Screening for abdominal aortic aneurysm: US preventive services task force recommendation statement

JAMA, Vol. 322, Dezember 2019, S. 2211-2218

D.K. Owens, Stanford/USA

Der größte Prädiktor für Größenwachstum und Ruptur-Rate eines abdominalen Aorten-Aneurysmas (AAA) ist das Rauchen. Eine positive Familienanamnese mütterlicherseits erhöht das Risiko auf das Doppelte. Das jährliche Ruptur-Risiko bei einem AAA von 5,0-5,9 cm beträgt 11%. Die erste Screening-Methode bei Männern zwischen 65 und 75 Jahren zur Entdeckung eines AAA ist die abdominale Duplex-Sonographie. Ein selektiver therapeutischer Eingriff ist bei einem Aneurysma-Durchmesser von 5,5 cm oder darüber dringend notwendig.

Ein abdominales Aorten-Aneurysma (AAA) wird definiert als Aorten-Erweiterung von mehr als 3 cm Durchmesser. Die Prävalenz bei Männern über 60 Jahre beträgt bis zu 7,2%. Die meisten AAA sind bis zur Ruptur asymptomatisch. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Alter, Geschlecht, Rauchen, andere Aneurysmen, Atherosklerose, Hypercholesterinaemie und Bluthochdruck. Dabei ist Rauchen jedoch der größte Prädiktor für Größenwachstum und Ruptur-Rate eines AAA. Eine positive Familien-Anamnese mütterlicherseits erhöht das Risiko auf das Doppelte.

Die erste Screening-Methode zur Entdeckung eines AAA bei Männern zwischen 65 und 75 Jahren ist die konventionelle abdominale Duplex-Sonographie. Sie hat eine Sensitivität von 94-100% und eine Spezifität von 98-100%. Bei Männern mit anfangs normalem Befund beträgt die Sterblichkeit in der Zeit von 5-12 Jahren weniger als 3%. Bei Patienten mit einem AAA-Durchmesser von 3-3,9 cm ist das jährliche Ruptur-Risiko 0%, bei einem Durchmesser von 4,0-4,9 cm 1%, bei einem Durchmesser von 5,0-5,9 cm 11%. Ein therapeutischer Eingriff ist unbedingt notwendig bei einem Durchmesser von 5,5 cm oder darüber. Bei schnell wachsendem AAA ist ein Eingriff bei einem Durchmesser von 4,0 cm notwendig. Die meisten durch Screening entdeckten AAA (90%) haben einen Durchmesser von 3,0-5,5 cm.

Bei Frauen ist die Prävalenz von AAA geringer als bei Männern (1,3%). Ein Viertel bis ein Drittel der Frauen mit AAA haben einen Aorten-Durchmesser unterhalb der Ruptur-Schwelle von 5,5 cm. Das OP-Risiko bei Frauen ist jedoch höher als bei Männern. Zwischen einer offenen Operation und einer endovaskulären Behandlung ergaben sich keine Unterschiede hinsichtlich klinischer Symptome oder Mortalität.

Insgesamt ist ein US-Screening hinsichtlich eines AAA bei Männern zwischen 65 und 75 Jahren, die geraucht und eine positive Familienanamnese haben, empfehlenswert. Bei Nichtrauchern ohne Familienanamnese hat es nur einen geringen Nutzen. Bei Frauen ist das Screening zwischen 65 und 75 Jahren nur sinnvoll, wenn sie rauchen oder eine positive Familien-Anamnese haben.

 

Wir danken unserem Ehrenmitglied
Prof. Dr. U. Klein
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