Clinical relevance of 18F-FDG PET/CT in the postoperative follow-up of patients with history of medullary thyroid cancer

Radiol. Oncol., Vol. 55, Januar 2021, S. 18-25

J. Saponjski et al., Belgrad

Medulläre Schilddrüsen-Karzinome (SDK) sind neuroendokrine Tumoren mit einer Inzidenz von 1%-2% aller SD-Malignome. Von 67 operierten Patienten fanden sich bei 35 Patienten (52%) im PET/CT Metastasen. Der SUVmax betrug 5,01+/-3,6. Vier Patienten waren falsch positiv, drei Patienten falsch negativ. Hinsichtlich der Detektion von Rezidiv und Metastasen betrug die Sensitivität 92,1%, die Spezifität 86,2%, PPV 89,7%, NPV 89,3%. Alle im PET/CT richtig negativen Diagnosen waren auch bei den übrigen nuklearmedizinischen Methoden negativ. 

Bei dem medullären Karzinom der SD (SDK) handelt es sich um einen neuroendokrinen Tumor, der sich aus den para-follikulären C-Zellen entwickelt. Die Inzidenz beträgt 1%-2% aller SD-Malignome. C-Zellen bilden Calcitonin und Procalcitonin, beides spezifische Tumormarker. Das „carcinoembryonic“ Antigen (CEA) ist zwar kein spezifischer Tumormarker, aber er ist hilfreich hinsichtlich der Therapiekontrolle. Calcitonin und CEA sind prognostische Prädiktoren bei Patienten mit persistierender Erkrankung nach OP.

Ziel der vorliegenden Arbeit war es, Sensitivität und Spezifität der 18F-FDG-PET/CT im Vergleich zu anderen nuklearmedizinischen Verfahren zu eruieren sowie zur Kontrolle bei Patienten nach radikaler Thyreoidektomie eizusetzen. Es wurden 67 Patienten von 2010 bis 2019 mit der Frage nach einem Rezidiv untersucht. Es handelte sich um 32 Männer (48%) und 35 Frauen (52%) mit einem Durchschnittsalter von 52,2+/-16,2 Jahren. Kontrollen erfolgten durchschnittlich nach 16,5 Monaten (6-116 Monate). 56 Patienten (84%) hatten erhöhte Calcitonin-Werte (45-8.526 pg/ml), 16 Patienten (24%) erhöhte CEA-Werte.

Alle Patienten erhielten neben der PET/CT auch CT, MRT und US-Untersuchungen. Im PET/CT fanden sich bei 35 Patienten (52%) positive Befunde: Bei 15 Patienten (43%) in den Halslymphknoten, bei 13 Patienten (37%) in den mediastinalen Lymphknoten, bei zwei Patienten (6%) in mediastinalen und abdominalen Lymphknoten sowie in der Lunge, bei weiteren zwei Patienten (6%) im Halsbereich und bei drei Patienten (9%) in verschiedenen Lokalisationen. Der durchschnittliche SUVmax betrug 5,01+/-3,6. Vier Patienten (6%) waren falsch positiv, drei Patienten (4,5%) falsch negativ. Waren die Patienten im PET/CT richtig negativ, waren sie dies auch bei allen anderen nuklearmedizinischen Untersuchungsmethoden. Bei 27 Patienten (40%) änderte sich durch PET/CT das therapeutische Management.

Insgesamt zeigte sich im PET/CT hinsichtlich der Detektion von Rezidiv und Metastasen eine Sensitivität von 92,1%, eine Spezifität von 86,2%, PPV 89,7%, NPV 89,3%, Genauigkeit 89,6%. Bei allen richtig positiven PET/CT-Patienten waren die Serumcalcitonin-Werte erhöht. 


Autor: Prof. Dr. U. Klein