Quo vadis Kostenstrukturstatistik (KSS)
Auf dem Röntgenkongress hat Dr. Johannes Schmidt-Tophoff berufspolitisch Interessierten die Lobbying-Initiative von Radiologienetz zur Korrektur der Kostenstrukturstatistik vorgestellt. Die faktenorientierte Aufbereitung stieß bei vielen auf offene Ohren und großes Interesse. Seit 23. Juli liegen neue KSS Zahlen vor. Wen wundert es, dass die Radiologen wieder als Spitzenverdiener ausgewiesen wurden?
Am 23. Juli veröffentlichte das Statistische Bundesamt auf seiner Seite (destatis.de /DE/Branchen-Unternehmen/Dienstleistungen/Medizinischer Bereich) die aktuellen Zahlen (Bezugsjahr 2024) zur Kostenstrukturstatistik (KSS). Wie erwartet nimmt die Radiologie (zusammen mit Nuk, Strahlentherapie) mit 2,5 PraxisinhaberInnen je Praxis (plus 2,4 angestellten Ärzten) beim Reinertrag mit 523k€ je PraxisinhaberIn (2023: 476k€) und bei Einnahmen von 1,493 Mio. € je Praxisinhaber die Spitzenposition ein. Der radiologische Reinertrag beträgt erneut mehr als das Doppelte des Durchschnitts aller (Human-)Ärzte (im Schnitt: 243k€ ). Wir aktualisieren unser ansonsten weiterhin gültiges Thesenpapier zur KSS und informieren Sie demnächst über weitere Details.
Klar ist, dass die KSS Gift für eine Abwehr von Honorarkürzungen ist, erst recht, weil sie aus unserer Sicht ohne Erläuterung falsch dargestellt und missverständlich ist.
Gesundheitsministerin Nina Warken hat den Bewertungsausschuss aufgefordert, bis zum 30.03.27 einen Vorschlag zur Abwertung der technischen Leistungen in der Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie zu unterbreiten. Grundlage für eine EBM-Aktualisierung werden gemäß KSS-Gesetz die Zahlen der KSS sein. „Daher ist es wichtig, dass wir im Interesse der ganzen Branche und unter Zuhilfenahme aller Verbände an einer etwaigen Korrektur oder zumindest einer erklärenden Relativierung der KSS dranbleiben, dies zeigen auch die vielen guten Gespräche mit zahlreichen Akteuren seither.“ betont Johannes Schmidt-Tophoff als nicht-ärztlicher Sprecher des Radiologienetz Deutschland.
Nach Abstimmung mit vielen Verbänden und Akteuren hat Curagita bereits vier Maßnahmen angestoßen:
- Bereits erfolgte Beauftragung des IGES-Instituts zur Prüfung der Argumente im Thesenpapier zur KSS (mit aktuellen Zahlen) und dann zur Veröffentlichung der überprüften Argumente (Gutachten bis spätestens November 2026 auf dem Radiologienetztag), weil wir glauben, dass IGES weiter zur Glaubwürdigkeit beiträgt.
- Bereits erfolgte Beauftragung von RA Prof. Wigge zur Frage einer rechtlich wirksamen Einflussnahme (z.B. Antrag auf Ausnahmeregelung, Klage, Verweigerung, Ausfüllen des Meldebogens mit kalkulatorischen Kosten) auf eine ggfs. missverständliche oder falsche KSS.
- Offizielle Bitte um ein weiteres Expertengespräch mit Destatis parallel zu Berufsverband und Fachgesellschaft.
- Austausch mit den Verbänden, Netzwerken, iMVZ-Verbänden und mit der Industrie (ZVEI, BPI, BVmed) über eine konzertierte Einflussnahme gegen die geplanten Honorarkürzungen in der Radiologie auf Basis falsch dargestellter Zahlen.
Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden alle Mitglieder im Radiologienetz sowie berufspolitische Akteure in und außerhalb von Radiologienetz informiert. Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie unsere Argumente nutzen und selbst Einfluss nehmen wollen. Curagita Honorar-Spezialist Carsten Krüger, Dr. Klaus Mott als ärztlicher Sprecher des Radiologienetz und Curagita-Vorstand Dr. Johannes Schmidt-Tophoff stehen jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.


