A survey among German-speaking radiation oncologists on PET-based radiotherapy of prostate cancer
Radiation Oncology, Vol. 16, Mai 2021, https://doi.org/10.1186/s13014-021-01811-8
M.M.E. Vogel et al., München
Es sollte die Akzeptanz und die Anwendung der PSMA-PET bei Patienten mit Prostata-Karzinom (PC) in der klinischen Routine bestimmt werden. Dazu wurde den Mitgliedern der DEGRO-Fragebogen zugeschickt, um Behandlungsmuster für Radiotherapie des PC mit und ohne PSMA-PET zu eruieren. Von 109 Teilnehmern hatten 86 (78,9%) ein PET-Gerät. Bei 39,5% wurde die PET für Rezidive postoperativ bei einem PSA-Wert >0,5 ng/ml, bei 30,2% mit einem Wert ab 0,2 ng/ml eingesetzt. Bei PET-positivem Lokalrezidiv und Beckenlymphknoten-Metastasen (BLM) wenden 97,7% bzw. 96,5% der Teilnehmer eine erhöhte Dosis (70 Gy für das Lokalrezidiv) an, 62% für BLM.
Durch PSMA-PET lassen sich 58% der Patienten mit einem Prostata-Karzinom (PC) erkennen, die einen PSA-Level von 0,2 – 1,0 ng/ml aufwiesen. Je höher der PSA-Spiegel, desto höher die Detektionsrate. Dazu ermöglicht die PSMA-PET die Erfassung der tatsächlichen Tumormasse, um eine optimale Radiotheraphie (RT) durchführen zu können. Die neuesten Publikationen berichten über einen um 27% höheren Diagnostikwert für PET-CT als für ein Staging mit konventionellen Untersuchungen wie CT und Knochenszintigraphie.
Da es in verschiedenen Zentren unterschiedliche Therapien gibt, haben die Autoren einen Fragebogen an 109 Mitglieder der DEGRO mit 35 Fragestellungen geschickt. Zwischen 3. März 2020 und 3. April 2020 haben 86 Mitglieder (78,9%) den Fragebogen ausgefüllt. Dabei zeigte sich, dass alle Patienten eine PET-CT erhielten, 30% (34,9%) zusätzlich eine PET-MRT. Bei 60 Patienten (69,8%) gab es Probleme mit der Bezahlung durch die Krankenkasse. 83 Teilnehmer (96,5%) hatten die Möglichkeit, PET in der täglichen Routine zu nutzen.
Bei Rezidiven nach primärer OP führen nur 11,7% der Teilnehmer eine PET durch, die übrigen in Abhängigkeit vom PSA-Wert. Bei PET-positiven Rezidiven betrug die verabreichte Strahlendosis 70 Gy (56,89 – 85,72 Gy). Bei PET-positiven Lymphknoten lag die totale Dosis bei 62 Gy (52,61 – 80,00 Gy). 53 Teilnehmer (61,6%) setzen Androgen-unterdrückende Zusatztherapien ein, 10 Teilnehmer (11,6%) tun dies nicht, unabhängig vom PET-Ergebnis. PET-CT und PET-MRT haben zwar gleiche Detektionsraten, PET-MRT zeigt jedoch Vorteile bei der Erfassung von lokalen Rezidiven.
PSMA-PET wird von 39,5% der Teilnehmer bei einem PSA-Spiegel von >0,5 ng/ml durchgeführt, von 30,2% bei einem PSA-Spiegel ab 0,2 ng/ml. Bei Zunahme des PSA-Wertes ist die PET der Standard für das weitere Management. Nur 46,5% der Teilnehmer wenden PET vor der endgültigen Strahlentherapie an, obwohl sich mit PET mögliche Lymphknoten-Metastasen erkennen lassen.
Bei Rezidiven oder Lymphknoten-Metastasen werden häufig Boost-Konzepte angewendet mit mittleren Dosen von 70.0 Gy (56,89 – 85,71 Gy). Bei PET-positiven Lymphknoten ohne Anzeichen von lokalem Rezidiv bestrahlen 60,2% der Teilnehmer sowohl die befallenen Lymphknoten als auch die entsprechenden Lymphbahnen und das Prostata-Bett. Es gibt Hinweise darauf, dass sich durch diese Methode in 92,5% bis 100% der Fälle eine Heilung erzielen lässt.
12,1% der Teilnehmer bestrahlen PET-positive Lymphknoten mit stereotaktischer Radiotherapie. Bei Vorliegen von Knochenmetastasen bestrahlt die eine Hälfte der Teilnehmer mittels konventioneller fraktionierter RT, die andere Hälfte mittels stereotaktischer Therapie.
Autor: Prof. Dr. U. Klein


