Ultrasonographic risk factors of malignancy in thyroid nodules
A.Rios et al., Langenbeck`s Archives of Surgery, Vol. 401, September 2016, S.839-849
Durch hochauflösenden Ultraschall lässt sich bei Schilddrüsenknoten auf Grund des unterschiedlichen Echoverhaltens mit großer Sicherheit zwischen benigne und maligne unterscheiden. Intranodulärer Mikrokalk und atypische Gefäßknäuel sowie Single-Knoten sprechen für das Vorhandensein von Malignität.
In zahlreichen Ultraschall-Studien hat man bei 67% der älteren Frauen Schilddrüsenknoten gefunden, wobei 3% bis 7% maligne sind. In dieser Studie sollte festgestellt werden, welche US-Charakteristika signifikant auf Benignität bzw. Malignität eines Schilddrüsenknotens hinweisen. Von April 2004 bis März 2010 wurden bei 221 Patienten 221 Knoten untersucht. 87% der Knoten fanden sich bei Frauen mit einem Durchschnittsalter von 51,9 +/- 16,7 Jahren. 13% der Knoten betrafen Männer. Nach der US-Analyse wurde eine Feinnadelbiopsie (FNA) durchgeführt.
Bei 144 Patienten (65%) waren US- und FNA- Resultate benigne. Bei 77 Patienten (35%) war eine Operation notwendig wegen eines unbestimmten FNA-Ergebnisses. In 10 Fällen wurde ein Schilddrüsen-Karzinom (SD-Ca) entdeckt, davon neun papilläre und ein medulläres Ca. Bei 16 Patienten ergab sich ein malignes FNA-Resultat wobei in 15 Fällen ein SD-Ca diagnostiziert wurde (12 papilläre, zwei medulläre und ein anaplastisches Karzinom. In sieben Fällen ergaben sich im US maligne Kriterien, wobei das FNA-Resultat benigne war. Bei diesen sieben Patienten wurde histologisch ein SD-Ca entdeckt (fünf papilläre, ein follikulläres, ein medulläres Ca).
Bei 29 Patienten mit benignen FNA- und US- Resultaten war eine OP-Indikation gegeben z.B. bei intrathorakaler Ausdehnung. In allen Fällen ergab die Histologie einen benignen Befund. Insgesamt zeigten sich folgende Resultate: 189 Knoten (86%) waren gutartig. Die durchschnittliche Größe betrug 2,13 +/- 0,94 cm im größten Durchmesser. 32 Knoten (14%) waren bösartig (26 papilläre, vier medulläre, ein follikulläres und ein anaplastisches Ca). Die Durchschnittsgröße dieser Knoten lag bei 2,39 +/- 1,21 cm.
Folgende Faktoren sprechen für eine Bösartigkeit: Knoten ohne intranodale Kolloid- Degenration sind häufiger maligne als die mit einer solchen Degeneration (27% vs. 7%). Knoten mit unscharfer Begrenzung sind häufiger maligne als die mit scharfer Begrenzung (41% vs. 10%). Knoten mit ovaler Form waren in 10% maligne, mit anderer Form in 48%. Bei Single-Knoten betrug die Malignitätsrate 17%, bei multiplen Knoten 6%.
Beim Vergleich des Echoverhaltes des soliden Anteils eines Knotens mit dem normalen Parenchym zeigte sich, dass bei Hyper-Echogenität oder Iso-Echogenität in 0% bzw. 4% der Fälle eine geringere Malignitätrate festzustellen war als bei einer Hypo-Echogenität in 27%. Eine signifikant höhere Malignitätsrate hatten Knoten mit Schallschatten (80%) als die Knoten ohne (7%) oder Knoten mit neutralem Schallverhalten (16%).
84% der Knoten mit Mikrokalk waren maligne, 2% der Knoten mit Makrokalk und 6% der Knoten ohne Kalk. Intranoduläre Gefäßknäuel waren in 80% mit Malignität assoziiert.
Insgesamt ist es mit hochauflösendem Ultraschall relativ zuverlässig möglich, die Diagnose einer Malignität zu stellen, wobei die Hauptkriterien die Echotextur, Mikrokalk sowie die intranodulären Gefäßknäuel darstellen.
Aus: CuraCompact 02-2017
(Wir danken unserem Ehrenmitglied Prof. Dr. U. Klein aus München, der die Veröffentlichungen aus verschiedenen Fachzeitschriften für Sie auswählt und zusammenfassend erläutert.)
