Cardiac magnetic resonance characteristics of acute myocarditis occurring after mRNA-based COVID-19 vaccines immunization

Cardiology Journal, Vol. 29, Februar 2022, S. 160–162, https://doi.org/10.5603/CJ.a2021.0152


Meyer-Szary et al., Zürich

 

Es wird über drei junge Männer berichtet, bei denen sich nach der zweiten COVID-Impfung (mRNA) eine Myokarditis innerhalb von 1–5 Tagen entwickelte. Im KM-MRT des Herzens zeigten sich in den basalen Segmenten Myokardveränderungen sowie jeweils ein subepikardiales Ödem mit einem späten Gadolinium-Enhancement. Der CRP-Wert war jeweils erhöht, eine Ursache für eine Entzündung zeigte sich nicht. Es gab keine Co-Morbiditäten und nach 5–9 Tagen waren alle Parameter wieder normal.

Weltweit sind ca. 1 Milliarde Menschen vollständig gegen COVID-19 geimpft. Neuere Publikationen berichten über einige Fälle von vermutlich impfinduzierten Myokarditiden.

Fallbeschreibungen:

1. Ein 29-jähriger Mann stellte sich zwei Tage nach einer Moderna-Impfung mit schwerem Engegefühl in der Brust, Dyspnoe und retrosternalen Schmerzen vor. Das EKG ergab Zeichen für Herzmuskel-Veränderungen und es fanden sich Entzündungs-Parameter im Blut (CRP 39 mg/l). Ein akutes Koronar-Syndrom sowie eine Lungenembolie konnten ausgeschlossen werden. Das Herz-MRT zeigte ein Ödem und Myokardveränderungen in den unteren, inferior-lateralen und antero-lateralen Segmenten. Gleichzeitig zeigte sich in den gleichen Segmenten ein subepikardiales/intramurales spätes Gadolinium-Enhancement.

2. Ein 12-jähriger Junge klagte zwei Tage nach der COVID-Impfung über starke Brustschmerzen, über Durchfall und Fieber. Das EKG zeigte Herzmuskelveränderungen, und die Entzündungsparameter waren erhöht (CRP 23 mg/l). Das Herz-MRT (EF=56 %) zeigte ein spätes Gadolinium-Enhancement in der basalen inferior-lateralen und basalen inferioren Wand. Es fand sich keine infektiöse Ursache für die Myokarditis.

3. Ein 17-jähriger Mann stellte sich einen Tag nach der COVID-19-Impfung mit starken Brustschmerzen und Fieber vor. Im EKG fanden sich Myokardveränderungen mit ST-Hebungen. Im Blut fanden sich deutliche Entzündungszeichen (CRP 18,2 mg/l). Eine Herz-MRT nach dem sechsten Tag ergab ein subepikardiales Ödem sowie ein spätes Gadolinium-Enhancement in den basalen und inferior-lateralen Segmenten. Infektionserreger fanden sich nicht.

Es handelte sich bei diesen Fällen um junge Männer ohne Co-Morbiditäten. Bei allen dreien entwickelten sich 1–5 Tage nach der zweiten COVID-19-Impfung (mRNA) eine Myokarditis. Alle hatten einen erhöhten CRP-Spiegel. Die EF war in allen Fällen normal. Die Herz-MRT zeigte stets das gleiche Muster von Myokardschädigung in den unteren und inferior-lateralen Segmenten mit einem subepikardialen Ödem in den T2-gewichteten STIR-Bildern. Nach 5–9 Tagen waren EKG und Laborveränderungen in allen drei Fällen normal.

Bisher wurden impfinduzierte Myokarditiden zu 0,0007 % bis 0,002 % gemeldet. Obwohl der kausale Zusammenhang zwischen Myokarditis und COVID-19-Impfung nicht eindeutig bewiesen ist, könnte die Zeitkonkordanz jedoch ein starkes Indiz dafür sein.