Gesundheits-Apps auf dem Vormarsch: Ada Health, eine App für Ärzte und Patienten
Gesundheits-Apps sind im Kommen. Immer mehr Anbieter spülen sie im Zuge der Digitalisierung auf den Markt. Und die erste ernstzunehmende App ist bereits verfügbar: Ada Health. Grund genug für jeden Mediziner, sich mit dem Thema Gesundheits-Apps auseinanderzusetzen und einen Weg im Umgang mit ihnen zu finden.
Wurde früher vor dem Arztbesuch auf den Fundus an Großmutters Überlieferungen und entsprechende Hausmittel zurückgegriffen, hat sich mit dem Aufkommen des Internets schnell die – wenn auch sehr unzuverlässige – erste Befundrecherche via Google verbreitet.
Mit der Etablierung von Apps steht nun eine neue Etappe vor der Tür. Der Wunsch nach Gesundheits-Apps, welche anhand der vorab eingetragenen Symptome einen ersten Hinweis zum Befund liefern, wächst. Wir haben uns die aktuell vielversprechendste App mal genauer angeschaut: Ada Health.
Das Unternehmen Ada Health wurde 2012 von der Kinderärztin und Genetikerin Claire Novorol, dem Juristen Daniel Natrath und dem Wissenschaftler Martin Hirsch gegründet. Ihr selbsterklärtes Ziel: Eine App, die Ärzten und Patienten dabei hilft, die richtige Diagnose zu finden. Die App soll den Mediziner nicht ersetzen, sondern ihn bestenfalls unterstützen.
Und das Berliner Startup scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Die App Ada Health wurde 2016 im Apple und Google-Store zur Verfügung gestellt und seither von mehreren Millionen Nutzern vor allem in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Deutschland geladen. Im App-Store von Google kommt sie auf 4,7 von 5 Sternen und ist auf Platz 1 der Medizin-Apps gelistet. 2017 hat das Unternehmen 40 Millionen Euro von Investoren erhalten.
Ada kooperiert mit dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Erforschung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit der Medizinischen Hochschule Hannover prüft Ada das Potenzial eines Systems, das seltene Erkrankungen frühzeitig diagnostizieren kann.
Die App ist nutzerfreundlich aufgebaut und leicht zu handhaben: Nach Abfrage der persönlichen Informationen (Geschlecht, Alter, Gewicht, etc.) und Symptome des Nutzers wird angezeigt, welche Krankheiten Personen mit ähnlichen Symptomen hatten.
Die Ergebnisse basieren entsprechend auf dem Vergleich der Symptome verschiedener Nutzer miteinander. Je mehr Nutzerdaten vorliegen, umso genau fallen die Ergebnisse aus. Die App wird stetig optimiert. Mit Erfolg: Auch viele Mediziner staunen über die Treffsicherheit der Diagnosen.
Bleibt die Frage nach dem Datenschutz. Schließlich werden Gesundheitsdaten gespeichert und ausgewertet. Gemäß Ada Health gehören die Nutzerdaten allein dem Patienten. Die App arbeitet mit den anonymisierten Angaben der Nutzer.
Zukünftig will Ada die Kassen und Versicherungen mit an Bord holen. Die Gespräche laufen.
