RaDiagnostiX - Prostata: Erste Ergebnisse des zweiten Qualitätsberichts
Die Mitglieder der „RaDiagnostiX – Prostata“-Fokusgruppe haben sich am 1. Juli 2016 in Heidelberg getroffen, um die bisherigen Erfahrungen mit dem Versorgungsprojekt auszutauschen und die Weichen für das weitere Vorgehen zu stellen. Dabei hat die Fokusgruppe folgende Punkte festgehalten:
Die deutlich steigende Nachfrage nach mpMRT der Prostata ist zu einem großen Teil auf die Patienten selbst zurückzuführen. Dabei nimmt auch das Spektrum der Indikationen zu. Es besteht Nachfrage vor der ersten Biopsie, nach frustraner Biopsie, bei Staging- und Rezidivdiagnostik sowie zur Überwachung der Active Surveillance. Die Zahlungsbereitschaft stützt sich dabei nicht nur auf die Methodik allein, sondern auf unsere Qualität und das gute Verhältnis zum Urologen. Diese wiederum sind vor allem von Bildqualität, strukturiertem PI-RADS-Befund und dem persönlichen Gespräch unter Kollegen abhängig. Daher fordert die Fokusgruppe die verpflichtende Verwendung des PI-RADS-Bogens und die Nutzung der Falldatenbank, um die gute Qualitätssicherung weiterhin gewährleisten zu können.
Der zweite Qualitätsbericht wird derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet, erste Ergebnisse liegen vor:
- Stichprobenüberprüfung von Bild- und Befundqualität:
- Es wurden 124 Studien aus 25 Praxen ausgewertet, davon nahmen 14 Teilnehmer zum ersten Mal und 11 Teilnehmer zum zweiten Mal an der externen Überprüfung teil.
- Alle Praxen haben eine komplette mpMRT durchgeführt und die Angulierung korrekt eingehalten. Die technische Durchführung war gut bis sehr gut. Ausreißer nach unten gab es in Abhängigkeit von der MRT-Gerätegeneration.
- Eine Bewertung der Befundqualität mit sehr gut scheitert daran, dass nicht alle den PI-RADSScore vergeben und die Volumenmessung angeben.
- Von 23 % der Untersuchungen lagen stanzbioptisch gesicherte Befunde vor.
- Eine positive Qualitätsentwicklung zwischen Erst- und Zweitteilnehmern ist deutlich sichtbar.
- Zuweiserbefragung:
- Akzeptanz und Zufriedenheit spiegelt sich in der Gesamtnote 1,4 wider, es gibt eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr (2,5).
- Sehr gute Bewertungen erteilten die Zuweiser u. a. im Bereich medizinische Qualität des PI-RADSBefundes, bei der Qualität der Untersuchungsbilder sowie bei der Schnelligkeit der Befundübermittlung.
- Repräsentative Patientenbefragung:
- Mit der Note 1,7 wurde auch hier eine deutliche Steigerung zum Vorjahr in fast allen Kategorien erreicht, z. B. ärztliche Kompetenz (sehr gut), Weiterempfehlungsquote bzw. Wiederbesuch (95 %), Information über das Programm (85 % fühlen sich ausreichend informiert).
Die Evaluation des zweiten Qualitätsberichts bestätigt die guten Ergebnisse des vorhergehenden Berichts zur strukturierten Durchführung der ProstatampMRT und -Befundung in der ambulanten Versorgung. In der Subgruppe der Zweitteilnehmer zeichnet sich die Erreichung der nächsten Qualitätsstufe ab. Mit den Alleinstellungmerkmalen des umfassenden Qualitätskonzeptes (z. B. kontinuierliche Schulungen, Falldatenbank, Qualitätsbericht und Vier-Augen-Prinzip) werden wir weiterhin die Umsetzung des Programms vorantreiben und die Genauigkeit der Methodik sicherstellen. Die sehr guten Zufriedenheitsergebnisse seitens der Patienten und der Kooperationspartner bestärken uns in der Konzeptionierung des Programms in Zusammenarbeit mit unseren urologischen Kollegen zum Wohle des Patienten.
Folgende Zielsetzung für das kommende Jahr wurde vereinbart:
- Relevante Bilder für den Urologen sollen besser verfügbar werden.
- Der PI-RADS-Befund soll weiter verbessert werden.
- Aus Projektsicht sollen die guten Ergebnisse im Bereich Fortbildungsangebot, Patientenbuch und Informationsmaterial weiter gesteigert werden.
Gerade für Punkt drei sind zeitnah diverse Verbesserungen im Bereich Kommunikation geplant: Relaunch der Webseite, Responsives Design und bessere Suchmaschinenoptimierung
- Facebookseite für RaDiagnostiX - Prostata
- Überarbeitung des Patientenflyers
- Überarbeitetes Fortbildungsprogramm, mehr Einbindung der Urologen
- Überarbeitung des Patientenbuches – hier muss in Richtung Zuweiser mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden, da heute nur 20 % der Patienten ein Patientenbuch erhalten. Nur 30 % der Zuweiser, aber 70 % der Patienten halten es für wichtig!
Die nächste Fortbildung mit neuen Themen findet am 11. und 12. November 2016 statt, es haben bereits ca. 25 Urologen Interesse bekundet teilzunehmen.
Ihre Ansprechpartnerin:
Dr. Barbara Amler


