Entlastung für Radiologen Winfried Leßmann (Med 360 Grad)
Am 31. August war es im Kölner Stadtanzeiger zu lesen: Der Leverkusener Radiologe Winfried Leßmann, Gründer von Med 360 Grad, wurde von den Betrugsvorwürfen nach fast fünf Jahren der Ermittlung durch die 18. Große Strafkammer am Kölner Landgericht vollständig entlastet. Somit wird gegen den früheren Chef des Medizin-Verbundes Med 360 Grad kein Verfahren eröffnet. Begründung: „Nach den Ergebnissen des vorbereiteten Verfahrens erscheinen die Angeschuldigten einer Straftat nicht hinreichend verdächtig, sodass die Eröffnung des Hauptverfahrens aus tatsächlichen Gründen abzulehnen war“, heißt es im Beschluss der Richter vom 15.05.2025.
Die über vier Jahre gesammelten Beweise der Staatsanwaltschaft für eine formulierte Anklage waren hinsichtlich der Strafbarkeit nicht aussagekräftig genug. Auf diese Entscheidung hatte die Staatsanwaltschaft wohl zunächst Beschwerde eingelegt, diese später jedoch zurückgezogen.
Damit ist der Beschluss rechtskräftig und Winfried Leßman von den Vorwürfen, gegen das gesetzliche Kooperationsverbot zwischen Leistungserbringern und Vertragsärzten verstoßen zu haben, vollständig freigesprochen. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Köln soll er Kontrastmittel für radiologische Untersuchungen bei einer Firma bezogen haben, welche von seiner Frau kontrolliert worden sei. Dies konnten die Richter aus der Beweislage nicht ableiten und betonten, Leßmann habe weder selbst Kontrastmittel bestellt, noch bestünde ein hinreichender Tatverdacht für einen installierten Verordnungsapparat.
Trotz der geltenden Unschuldsvermutung war Dr. Leßmann während des laufenden Ermittlungsverfahrens in den Medien vorverurteilt worden. Dazu äußerte sich der Medienrechtler Walter Scheuerl aus dem Hamburger Büro der Sozietät „GvW Graf von Westphalen“ kritisierend. Winfried Leßman selbst gab knapp zu Wort: „Ich möchte mich bei all denen bedanken, die trotz der vorverurteilenden Berichterstattung immer zu meiner Familie und mir gestanden haben.“
Dass CuraCompact hier ausführlich über die Causa Leßmann berichtet, hängt mit dem Verkauf der DeRaG an die Med 360 Grad im Jahr 2022 zusammen. Viele unserer Mitgliedsradiologen und -radiologinnen waren Mitgründer oder Anteilseigner der DeRaG und entsprechend Mitverkäufer der 30 radiologisch-nuklearmedizinischen Conradia-MVZ. Dabei haben circa die Hälfte der Radiologen-Aktionäre ihre DeRaG-Aktien in Anteile an der Med 360 Grad getauscht, die sie bis heute halten. Die Med 360 Grad und Dr. Winfried Leßmann gehen seit geraumer Zeit getrennte Wege. Die Med 360 Grad wird inzwischen mehrheitlich durch die Sana-Gruppe gehalten.


