Aktualisierung des Hygieneplans

Die KRINKO-Empfehlung „Prävention von Infektionen, die von Gefäßkathetern ausgehen, Bundesgesundheitsblatt 02/2017“ hat Auswirkungen auf den Praxis-Hygieneplan.

Das Thema Hygiene ist für jede Arztpraxis wichtig. Dies gilt insbesondere, da die Hygiene rechtlich als „beherrschbares Risiko“ gilt. Wie wir alle wissen, ist die hundertprozentige Umsetzung aller Hygienemaßnahmen nicht ganz einfach. Umso wichtiger ist es, dass den formalen Vorschriften Genüge getan wird.

Die Basis für Hygiene ist immer der Hygieneplan. Die Mitarbeiter sind in diesen Hygieneplan einzuweisen und die Kenntnisse jährlich aufzufrischen. Wichtig ist, dass die Praxis diese Einweisungen und Auffrischungen immer nachweisen kann, z.B. mittels einer Unterschriftenliste.

Die Hygieneverordnung verweist an vielen Stellen auf die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut (RKI). Hierdurch erreichen die nachstehenden Empfehlungen Gesetzescharakter. Die Nachdrücklichkeit der Empfehlungen wird seit 2010 in Kategorien von IV bis IA differenziert, z.B. Kategorie IA: Diese Empfehlung basiert auf gut konzipierten systematischen Reviews oder einzelnen hochwertigen randomisierten kontrollierten Studien. Seit Februar 2017 müssen im Hygieneplan bei allen Maßnahmen die vorgenannten Kategorien angegeben werden.

Weiterhin gibt es etliche differenzierte Vorgaben zum Umgang mit peripheren venösen Verweilkanülen (PVK), zum Beispiel: Auf den Einsatz von Mandrins zum „Abstöpseln“ einer ruhenden PVK sollte ganz verzichtet werden, weil ein erhöhtes Risiko für Patient (Kontamination) und Personal (Blutkontakt) besteht. Empfohlen wird auch die Verwendung von desinfizierbaren nadelfreien Konnektionsventilen (NFC), wenn an dieser Stelle häufige Manipulationen erforderlich sind. Ansonsten reichen sterile Verschlusskappen (häufig in rot). Dasselbe gilt für das Verschließen einer Verlängerung oder für Drei-Wege-Hähne, die Desinfektion der Luer-Lock-Enden, die Verwendung von sterilen flexiblen Verbindungsstücken direkt an der PVK sowie die Spülung der PVK und des Verbindungsstücks mit steriler Kochsalzlösung.

Auf der Grundlage dieser KRINKOEmpfehlungen sollten Praxen ihren Hygieneplan aktualisieren.

Ihr Ansprechpartner für Schulungstermine und Mitgliederkonditionen bei unserem Kooperationspartner HYBETA:

Boris Kögler

koecuragita.com