KI-Beirat des Radiologienetz nimmt Arbeit auf

Der im Frühjahr ins Leben gerufene KI-Beirat innerhalb des Radiologienetz hat seine Arbeit aufgenommen. Sein Auftrag ist eng mit dem Ausbau von CuraHub verbunden: Die On-Premise-Plattform soll im Verbund stärker verbreitet und mit einem gezielt ausgewählten Portfolio sinnvoller KI-Anwendungen weiterentwickelt werden. Der Beirat übernimmt dabei die medizinische und praktische Bewertung der Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen klinischer Nutzen, Verbesserungen im Workflow und ein wirtschaftlich sinnvoller Einsatz in den Praxen.

Bei seiner konstituierenden Sitzung am 9. Juni 2026 hat der KI-Beirat festgelegt, wie er diese Aufgaben angehen will. CuraHub ist eine Plattform, über welche diverse KI-Applikationen sicher bereitgestellt und genutzt werden können. Die Beiratsmitglieder – allesamt Radiologen im Radiologienetz, die sich schon seit einiger Zeit mit KI im Praxisalltag beschäftigen - wollen die Plattform im Netz weiter etablieren und die Etablierung relevanter Anwendungen für die Netzpraxen fördern. Im Ergebnis soll in dem sehr dynamischen Markt für KI-Anwendungen ein überschaubares Portfolio an Lösungen entstehen, welches den radiologischen Alltag erleichtert und über CuraHub sinnvoll angeboten werden kann.

Gleichzeitig sollen durch die gemeinsame Nutzung innerhalb von Radiologienetz Volumina gebündelt und bessere wirtschaftliche Konditionen bei den KI-Anbietern ermöglicht werden.

Kriterien für die Auswahl von KI-Anwendungen

Welche Anwendungen in den Fokus rücken, soll nicht allein vom verfügbaren Marktangebot abhängen. Der Beirat will KI-Lösungen nach konkreten Kriterien bewerten. Eine zentrale Frage ist der Nutzen einer Anwendung: Unterstützt die Anwendung die Diagnostik oder verbessert sie die Ergebnisqualität? Spart eine Lösung tatsächlich Arbeitsschritte und Zeit oder entlastet Ärzte und nicht-ärztliches Personal? Und wie steht der Nutzen im Verhältnis zu den Kosten der Applikation?

Aus diesen und weiteren Punkten soll ein strukturiertes Bewertungsraster entstehen, mit dem das aktuelle KI-Portfolio systematisch beurteilt werden kann.

KI-gestützte Effizienz im Praxisalltag

Der Beirat will den Blick bewusst nicht auf KI-Anwendungen für die Bildanalyse beschränken. In der ersten Sitzung wurden auch Bereiche benannt, in denen KI und Automatisierung administrative Abläufe verbessern können. Dazu gehören beispielsweise Prozesse für die Patientenkommunikation sowie die Termin- und Workflowsteuerung. Entscheidend ist dabei der konkrete Effekt im Praxisalltag. Der Beirat will deshalb vor allem Anwendungen priorisieren, die sich in bestehenden Strukturen einsetzen lassen und für eine größere Zahl von Praxen relevant sind.

Im Rahmen der zweiten Sitzung des KI-Beirats am 22. September stellte ein Mitglied praxiseigene Lösungen vor, z.B. für die zeit- und qualitätsoptimierte Erstellung eines Befundberichts. Dieser „Best-Practice“-Austausch macht die Teilnahme am KI-Beirat besonders wertvoll. Man lernt voneinander und teilt gute Erfahrungen aus der eigenen Praxis mit den Kolleginnen und Kollegen im Radiologienetz

Austausch mit Herstellern und Weiterentwicklung von Anwendungen

Neben der Bewertung bestehender Lösungen soll die medizinische Kompetenz der Beiratsmitglieder auch in die Weiterentwicklung von Produkten einfließen. So konnte bspw. die Prostata-KI Lucida, die im Rahmen eines Pilotprojekts von etwa 10 Praxen getestet wurde, durch die Rückmeldungen der teilnehmenden Radiologen an den Anbieter erheblich verbessert werden.

Weitere Studien sind im Rahmen der zweiten Beiratssitzung vorgeschlagen worden: zur Osteoporose-Detektion bei CT-Thorax-Untersuchungen sowie zum Einsatz von AIRAScore im Rahmen der Alzheimer-Früherkennung. Beide Themen werden weiterverfolgt und sind offen für alle interessierten Netzpraxen (Ansprechpartnerin: Lilian Schwarzweller, liscuragita.com).

Erfahrungen bündeln und teilen

Der KI-Beirat wird quartalsweise zusammenkommen. Drei Sitzungen pro Jahr finden online statt, ein persönliches Treffen ist am Vorabend des Radiologienetz-Tages vorgesehen (20. November, 17.30 Uhr). Darüber hinaus kann unterjährig in einem datensicheren Chat kommuniziert, kommentiert und diskutiert werden.

Beim KI-Beirat machen aktuell folgende Radiologen aus dem Netz mit: Dr. Holger Haubenreisser (Ludwigsburg), Dr. Dennis Bohlsen (Trier), Dr. Stephan Bender (Schwetzingen / Heidelberg), Dr. Alexander Hauck (Damme), Prof. Dr. Thomas Henzler (Stuttgart/Reutlingen), Dr. Nicolai Krasny (Aachen), Dr. Jonas Müller-Hübenthal (Köln), PD Dr. Till Schneider (Wiesloch), Dr. Tillman Schuler (Kassel), Dr. Christoph Sommergruber (Friedrichshafen), Dr. David Werner (Bad Kreuznach) und Dr. Sebastian Vetter (Bad Tölz).

KI-Team aufgestockt!

Nicht zuletzt durch die Versorgung der Praxen, die am Lungenkrebsscreening mit der CuraHub nebst KI-Installationen teilnehmen, gab es in den letzten Monaten zeitweise Engpässe im Radiologienetz. Um die Netzpraxen besser zu begleiten bei der Installation und Adaption an die jeweiligen Praxiserfordernisse, wurde daher das Team erweitert: Die Teamleitung von Daniel Reiberg wird durch die kaufmännische Kompetenz von Tobias Neumaier (tnecuragita.com) seit 1. September verstärkt. Der ehemalige Geschäftsführer der MED360 Praxen bringt die (KI-)Erfahrungen aus einem großen MVZ-Betreiber mit ein. Seitens der Praxisbetreuung und einer besseren Erreichbarkeit des Teams wird künftig Lilian Schwarzweller (liscuragita.com) diejenige sein, an die sich Mitgliedspraxen zu allen Fragen rund um die Themen Angebote und konkrete Installationen in den Praxen wenden können.