Cancer risk in Graves disease with radioactive 131J-treatment: a nationwide cohort study
The Journal of Nuclear Medicine, Vol. 65, Mai 2024, S. 693–699
K.J. Kim et al., Seoul/Südkorea
Graves disease (GD) zeigt weltweit eine Prävalenz zwischen 0,1 % und 2,9 %. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung durch thyreostimulierende Autoantikörper. Die Behandlung mit 131J (RAI) steht therapeutisch an erster Stelle. In einer Studie wurden 10.737 Patienten mit RAI-Behandlung und 53.003 Patienten ohne RAI-Behandlung untersucht. Es handelte sich um 67 % Frauen und 33 % Männer mit einem Durchschnittsalter von 43+/–13,4 Jahren. Im Ergebnis zeigte sich hinsichtlich eines Krebsrisikos kein signifikanter Unterschied zwischen Patienten mit RAI- und Patienten ohne RAI-Behandlung.
Graves disease (GD) ist eine Autoimmunerkrankung mit exzessiver Produktion von Schilddrüsenhormonen, hervorgerufen durch thyreostimulierende Antikörper. Weltweit zeigt sich eine Prävalenz von 0,1 % bis 2,9 %. Therapeutisch kommen in Betracht: Konventionelle Schilddrüsen-Medikamente, eine Therapie mit radioaktivem 131Jod (RAI) sowie die Thyroidektomie. Trotz regionaler Unterschiede steht die RAI an erster Stelle der Therapiemöglichkeiten.
In dieser Arbeit wurde die größte retrospektive Kohortenstudie in Südkorea durchgeführt, mit der Frage, ob die RAI-Therapie das Karzinomrisiko erhöht, wobei verschiedene Faktoren, die diese Ergebnisse beeinflussen können, berücksichtigt wurden: Rauchen, Alkoholkonsum und andere Co-Morbiditäten. Zwischen dem 01.01.2002 und dem 30.06.2020 wurden 465.683 Patienten mit GD ausgewertet. In die Studie aufgenommen wurden 10.737 Patienten mit einer RAI-Behandlung und 53.003 Patienten ohne RAI-Behandlung. Es handelte sich um 67 % Frauen und um 33 % Männer mit einem Durchschnittsalter von 43,7+/–13,4 Jahren ohne Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Als RAI-Behandlung galt eine Einzeldosis von mindestens 185 MBq. Es gab drei Radioaktivitäts-Gruppen: 185–370 MBq, 371–555 MBq und 556 MBq. Als Nebenwirkungen zeigen sich gelegentlich eine Sialodenitis und eine Exazerbation der Ophtalmopathie. Als Co-Morbiditäten gelten ein Hypertonus (27 %), Diabetes mellitus (9 %) und eine Hyperlipidämie (17 %). Bei 80,1 % der Patienten in der RAI-Gruppe und bei 89,4 % in der Non-RAI-Gruppe wurden vorher antithyroidale Tabletten verabreicht. Von 2004 bis 2019 traten in der RAI-Gruppe 530, in der Non-RAI-Gruppe 2679 neue Karzinome auf mit einer Inzidenzrate von 5,66 bzw. 5,84 pro 1000 Personenjahren. Insgesamt hat sich gezeigt, dass das Krebsrisiko bei GD-Patienten mit einer RAI-Behandlung nicht signifikant höher ist als bei Patienten ohne RAI-Behandlung, unabhängig von der verabreichten Dosis und von den Co-Morbiditäten.


