Renal arterial pseudoaneurysm after partial nephrectomy: Literature review and single-center analysis of predictive factors and renal functional outcomes

Journal of Laparoendoscopic and Advanced Surgical Techniques, Vol. 29, Januar 2019, S. 45-50

J.S.S. Chavali et al., Cleveland

Die partielle Nierenresektion (PN) bei T1-Nierentumoren hat in seltenen Fällen iatrogene Gefäßläsionen zur Folge. Von 1.417 Patienten entwickelten 20 Patienten (1,4%) ein Pseudoaneurysma (PA), das eine Embolisation notwendig machte. Eine Änderung der glomerulären Funktionsrate (GFR) war dadurch nicht eingetreten. Für das Auftreten eines PA waren eine lange OP-Zeit und eine lange „kalte Ischämie-Zeit“ die beiden einzigen Prädiktoren.

Die partielle Nierenresektion (PN) ist Standard-Therapie bei T1-Nierentumoren. Diese Methode hat als Risiko allerdings gelegentlich iatrogene Gefäßläsionen zur Folge (Pseudoaneurysmen, arteriovenöse Fisteln). Diese Komplikationen sind selten, können aber zu Hämaturien mit Blutverlust bis zum hämorrhagischen Schock führen. Die Symptome (akuter Blutverlust, Flankenschmerz, akuter Schock) können noch sieben Tage postoperativ auftreten.

In der vorliegenden Studie sollten zum einen die prädiktiven Faktoren hinsichtlich des Auftretens von postoperativen Gefäßläsionen eruiert werden, zum anderen sollten die funktionellen Ergebnisse nach Aneurysma-Embolisation evaluiert werden. Von Januar 2011 bis Dezember 2016 wurde bei 1.417 Patienten eine PN durchgeführt. 20 Patienten (1,4%) entwickelten ein Pseudoaneurysma (PA), das eine Embolisation notwendig machte (Gruppe 1). Die übrigen 1.397 Patienten dienten zur Kontrolle (Gruppe 2).

Das Durchschnittsalter der Gruppe 1 betrug 59,6 Jahre, das der Gruppe 2 62,3 Jahre. In Gruppe 1 gab es vier Männer (20%) und 16 Frauen (80%), in Gruppe 2 549 Männer (39,3%) und 868 Frauen (60,7%). Die Tumorgröße im CT betrug in beiden Gruppen durchschnittlich 3,5 cm (2,5-4,7 cm). Die präoperative glomeruläre Filtrationsrate (GFR) war in beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich (82,6% vs. 86,3%), und auch postoperativ ergab sich keine Änderung. Chronische Nierenerkrankungen waren in beiden Gruppen ebenfalls etwa gleich häufig (25,0% vs. 19,4%).

Bei Verdacht auf auf eine PA wurde die KM-CTA eingesetzt. Die selektive oder superselektive Embolisation wurde mittels endovaskulären coins durchgeführt. In 95% der Fälle konnte die Blutung nach der ersten Prozedur gestoppt werden. Nur in einem Fall war eine zweite Embolisation notwendig. Auch nach einem Jahr trat keine weitere Blutung auf.

Insgesamt ist die selektive Angioembolisation eine sichere und effektive Methode zur Behandlung eines PA nach PN, wobei auch die Nierenfunktion keine Veränderung erfährt. Es zeigte sich, dass die OP-Zeit und die „kalte Ischämie-Zeit“ die einzigen Prädiktoren für das Auftreten von Pseudo-Aneurysmen waren.

 

Wir danken unserem Ehrenmitglied
Prof. Dr. U. Klein
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