Seltener Nasennebenhöhlentumor
Laryngo-Rhino-Otologie, Vol.97, April 2018, S. 272-273, F. Elmas et al., Luzern
Riesenzellosteome (größer 30 mm oder mit einem Gewicht über 110g) kommen selten auch im Bereich der Nasennebenhöhlen (NNH) vor. Klinische Symptome sind Kopfschmerzen, Proptosis und Diplopie. Sie sind gutartig, müssen aber gegenüber Osteosarkomen abgegrenzt werden. Therapeutisch kommt die OP in Betracht.
Fallbeschreibung: Ein 25-jähriger Patient stellte sich in der Klinik vor wegen Nasenatmungsbehinderung, Druckgefühl frontal beidseits und Hyposmie. Eine Vorbehandlung war mit cortisonhaltigem Nasenspray sowie intermittierend mit Antibiotika erfolgt.
Die CT der NNH zeigte eine große Raumforderung im linken Sinus frontalis, ausgehend von der Vorderwand. Es ergab sich die Verdachtsdiagnose eines Riesenosteoms. Das Osteom wurde unter Sicht reseziert. Die Stirnhöhlenvorderwand wurde reimplantiert und mit Miniplattenosteosynthese versorgt. Die Histologie bestätigte das Osteom.
Die gutartig und langsam wachsenden Riesenzellosteome betreffen sehr selten die NNH mit Bevorzugung des Sinus frontalis oder der ethmoidalen Zellen. Tumoren größer als 30 mm oder mit einem Gewicht über 110 g werden als Riesenzellosteome bezeichnet. Sie sind meist asymptomatisch, können jedoch auch zu Kopfschmerzen, Proptosis und Hypodiplopie führen. Meist sind sie Zufallsbefunde, müssen jedoch gegen maligne Tumoren (Osteosarkome) gut abgegrenzt werden.
Die klassische OP-Methode ist der externe Zugang mit frontaler Kraneotomie oder lateraler Rhinotomie. Allerdings ist bei kleineren Tumoren auch eine endonasale endoskopische Resektion möglich. Es gibt nur wenig Rezidive und keine maligne Entartung.
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Wir danken unserem Ehrenmitglied Prof. Dr. U. Klein aus München, der Ihnen die Veröffentlichungen aus den Fachzeitschriften auswählt und zusammenfassend erläutert.
