Was bringt die Mitgliedschaft im Radiologienetz?
Diese Frage stellten sich die 16 neuen Praxen seit 2022, bevor sie sich für die Teilnahme am Verbund entschieden. Mit verschiedenen Erwartungen starten sie ihre Mitgliedschaft und lernen das Netzleben und die Netzleistungen kennen. Wir haben ein paar Stimmen eingeholt von denjenigen, die in den letzten 12 Monaten neu ins Netz gekommen sind.

In der Heidelberger Bahnstadt liegt einer der beiden Standorte der Radiologie Rhein-Neckar mit den vier Praxispartnern Prof. Dr. Dietmar Dinter, Prof. Dr. Paul Flechsig, Dr. Stephan Bender und Dr. Axel Werner. Dort trafen sie sich mit Curagita-Vorstand Frank Vogel und Netzmanagerin Eva Jugel zu einem Bilanzgespräch nach einem Jahr Mitgliedschaft. Die Radiologen haben insbesondere am moderierten Netzaustausch in den vergangenen 12 Monaten teilgenommen. Dabei konnten sie aufgrund der räumlichen Nähe unkompliziert an Vollversammlungen im nahe gelegenen Haus der Radiologie und auch am Radiologentag teilnehmen. Und wenn die Zeit mal knapp war, war auch die Online-Vollversammlung ein gutes Format, sich zu informieren und mitzudiskutieren. „Die Kollegen zu treffen und sich inhaltlich, aber auch informell über den Tellerrand der eigenen Praxis hinaus auszutauschen“, findet Dr. Axel Werner besonders spannend. Außerdem hat er sich schon kundig gemacht zu neuen Dienstleistungen wie Remote Scanning, die helfen können, den Fachkräftemangel auszugleichen. Diesem Thema will die Praxis auch mit dem Recruiting ausländischer Fachkräfte begegnen und hat sich als eine der ersten Mitgliedspraxen für eine Teilnahme am Verbundprojekt RAFA entschieden.
„Der Prozess des Recruitings aus dem Ausland ist lang und ein wenig mühsam, aber wir werden engmaschig und professionell durch alle Prozessschritte begleitet“, konstatiert Prof. Dinter, der in engem Kontakt mit der Projektleiterin Luisa Schmidt-Tophoff steht. Sein Kollege Dr. Bender beschäftigt sich derweil mit den Folgen der ePa auf den radiologischen Workflow und trägt dieses Thema in den Verbund, um von den Best Practices seiner Kollegen im Netz zu lernen. „Mir gefällt, dass wir aktuelle Praxis-Themen adressieren können, die das Netzmanagement aufnimmt und in Formaten vorbereitet und moderiert“, sagt er. Dazu gehört auch der Austausch der Praxismanagerin Marion Fleissig mit einer anderen Netzpraxis zum Thema Personaleinsatzplanungs-Software.
Derweil haben andere neuen Praxen schon die Gruppenbeschaffungen und Verbundvorteile bei Geräten nutzen können. „Die Zusammenarbeit mit Frau Salwat bezüglich der Anschaffung neuer Röntgengeräte war sehr professionell und angenehm", lobt Dr. Arne Holstein aus der Netzpraxis Gladbeck, die seit letztem Sommer mit an Bord ist. „Dabei bin ich besonders zufrieden mit der zeitnahen Beratung, der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Herstellern und den Verbundkonditionen", fügt er hinzu.
Dr. Stephan Winter und Dr. Nils Hackstein aus dem Diagnostikzentrum Radiologie und Neurologie Gießen haben in ihrem ersten Jahr Mitgliedschaft schon so manche Frage an das Netzmanagement gestellt, die unkompliziert und zeitnah beantwortet wurde. „Das reichte von GOÄ bis MPE", sagt Dr. Hackstein und ist froh, mit dem Radiologienetz eine kompetente Anlaufstelle für Fragen aus dem radiologischen Praxisalltag von A bis Z zu haben. Das umfasst darüber hinaus auch Background-Informationen, die vom Verbund aufbereitet und bereitgestellt werden für berufspolitische Argumentationen oder Public Relations. So konnte Dr. Müller-Eschner aus der neuen Mitgliedspraxis Rhein-Nahe sich effizient und faktenorientiert auf ein angefragtes Interview der Mainzer Zeitung zur Auswirkung der Strompreis-Erhöhungen im letzten Oktober vorbereiten und bedankte sich beim Netzmanagement für „die schnelle Bereitstellung der Informationen“, was ihm sehr geholfen habe.
Die Netzpraxis Aachen profitiert übrigens ab Ende Mai vom Tourservice des Verbundeinkaufs und freut sich auf diese Art der Entlastung des Praxis-Einkaufsteams.
Fazit
Das breite Netzangebot hält für jeden Bedarf einer Praxis etwas bereit. Den Nutzen in Geldwert umzurechnen geht bei Beschaffungsprojekten einfacher als bei den Informations- und Kommunikations-Flüssen, die Radiologienetz betreibt. So können Einsparungen beim Praxis-/Sprechstunden-Bedarf sowie bei Gerätebeschaffungen bzw. Serviceverträgen von 10–20 Prozent realisiert werden. Alles in allem haben die niedergelassenen Radiologinnen und Radiologen durch die Netzmitgliedschaft die Chance, Vorteile von größeren Verbünden zu nutzen, ohne dabei das eigene Unternehmertum aufzugeben. Dass dies in einem sich zunehmend konsolidierenden Markt wie der radiologischen Niederlassung immer notwendiger wird, zeigt das lebhafte Interesse vieler Praxen an der Mitgliedschaft. „Der Prozess des Recruitings aus dem Ausland ist lang und ein wenig mühsam, aber wir werden engmaschig und professionell durch alle Prozessschritte begleitet.“
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