommt es zur malignen Entartung.
Eine 41-jährige Patientin gab anamnestisch eine rezidivierende linksseitige Epistaxis sowie eine anteriore Rhinorrhoe an. Endoskopisch fand sich in der gesamten li. Nasenhöhle eine kuglige, fleischige Raumforderung. Die CT ergab einen Weichteil-Tumor mit Infiltration in das Nasenseptum sowie eine Ausdünnung der medialen Orbitabegrenzung. In der MRT war bei der T1-Wichtung der Tumor iso- bis leicht hypodens, bei der T2-Wichtung hyperdens. Der Tumor konnte in toto endoskopisch reseziert werden. Histopathologisch zeigte sich ein 3,2 cm großes, zell- und myoepithelreiches pleomorphes Adenom.
Dabei handelt es sich um den häufigsten gutartigen Speicheldrüsen-Tumor, der 60% aller Tumoren der Glandula parotis ausmacht. Selten (8%) findet sich diese Entität in den Speicheldrüsen des oberen Respirationstraktes. Der Großteil der kleinen nasalen Speicheldrüsen liegt zwar an der lateralen Nasenwand, dennoch haben die meisten Adenome ihren Ursprung am Nasenseptum. Sie treten am häufigsten bei Frauen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf. Die Diagnose ist zunächst wegen der unspezifischen Symptome oft erschwert. Die endgültige Diagnose ist nur histopathologisch zu stellen. In ca. 10% der Fälle werden Rezidive beschrieben. In ca. 2,4% kommt es zu einer malignen Entartung. Eine regelmäßige Kontrolle nach Tumor-Resektion ist sinnvoll.


