Monströser, rasch wachsender Mammatumor bei Adipositas permagna und Makromastie
Der Gynäkologe, Vol.50, September 2017, S.716-718, J. Schümann et al., Brandenburg
Ein fibroepithelialer Tumor (Phylloid-Tumor) der Mamma betrifft meist Frauen zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr. Er tritt bei 0,2 % bis 3 % aller Mammatumoren auf. Eine Malignität ist selten. Ab 10 cm Größe spricht man von einem „giant Cytosarcoma phylloides“. Er tritt in etwa 20 % der Fälle auf. Als Therapie kommt ausschließlich die OP in Betracht.
Fallbeschreibung: Eine 56-jährige adipöse Patientin hatte einen derben Tumor in der rechten Mamma von ca. 20 cm Durchmesser. Sonographisch zeigte sich eine glatt begrenzte Raumforderung, BIRADS 3, wahrscheinlich benigne; Mammographisch BIRADS 4 . Bei einer Stanzbiopsie wurde histopathologisch eine fibroepitheliale B3-Läsion beschrieben. Innerhalb von sechs Monaten zeigte sich eine erhebliche Größenzunahme des Tumors und ein Erythem der Haut. Der Tumor konnte operativ komplikationslos entfernt werden. Histologie: „Stark rarefizierte, wechselnd große Ductulie und Überwucherung durch spindelzelliges Stroma. Pleomorphe Kerne und viele Mitosen. Infiltrierendes Wachstum im Grenzbereich der Läsion.“
Es handelte sich um einen Phylloid-Tumor, der bei 0,3 % bis 1 % aller Mammatumoren auftritt und Frauen meist zwischen dem 35. und 55. Lebensjahr betrifft. Eine maligne Ausprägung ist selten. Nur in ca. 5 % der Fälle sind die Lymphknoten metastatisch befallen. Ab 10 cm Größe spricht man von einem „giant Cytosarcoma phylloides“, der in ca. 20 % der Fälle auftritt. Die optimale Therapie stellt die OP dar. Ob Nachbestrahlung und/oder Chemotherapie bessere Ergebnisse zeigen, ist noch unklar. In 15 % bis 20 % der Fälle kommt es zu Lokalrezidiven. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei 60 %.
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