Netzpraxis Regensburg ist Referenzpraxis für Mamma-CT
Die Radiologische Praxis DIE RADIOLOGEN in Regensburg/Regenstauf setzt auf ein völlig neues Verfahren zur Diagnostik der weiblichen Brust: Spiral-Brust-CT.
In Deutschland gibt es derzeit nur zwei Praxen, die Brust-CT im niedergelassenen Bereich anbieten. Eine davon ist die radiologische Praxis DIE RADIOLOGEN in Regensburg/Regenstauf, Mitglied im Radiologienetz Bayern. Sie nutzt dazu das innovative Spiral-Brust-CT nu:view, das von der in Erlangen ansässigen Advanced Breast-CT GmbH hergestellt und von dem auf digitale Radiografie spezialisierten Unternehmen Examion vertrieben sowie installiert wird.
Dort beschäftigen sich die Radiologen schon viele Jahre speziell mit senologischen Fragestellungen. Sie nutzen dazu das gesamte Diagnostikgerätespektrum und sind auch im Mammografie-Screening in der Programmverantwortung. Mit dem neuen Gerät wollen sie ihr Angebot für Patientinnen mit einem besonders innovativen Verfahren ergänzen.
„In unserer Praxis sehen wir die Indikation der Brust-CT insbesondere für Frauen mit sehr druckempfindlichen und schmerzhaftem Brustgewebe. Diesen Patientinnen kann mit der Brust-CT nun eine kompressionslose 3D-Mammografie „ohne Quetschen“ der Brust als Alternative zur Mammografie und Tomosynthese angeboten werden“, sagt Dr. Andreas Kämena, der seit 2009 Gesellschafter in der Praxis und seit 2017 stellvertretender programmverantwortlicher Arzt für das Mammografie-Screening in der Oberpfalz ist. „Es ist derzeit weltweit die einzige Methode, mit der Mikrokalk ohne Kompression der Brust hochaufgelöst und differenziert dargestellt werden kann. Da die Untersuchungsmethode noch sehr neu ist, müssen zunächst noch Studien abgewartet werden, die klären, inwieweit die Brust-CT bei der Detektion von Tumoren anderen Untersuchungsverfahren überlegen ist.“ Besonders spannend ist für Dr. Kämena der Blick ins Universitätsklinikum Erlangen und ins Universitäts-Spital Zürich, wo derzeit Spiral-Brust-CT nu:view Geräte unter anderem zu Forschungszwecken im Einsatz sind.
Schon während seiner Ausbildung zum Facharzt an der Charité in Berlin lag der Forschungsschwerpunkt von Dr. Kämena in der Krebsdiagnostik, insbesondere in der systematischen Tumoranalyse. Für ihn ist die Brust-CT auch eine Option, die Frauen zu erreichen, die die Screening-Angebote nicht wahrnehmen. Die Teilnahmequote liegt derzeit bei 55%. „Leider schrecken viele Frauen vor der Mammografie selbst bei Beschwerden zurück und gehen nicht rechtzeitig zum Arzt, weil sie Angst vor Schmerzen oder den Röntgenstrahlen bei der radiologischen Untersuchung haben. Für diese Patientinnen stellt die Brust-CT eine großartige und völlig neuartige Alternative zur Mammografie dar, da sie völlig schmerzfrei ist.“
Brust-CT: Technik und Untersuchungsablauf
Das neue Verfahren zur Bildgebung der weiblichen Brust ermöglicht laut Herstellerangaben eine hochauflösende, dreidimensionale Bildgebung bei einer vergleichbar niedrigen Strahlendosis, die auch bei der herkömmlichen Mammografie angewendet wird. Die Akquisition der überlagerungsfreien, voll isotropen 3D-Schichtbilder erfolgt dabei mittels Spiral-CT-Technologie in Kombination mit einem weltweit einzigartigen Single-Photon-Counting-Detektor. Im Gegensatz zur herkömmlichen Szintillation, welche mit erheblichen Streuverlusten einhergeht, wandelt der direkt konvertierenden Single-Photon-Counting-Detektor Röntgenstrahlung direkt in elektrische Signale. Das hochempfindliche Material (CdTe) und die konkave Form des Detektors ermöglichen eine hohe Absorptions- und geometrische Effizienz bei exzellenter Bildqualität.
Für die Untersuchung legt sich die Patientin bäuchlings auf die Patientenliege des Brust-CT-Scanners und positioniert ihre Brust in der dafür vorgesehenen Öffnung. Anschließend wird die Brust durch eine spiralförmige Abwärtsrotation des Bildgebungssystems um die Brust in einem 360°-Winkel vollständig gescannt. Die gesamte Untersuchung dauert nur wenige Minuten, der Scan selbst lediglich 7 – 12 Sekunden. Aus den erzeugten Bilddaten errechnen spezielle Algorithmen die charakteristischen hochauflösenden dreidimensionalen Schichtbilder. Für die Akquisition und Rekonstruktion bietet das Spiral-Brust-CT-System zwei gebrauchsfertige Protokolle: einen Standardmodus mit einer Voxelgröße von (300 µm)³ und einen HighRes-Modus mit (150 µm)³. Ersterer wird häufig genutzt, um durch die überlagerungsfrei dargestellten Weichgewebestrukturen zu scrollen, bevor im HighRes-Modus eine detaillierte Analyse von Mikrokalzifikationen erfolgt.
Frauen, die aufgrund eigener negativer Erfahrungen in der Vergangenheit oder allgemeiner Angst vor Schmerzen eine Brustuntersuchung kategorisch ablehnen, profitieren vom neuen Brust-CT. Ebenso wie Patientinnen, für die eine Kompression bislang nicht möglich oder nur mit sehr großen Einschränkungen verbunden war, so auch Frauen mit Mastodynie oder dichtem Drüsengewebe.
Nach Aussagen der Praxis wurden bisher die Kosten für die Untersuchungen der Brust-CT von den privaten Krankenkassen ohne vorherige Anfrage oder Rückfragen beanstandungslos übernommen. In der Gebührenordnung für Ärzte gibt es für die Untersuchung der Brust, welche zum Thoraxbereich gehört, die Position „CT im Hals- und/oder Thoraxbereich“. Die Krankenkassen müssen vor der Untersuchung nicht um eine Stellungnahme oder Kostenübernahme gebeten werden.
Die erste Bilanz von Dr. Kämena ist positiv: “Das Interesse an der Untersuchung ist groß – sowohl von PKV- als auch von GKV-Patientinnen als Selbstzahlerinnen. Die bisher untersuchten Frauen waren alle begeistert. Viele von ihnen sagten, dass sie die Untersuchung auch ihren Freundinnen empfehlen werden. Einige waren jahrelang aufgrund der zuvor sehr schmerzhaften Untersuchung nicht mehr weiter zur Screening-Mammografie gegangen.“ Er verweist auch auf vergleichbare Erfahrungen, die das Universitätsspital Zürich gemacht hat, wo dank der kompressionslosen Untersuchung mittels Brust-CT tatsächlich eine größere Kohorte von Frauen zu einer Untersuchung motiviert werden konnte.





