Bericht vom Praxismanagertreffen: Aller Anfang ist digital
Die Suche nach Kolleginnen und Kollegen in der Praxis nimmt ihren Anfang meist in den Tiefen des Internets. Das wissen wir alle, da wir uns im Feierabend gerne informieren und inspirieren lassen – aber wie wir dies auch im Recruiting nutzen, um mit einem Jobangebot Aufmerksamkeit bei wechselwilligem Fachpersonal zu erzeugen, das war das Thema eines Praxismanager-Austauschs im Sommer.
Digitales Recruiting ist für den einen oder die andere noch unbeschrittenes Terrain. Laut Statista-Umfrage vom letzten Jahr hängt man mit diesem Erfahrungshorizont allerdings ein wenig hinterher. Weshalb? Inzwischen schreiben 70 Prozent der befragten Unternehmen freie Stellen auf Jobportalen aus. Etwas mehr als die Hälfte veröffentlichen Job-Angebote auf den eigenen Unternehmenskanälen wie der Webseite oder einer speziellen Karrierseite. Und 44 Prozent zeigen auf Social Media-Plattformen mit Beiträgen, Anzeigen und Videos an, wenn sie unfreiwillig unterbesetzt sind. Schlusslicht der Recruiting-Kanäle sind die Anzeigen in Printmedien – das überrascht nicht wirklich, wo doch „jeder“ auf dem Handy oder Laptop surft, um nichts zu verpassen.
Karriereseiten leisten Überzeugungsarbeit
Den ausgeschriebenen Stellen der Praxis darf man ruhigen Gewissens eine ganze Seite der Praxis-Website widmen. Und die sollte auch gleich ins Auge fallen und in der Hauptnavigation mit ganz oben stehen. Karriereseiten bieten Platz und idealen Gestaltungsraum für jene vielschichtige Überzeugungsarbeit, die auch im persönlichen Gespräch 1:1 zur Anwerbung geeigneter Kandidaten geleistet würden. Aktuelle und verständliche Inhalte mit allen Infos zum Job, zur Praxis und deren Pluspunkte als Arbeitgeber (gerne auch als Video) dürfen auf Karriereseiten eingearbeitet werden. Damit entstehen Sympathien, man weckt Vertrauen und Jobsuchende können sich die spätere Tätigkeit in der Praxis bereits bildhaft vorstellen. Wir wären allerdings nicht im Jahr 2022, wenn nicht auch die Nutzerfreundlichkeit (mobiloptimierte Seite, Bewerbung direkt online, Kontaktangebote, Recruitingvideos, kununu-Bewertung usw.) und die Suchmaschinenoptimierung im gleichen Atemzug ihre Relevanz einforderten. Denn keine Seite ist gut, wenn sie nicht von geeigneten Kandidaten gefunden wird oder wenn Kandidaten uninteressiert wieder abspringen.

Suchen, klicken, finden, bewerben – Jobsuchmaschinen
Wie beglückend es sein kann, einen Job zu suchen und interessante Treffer zu landen. Glück – oder Berechnung eben – für die Praxis, die dort Stellen ausschreibt, wo viele Menschen nach einer neuen Herausforderung suchen. Im Ranking der Suchmaschinen und Portale für Jobs sind diese die Top-Four: Stepstone, Indeed, kununu, Arbeitsagentur. Im Gesundheitswesen stehen auch medi-karriere.de, medi-jobs.de und speziell für Ärzte-Recruiting aerztestellen.aerzteblatt.de mit geschalteten Stellenanzeigen hoch im Kurs. Es empfiehlt sich also da zu sein, wo Andrang von Kandidaten herrscht. Mit persönlich ausformulierten Stellenbeschreibungen und einer gestalteten Unternehmensseite in den Plattformen stechen Firmen bei interessierten Arbeitssuchenden positiv hervor. Übrigens: auf radiologienetz.de und radiologie.de (mit immerhin 500.000 Besuchern pro Jahr) können Mitgliedspraxen seit kurzem Jobs kostenfrei inserieren.
Entspannt per Du in sozialen Netzwerken
Im Rennen um MTRA, MFA und Ärzte ist man mit authentischen Einblicken in den Praxisalltag ganz vorne dabei. Stellenanzeigen informieren über die Tätigkeiten, Anforderungen, Rahmenbedingungen und die Benefits. Was in der vergangenen Woche in der Praxis los war, liest man allerdings auf Instagram. Wie das Praxisteam den Hygieneworkshop erlebte, erzählt die MTRA mit einer Foto-Story auf Facebook. Und auch, wo ich mich bewerben kann, erfahre ich ebenda oder auf LinkedIn, Xing oder in einem Video auf YouTube. Manchmal auch, ohne dem Praxiskanal selbst zu folgen. Denn über Anzeigen erreicht man neue Personenkreise. Werbung auf Instagram und Facebook ist vergleichsweise günstig und super in der Auswahl von Zielgruppen (Targeting).
Netzstärke für Employer Branding nutzen: Insta-Kampagne #Mein Herz schlägt Radiologie
Pünktlich zum Radiologentag startet Radiologienetz mit einem eigenen Instagram-Account. Ziel ist es, die Blackbox rund um die Arbeitsplätze in einer radiologischen Praxis zu öffnen. Durch kleine Videos mit Protagonisten aus Netzpraxen sollen die verschiedenen Einsatzbereiche in einer radiologischen Praxis für potenzielle Arbeitnehmer erfahrbar, begreifbar und spannend dargestellt werden. Zielgruppen sind nicht nur Schulabgänger und Berufseinsteiger, sondern auch Quereinsteiger und Berufserfahrene aus anderen Facharztrichtungen, die sich noch einmal neu orientieren möchten. Die einzelnen Schnipsel mit verschiedenen Testimonials werden für alle teilnehmenden Praxen nutzbar gemacht und berichten aus dem Arbeitsalltag vom Praxismanager bis zur MFA-Azubi. Mit der Radiologie Darmstadt, dem Radiologiezentrum Wiesloch und der Radiologie Landau sind drei Teams als Pilotpraxen mit am Start. Weitere Interessenten können sich gerne beim Netzmanagement melden!


