Bundesärztekammer erhält politische Unterstützung für strafferen Umgang mit MVZ

Bundespolitiker der SPD und Grüne befürworten die vor kurzem durch die Bundesärztekammer (BÄK) unterbreiteten Vorschläge zum Umgang mit Medizinischen Versorgungszentren (MVZ). Aufgrund der sich ausweitenden Übernahme von Arztpraxen durch Private Equity Investoren hatte die BÄK ein Positionspapier verfasst. Darin fordert sie, dass MVZ ausschließlich fachübergreifend konstituiert sein müssen, um eine Zulassung zu erhalten. Die Marktanteile sollten begrenzt und offengelegt werden, wer Inhaber bzw. Letzteigentümer der MVZ ist. Ein wesentlicher Punkt der Forderungen betrifft somit die Schaffung von mehr Transparenz, auch hinsichtlich einer Überprüfbarkeit von Versorgungsaufträgen und der Einhaltung des Berufsrechts.

Das Thema MVZ steht ohnehin im Bundestag auf der Agenda. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Reformen bei den MVZ für dieses Jahr angekündigt. Unterstützung kommt auch von Armin Grau (Grüne), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages, den das Ärzteblatt in einem Beitrag vom 26. Januar 2023 zitiert: „Ich freue mich sehr, dass die BÄK sehr detailliert und sachgerecht Stellung zum Thema MVZ bezieht.“ Der zunehmende Verkauf von Arztpraxen an Finanzinvestoren und damit verbundene unübersichtliche Firmenstrukturen erforderten schnelles Handeln seitens des Gesetzgebers. Er schlug die Nennung der Letzteigentümer auf dem Praxisschild, auf der Internetpräsenz und in einem entsprechenden Register vor.

Bedarf zur Nachschärfung der Anforderungen sieht die BÄK auch im Bereich der Gründungsvoraussetzungen. Die heute geltenden Regelungen seien Grau zufolge nicht sinnvoll und bedürften dringend einer Reform. Um die bedarfsgerechte, sektorenübergreifende Versorgung zu sichern, sollen MVZ und Krankenhäuser eng zusammenarbeiten. MVZ müssten Patienten die Versorgung ihres gesamten Fachgebiets zusichern. 

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/140474/Politische-Unterstuetzung-fuer-MVZ-Vorschlaege-der-Bundesaerztekammer